Samstag 04. Februar 2017

Politik | 04.02.2017

Trump polarisiert wie nie zuvor – als Gegen- oder Mitspieler des Establishments? (2 von 4)

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Kein anderer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika polarisierte mehr als Donald Trump. Dabei ist Trump erst seit dem 20. Januar 2017 im Amt. Alle Menschen in der Geschichte, an denen sich die Geister derart schieden, waren entweder sehr gut oder dann sehr böse.

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Trump polarisiert wie nie zuvor – als Gegen- oder Mitspieler des Establishments? 04.02.2017

Kein anderer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika polarisierte mehr als Donald Trump. Dabei ist Trump erst seit dem 20. Januar 2017 im Amt. Alle Menschen in der Geschichte, an denen sich die Geister derart schieden, waren entweder sehr gut oder dann sehr böse. Polarisierung an sich ist mit anderen Worten noch kein Beweis dafür, dass gerade etwas schief laufen muss. Ob nun aber gut oder böse, jede starke Polarisierung wird die Bevölkerung in verschiedene, gegensätzliche und sich widersprechende oder bekämpfende Lager spalten. Die wichtigste Entwicklung, die es dabei langatmig und möglichst ohne Vorurteile zu beobachten gilt, ist: Wohin zielt oder führt diese Spaltung? Man beachte m.a.W. akribisch den Lauf und Verlauf von Trump. Welche Geister genau scheiden die Volksmassen?“ Gehen Sie von Trump, von seinen Gegnern oder gar orchestriert von ihnen beiden aus? Ist der große Kampf zwischen Trump, den Medien und dem Establishment echt oder bloß ein Showkampf? Alles ist möglich, nur die geduldige und genaue Beobachtung kann zu einer klaren Unterscheidung führen. Hier bedeutende Ansätze: – Bereits während seines Wahlkampfes sorgte er durch seine direkten und auch oftmals abschätzigen Äußerungen für unüberhörbare Aufregung. – Am 21. Januar fanden sogenannte „Frauenmärsche“ bzw. Anti-Trump-Kundgebungen in mehr als 600 Städten in aller Welt statt. In Washington allein sollen es mindestens 500.000 Teilnehmer gewesen sein. Die Menschen protestierten gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homophobie und religiöse Intoleranz. – Am 24. Januar hatte Trump grünes Licht für Erweiterungen von zwei umstrittenen Ölpipelines gegeben. Damit sticht er mit seiner Entscheidung in ein Wespennest. Ureinwohner und Umweltschützer wehren sich gegen das Projekt, weil die Ölleitung durch heilige Stätten ihrer Vorfahren verlaufen soll und zudem eine Verseuchung ihres Trinkwassers befürchtet wird. Alternativrouten wären sehr wohl möglich gewesen. – Am 25. Januar hat Trump den Bau einer rund 3.200 Kilometer langen Grenzmauer zu Mexiko angeordnet, eines seiner markantesten Wahlkampfversprechen. Mexiko werde für die Kosten zu einem späteren Zeitpunkt aufkommen müssen, so Trump. Der mexikanische Staatschef Enrique Peña Nieto schloss dies wiederholt aus und sagte einen Staatsbesuch ab. – Am 27. Januar unterzeichnete Trump ein Dekret, das die USA vor der Einreise „radikaler islamischer Terroristen“ schützen solle. Vier Monate lang dürfen keine Flüchtlinge mehr in die USA einreisen. Auch Besucher aus diversen muslimischen Ländern müssen in den nächsten drei Monaten draußen bleiben. Vertreter der demokratischen Partei sowie Vertreter muslimischer Länder, verschiedener Organisationen und großer US-Unternehmen verurteilten Trumps Erlass aufs Schärfste. Fast im Tagestakt könnte nun so fortgefahren werden. Gerade das letztgenannte Einwanderungsdekret polarisiert und spaltet die Lager mehr denn je: „Während seine Anhänger den Entscheid begrüßen, wächst weltweit der Widerstand“, kommentierte die Presse. Vom Widerstand gegen die „Dampfhammerpolitik“ aus Washington ist die Rede. Bereits zum zweiten Mal sorgt er für Massenproteste, diesmal gegen seine Einwanderungspolitik. Auch die internationalen Finanzmärkte reagierten negativ auf den Entscheid, sodass mit sinkenden Kursen gerechnet wird. Aber Trump spaltet auch das eigene Lager, die Republikaner. Während die einen geschlossen hinter ihm stehen, reden die anderen von „Imageschaden“. Und nicht zuletzt: Trump spaltet die alternative Aufklärungsszene wie nie einer zuvor. Für die einen ist er ein Hoffnungsträger für den Frieden und für die anderen, wie fast alle US-Präsidenten zuvor, ein Komplize der „Wall Street“. Mit der „Wall Street“ ist die größte Wertpapierbörse der Welt in New York gemeint und die ganze Machtstruktur um die privat geführte US-Notenbank Federal Reserve dahinter. Um es kurz zu fassen, die einen sehen in ihm den großen Gegenspieler zum sogenannten Establishment der Superreichen. Mit Establishment ist eine Oberschicht einiger weniger Milliardäre gemeint, welche die Fäden der Welt-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik spannen und enormen Einfluss zu ihren Gunsten ausüben. Für die anderen ist Trump schlicht ein Mitspieler des Establishments, der bewusst oder unbewusst für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele instrumentalisiert wird. Zuerst einmal kann festgestellt werden, dass sich tatsächlich ein erbitterter Machtkampf zwischen Trump und dem Establishment abzuspielen scheint. Einerseits legten sich die Mainstreammedien, die sich in den Händen des Establishments befinden, von Anfang an mit Trump an. Andererseits geht der Widerstand gegen Trump augenscheinlich nicht primär von einer sogenannten Graswurzelbewegung aus, womit eine aus der Basis der Bevölkerung entstandene Bewegung gemeint ist. Dies zeigt folgendes Beispiel: Wie anfangs erwähnt, gingen am 21. Januar auf über 600 Demonstrationen weltweit mehr als 2 Millionen Menschen auf die Straßen. Was in den Massenmedien als „spontan“ und als „Graswurzelbewegung“ vermittelt wurde, sieht in der Realität ganz anders aus. Die US-amerikanische Autorin Asra Q. Nomani, die sich selbst als Feministin bezeichnet, schrieb in der zur „New York Times“ gehörenden „Women in the World“: Mindestens 56 Partnerorganisationen, die die Anti-Trump-Proteste mitorganisiert haben, seien vom Multimillionär Georg Soros finanziert oder haben „enge Beziehungen“ mit ihm. Sie hat hierzu die rund 400 Partnerorganisationen der „Frauenmärsche“ untersucht und festgestellt, dass diese Organisationen nichts anderes als ein politisches Werkzeug seien, um eine fortschreitende politische Agenda gegen Donald Trump zu unterstützen. Unter anderem erwähnte Nomani die von Soros finanzierte Bewegung „MoveOn.org“, die bereits die gewalttätigen Proteste gegen Trump in den Vorwahlen und die Farbrevolutionen auf dem ganzen Planeten organisiert hat. Mit den Demonstrationen einen Tag nach der Amtseinsetzung Trumps seien die „Frauen“ eindeutig für einen Anti-Trump-Tag missbraucht worden, so die Autorin. Auch der russische Präsident Wladimir Putin wies auf einer Pressekonferenz am 17. Januar auf diese Entwicklung in den USA hin: In den USA bestehe das Ziel, die „Legitimität des designierten Präsidenten zu untergraben“. Putin wörtlich: „Der Eindruck ist, dass sie nach einem Übungslauf in Kiew bereit sind, in Washington einen Maidan zu organisieren, um Trump zu hindern, das Amt zu übernehmen.“ Offensichtlich scheint es sich um ein Machtgehabe zwischen George Soros als Verkörperung des Establishments und Donald Trump als Verkörperung des einfachen Volkes zu handeln. Auf der einen Seite George Soros als bekennender Vertreter einer sogenannt „offenen Gesellschaft“, in der der Nationalstaat lediglich ein momentanes Übel darstellt, Landesgrenzen ganz verschwinden sollen und Migration, sprich weltweite Niederlassungsfreiheit, ein Menschenrecht sei. Donald Trump auf der anderen Seite verkörpert das genaue Gegenteil: Einer, der die Interessen des Nationalstaates vertritt, dessen Souveränität und Landesgrenzen mit allen Mitteln zu verteidigen sind, wie seine ersten Amtshandlungen – Mauerbau zu Mexiko und Einwanderungsdekret – unmissverständlich klarlegen. So lautete sein Wahlspruch „Make America great again“ – zu Deutsch „Macht Amerika wieder groß“. In seiner Antrittsrede standen die nationalen Interessen unmissverständlich im Mittelpunkt. Milliardär George Soros nannte Trump dann auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2017 einen „Hochstapler und Möchtegerndiktator“. Trump stehe für das Gegenteil einer offenen Gesellschaft, er werde die Gesellschaft weiter spalten, sagte Soros. Soweit scheint Trump ein klarer Gegenspieler von Soros und somit des Establishments zu sein. Doch dem war nicht immer so, was kaum bekannt ist. Denn es gibt beunruhigend viele Ungereimtheiten, die seine Rolle als Gegenspieler in Frage stellen: – Im Jahr 2004 investierte Soros eine Summe von 160 Millionen US-Dollar in den Bau des Trump Tower in Chicago. 2008 hatten Soros und Trump gemeinsam eine Korruptionsklage am Hals und standen Seite an Seite vor Gericht. Am Weihnachtsabend 2009 nahm Trump an einer privaten Feier mit Soros und dem liberalen Hollywood-Regisseur Oliver Stone teil. – Mit seinen laut Forbes-Magazin 4,5 Milliarden Dollar war und ist Trump als Immobiliengigant und mit seinem gigantischen Unternehmensimperium unbestritten Teil des wirtschaftlichen Establishments, gegen das er nun wettert. – Bis zu seiner Präsidentschaftskandidatur im Sommer 2015 war Trump nicht als einer bekannt, der sich politisch betätigt. Bis anhin galt er als einer, dessen Ego keine Grenzen kennt und der sich selbst zur Marke gemacht hat. Er vertrat auch nie eine klare politische Linie: Ab 1987 war er registrierter Republikaner, wechselte 1999 zur Independence Party, bekannte sich ab 2001 zu den Demokraten und ab 2009 wieder zu den Republikanern. Und plötzlich trat er dann 2015 mit klaren politischen, „revolutionären“ Positionen gegen das Establishment auf. – Zudem unterhielt er gute Beziehungen zu Bill und Hillary Clinton, die als Musterbeispiel des politischen Establishments gelten. Hillary Clinton war dann Trumps erbitterte Gegenkandidatin im Wahlkampf. – Nahezu alle entscheidenden Positionen in Trumps Kabinett sind von Interessensvertretern der „Wall Street“ besetzt, darunter drei ehemalige Goldman-Sachs-Banker. Zum Teil müssen sie noch vom Kongress bestätigt werden. Es bleibt zu beobachten, ob diese weiterhin die Interessen der „Wall Street“ vertreten. – Auch wenn Trump von seinen Befürwortern als „Mann des Friedens“ und Hoffnungsträger gegen das Kriegstreiber-Establishment angesehen wird, relativiert er diese Hoffnungen in seinen Äußerungen gleich selber. Einzelheiten finden Sie in der Sendung „Trump – ein Mann des Friedens?“. Trumps Taten bleiben daher unbedingt weiterhin genau zu beobachten! – Die Mainstreammedien wiesen zwar immer wieder mal auf erwähnte Ungereimtheiten hin, haben sie jedoch nie in Frage gestellt und versuchten sie vielmehr zu erklären. Sollte Trump gezielt von den Medien als „Gegenspieler“ des Establishments und demokratischer Institutionen hochstilisiert und die gesamte Weltbevölkerung getäuscht worden sein? Einerseits ist nicht auszuschließen, dass Trump aus irgendwelchen Gründen die Seiten gewechselt haben sollte und nun gegen das Establishments antritt. Anderseits kann aber auch noch nicht definitiv von der Hand gewiesen werden, dass Trumps Rolle als Gegenspieler bloß gespielt und ein abgekartetes, das meint hinter dem Rücken vereinbartes, Spiel sein könnte. Bereits während seines Wahlkampfes waren seine „Fehltritte“, Beleidigungen sowie oft radikalen, unbedachten, undiplomatischen und polarisierenden Äußerungen so offensichtlich, dass ernsthaft die Frage gestellt werden muss, ob das wirklich nur „Zufall“ oder nicht doch geplante Strategie gewesen sein könnte. Es muss sich die Frage gestellt werden, ob Trump nicht gezielt vom Politik- und Finanzestablishment auf die Politikbühne emporgehoben wurde, um eine weltweite Polarisierung wie nie zuvor voranzutreiben. Denn die Teile-und-Herrsche-Strategie gehörte schon immer zu den Grundpfeilern der wenigen Superreichen und Globalstrategen des Establishments. Sie wissen genau, dass sie ihren Einfluss und ihre politische Agenda gegen den Rest der Menschheit nur durchbringen können, wenn es ihnen gelingt, diese gegeneinander aufzubringen: Linke gegen Rechte, Nationalisten gegen Globalisten, Christen gegen Muslime, Atheisten gegen Gläubige, Frauen gegen Männer, Einheimische gegen Migranten, usw. usf. Wäre sich die Menschheit einig, wäre es nie möglich, dass die wenigen Drahtzieher und Superreichen ihren Reichtum, sowie politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluss behalten könnten und die Kluft zwischen Arm und Reich immer grösser würde. Wie Anfangs erwähnt, kann nur die geduldige und genaue weitere Beobachtung zu einer klaren Unterscheidung führen, welche Rolle Trump dabei genau spielt, ob als Gegen- oder Mitspieler des Establishments, und wem seine Rolle letztendlich nützt.

von dd.

Quellen/Links: http://www.srf.ch/news/international/weltweit-marschieren-hunderttausende-gegen-trump
http://www.srf.ch/news/international/trump-gibt-gruenes-licht-fuer-umstrittene-oel-pipelines
http://www.srf.ch/news/international/trump-ordnet-bau-der-grenzmauer-zu-mexiko-an
http://www.srf.ch/news/international/die-usa-nehmen-vorlaeufig-keine-fluechtlinge-mehr-auf
http://www.srf.ch/news/international/von-den-wangen-der-freiheitsstatue-rollen-die-traenen
http://www.srf.ch/news/international/widerstand-gegen-die-dampfhammer-politik-aus-washington
http://www.srf.ch/news/international/us-staat-washington-klagt
https://de.sott.net/article/27878-Anti-Trump-Proteste-in-Berlin-aus-den-USA-organisiert
http://www.konjunktion.info/2017/01/womens-march-george-soros-unterstuetzt-mehr-als-50-organisationen-hinter-den-protesten-gegen-donald-trump/
http://thefreethoughtproject.com/soros-exposed-funding-womens-march-dc/
http://nytlive.nytimes.com/womenintheworld/2017/01/20/billionaire-george-soros-has-ties-to-more-than-50-partners-of-the-womens-march-on-washington/
https://de.sott.net/article/26859-Nach-den-Wahlen-Anti-Trump-Proteste-und-Ausschreitungen-in-vielen-Stadten-der-USA
https://de.wikipedia.org/wiki/MoveOn.org
https://www.heise.de/tp/features/Putin-In-Washington-wird-versucht-einen-Maidan-zu-organisieren-um-Trump-zu-verhindern-3602779.html?seite=2
http://www.srf.ch/news/international/trump-spricht-am-haeufigsten-von-amerika
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/george-soros-donald-trump-angriff-davos-wirtschaftsforum
https://de.wikipedia.org/wiki/George_Soros#Philanthropisches_und_politisches_Engagement
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/andreas-von-r-tyi/dicke-feinde-die-trump-soros-connection.html
http://derstandard.at/2000047253893/Donald-Trump-Aus-dem-Establishment-gegen-das-Establishment
http://www.srf.ch/news/international/trumps-positionen-sind-revolutionaer

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