WEBVTT

00:00.125 --> 00:01.320
Jetzt wird es interessant.

00:01.320 --> 00:06.117
Kriterium: Je höher die Frequenz,
desto höher die übertragene Energie.

00:06.117 --> 00:11.198
Der eine oder andere weiß vielleicht, ein
Funksignal ist eine Welle, aber gleichzeitig

00:11.198 --> 00:14.020
ist es auch so wie eine kleine Kanonenkugel.

00:14.020 --> 00:19.041
Und je höher die Frequenz, desto höher
die Energie, die in dem Ding steckt.

00:19.041 --> 00:25.450
Gut, dann möchte ich aber jetzt endlich
den ersten Vortragenden anmoderieren.

00:25.450 --> 00:32.490
Er ist bekannt wie ein bunter Hund, nicht nur in unserer Blase,
sondern auch weit darüber hinaus, denn mein äußerst sympathischer

00:32.490 --> 00:39.148
und allseits beliebter MWGFD-Vorstandskollege, der Physiker,
Professor Werner Bergholz, ist auch sachverständiges Mitglied

00:39.148 --> 00:45.994
in diversen Enquetekommissionen – zur Corona-Aufarbeitung
zum Beispiel der Bundesländer Brandenburg und Thüringen.

00:45.994 --> 00:51.752
Er ist ehemaliger Professor für Electrical Engineering an der
Jacobs University in Bremen und war auch 17

00:51.752 --> 00:58.017
Jahre bei Siemens in München und Regensburg tätig
als Experte für Qualitäts- und Risikomanagement.

00:58.017 --> 01:04.854
Wir sind gespannt, lieber Werner, was du uns in deinem
Einführungsvortrag zum heutigen Thema mit dem Titel

01:04.854 --> 01:10.403
„Mobilfunktechnologie: Physikalische
Grundlagen und technische Vorteile von 5G“ erzählen

01:10.403 --> 01:15.648
wirst, und damit übergebe ich dir das Wort.

01:15.648 --> 01:19.351
Vielen Dank, lieber Ronny, für diese freundlichen Worte.

01:19.351 --> 01:27.030
Ich habe ja geschrieben: „Physikalische Grundlagen
und technische Vorteile“. Aber -Punkt, Punkt, Punkt...

01:27.030 --> 01:34.395
Ich werde erst mal über die Grundlagen
sprechen, und wie ich es in der Pressemappe

01:34.395 --> 01:39.225
geschrieben habe, fange ich bei Adam und Eva an.

01:39.225 --> 01:52.224
Und ich zeige euch jetzt ein kurzes Video, da wird ein Stein ins
Wasser geworfen und man sieht, wie sich die Welle ausbreitet.

01:52.224 --> 01:58.090
Genau so kann man sich Funkwellen
vorstellen, und ich sage dann gleich etwas dazu.

01:58.090 --> 02:00.361
Schauen wir mal, ob es funktioniert.

02:00.361 --> 02:06.688
Also nochmal der Überblick: Was ist eine Funkwelle
- dass man ein bisschen ein Gefühl dafür bekommt.

02:06.688 --> 02:10.976
Was ist jetzt der Unterschied zwischen Rundfunk -
den haben wir ja schon seit 100 Jahren und

02:10.976 --> 02:14.548
länger - und Mobilfunk, warum denn so hohe Frequenzen?

02:14.548 --> 02:22.940
Und das Wichtigste: Warum sind diese Eigenschaften
der hohen Frequenzen nicht unbedingt nur harmlos?

02:22.940 --> 02:27.119
Und da werden dann die folgenden Referenten mehr dazu sagen.

02:27.119 --> 02:30.629
Also, gleich fällt der Stein.

02:39.970 --> 02:45.282
So, da haben wir zwei Sachen gesehen. Die Welle breitet sich aus.

02:45.282 --> 02:53.007
In dem Falle ist es eine quasi
zweidimensionale Welle. Das ist die Bewegung von Materie.

02:53.007 --> 02:57.811
Und was man jetzt noch im Standbild
sieht, da sind auch noch andere Wellen.

02:57.811 --> 03:03.654
Und das entspricht genau der Wirklichkeit, was
ein bisschen auch die Gefährlichkeit ausmacht.

03:03.654 --> 03:11.052
Wenn ich mein Handy in so einem Raum habe – und jetzt nehmen wir
mal an, wir wären nicht gerade in einem Vortrag – dann

03:11.052 --> 03:18.419
wären vielleicht 20 Leute oder mehr, würden gerade ihr
Smartphone benutzen und das hieße, es gibt einen Wellensalat.

03:18.419 --> 03:20.394
Es ist ähnlich wie bei einer Party.

03:20.394 --> 03:28.290
Da müssen alle ihre Intensität hochtreiben,
und das ist jetzt nicht unbedingt anzustreben.

03:28.290 --> 03:33.992
Gut, also, Stein ins Wasser, haben
wir gesehen, und Wasser bewegt sich.

03:33.992 --> 03:36.391
Bei den Funkwellen ist es so ähnlich.

03:36.391 --> 03:44.820
Die Antenne strahlt, allerdings jetzt
nicht zweidimensional, sondern kugelförmig.

03:44.820 --> 03:53.056
Und das Allerwichtigste, es ist keine
Materie dabei, das funktioniert auch im Vakuum.

03:53.056 --> 03:58.380
Und normalerweise, man sieht nichts, man hört nichts.

03:58.380 --> 04:09.966
Und dass es überhaupt so was gibt und wissenschaftlich bearbeitet
wurde, das verdanken wir dem Physiker Heinrich Hertz, der - einen

04:09.966 --> 04:18.280
großen Strom plötzlich abgeschaltet, und dann
einen Empfänger aufgebaut und da hat es dann ein

04:18.280 --> 04:23.910
bisschen gefunkt und deshalb heißt es „funken“.

04:23.910 --> 04:33.218
Es gibt noch einen riesigen Unterschied, der ist
ganz wichtig für die Praxis: Wasserwellen, haben wir

04:33.218 --> 04:38.585
gesehen, gingen so mit der Geschwindigkeit 20cm/s.

04:38.585 --> 04:46.657
Schallwellen, kennen wir auch, 300m/s, hat
jeder schon mal erlebt bei einem Gewitter.

04:46.657 --> 04:53.264
Man sieht den Blitz und je nachdem, wo der Blitz
war, dauert es eine bis zehn – oder noch länger

04:53.264 --> 04:58.752
– Sekunden bis man dann den Donner hört, 300m/s.

04:58.752 --> 05:11.776
Die elektromagnetischen Wellen sind geringfügig
schneller, nämlich nicht 300m/s, sondern 300.000 km/s.

05:11.776 --> 05:19.916
Also 300.000.000 m/s, eine Million mal so schnell.

05:19.916 --> 05:24.704
Das ist natürlich ganz wichtig für die praktische Anwendung.

05:24.704 --> 05:34.171
Aber um das in Perspektive zu setzen: Wenn auf
dem Mond jemand ein Laser anknipst, dann

05:34.171 --> 05:41.055
dauert es etwa eine Sekunde, bis man das hier sieht.

05:41.055 --> 05:44.524
Wenn das Gleiche auf der Sonne passieren
würde, würde man acht Minuten brauchen.

05:44.524 --> 05:50.366
Also das als Illustration, wie groß die Entfernungen im All sind.

05:50.366 --> 06:00.670
Das ist jetzt die einzige Formel: Die
Wellenlänge hängt mit der Lichtgeschwindigkeit c

06:00.670 --> 06:07.456
zusammen, 300.000km/s geteilt durch die Frequenz.

06:07.456 --> 06:13.152
So und so viele Wellen kommen an einem vorbei,
so kann man es sich ungefähr versinnbildlichen.

06:13.152 --> 06:20.089
Das heißt, je höher die Frequenz, desto kürzer die Wellenlänge.

06:20.089 --> 06:30.947
Also die aktuelle 5G, das sind Wellenlängen in
diesem Bereich , und Mittelwelle hat man früher noch

06:30.947 --> 06:36.635
benutzt, das waren dann 1.000 Meter oder 1.600 Meter.

06:36.635 --> 06:43.240
Die sog. Kurzwellen waren z.B. 49 Meter,
da war man noch im Kilohertzbereich (kHz).

06:43.240 --> 06:50.097
Und erst bei UKW – Ultrakurzwelle hieß es damals, heute wäre das
natürlich auch noch verhältnismäßig lang. – da

06:50.097 --> 06:57.968
ist man dann in den Megahertzbereich (MHz), also
in 1 Mio. Schwingungen pro Sekunde übergegangen.

06:57.968 --> 07:01.443
So, das erst mal zu ein paar grundsätzlichen Sachen.

07:01.443 --> 07:07.808
Also wir merken uns: Die
elektromagnetischen Wellen hört man nicht, sieht man nicht.

07:07.808 --> 07:10.920
Manche fühlen sie, die meisten nicht, ich nicht.

07:10.920 --> 07:18.451
Und sie breiten sich ungeheuer schnell aus, und die
Wellenlänge oder die Frequenz ist nicht ganz unwichtig.

07:18.451 --> 07:22.763
So, wir haben den Rundfunk schon „ewig und drei Tage“ gehabt.

07:22.763 --> 07:31.317
Da gab es einen zentralen Sender – „ewig und drei Tage“ sind
ungefähr 100 Jahre –, viele Empfänger, aber nur einen Sender,

07:31.317 --> 07:36.904
wie gesagt, und der Informationsfluss ging nur in eine Richtung.

07:36.904 --> 07:43.820
Und gerade bei Mittelwelle eine kleine
Bandbreite, weil man hat ja im Wesentlichen Sprache

07:43.820 --> 07:47.640
oder Musik mit bescheidener Qualität übertragen.

07:47.640 --> 07:51.973
Und das bringt uns jetzt auch zu einem Ding:

07:51.973 --> 07:59.935
Wenn ich Informationen übertragen will – Sprache,
Musikdaten oder Video – dann geht das nicht nur mit

07:59.935 --> 08:05.152
einer Frequenz, sondern mit einer gewissen Bandbreite.

08:05.152 --> 08:06.625
Ich muss also dafür zahlen.

08:06.625 --> 08:20.061
Bei Mobilfunk reden wir nicht von Kilohertz, am
Anfang von Megahertz und jetzt von Gigahertz –

08:20.061 --> 08:27.687
das ist der Bereich bis zu 6 oder 8 GHz bei 5G.

08:27.687 --> 08:31.406
Ich komme gleich noch darauf, warum
die hohen Frequenzen so wichtig sind.

08:31.406 --> 08:39.647
Also jetzt der Mobilfunk, ist klar, wir haben einen Sender, die
Basisstation, typischerweise einen Kilometer oder ein paar

08:39.647 --> 08:46.875
Kilometer weg – bei 5G können das auch nur 100 Meter
sein – viele Telefone als Empfänger und viele Telefone

08:46.875 --> 08:51.684
gleichzeitig als Sender, das hatte ich schon mal kurz gesagt.

08:51.684 --> 08:56.036
Das gibt einen schönen Wellensalat, wenn
die alle gleichzeitig irgendwas machen.

08:56.036 --> 09:02.239
Und ich brauche immer eine größere
Bandbreite und eine höhere Datenrate.

09:02.239 --> 09:06.543
Das kann man sich im Übrigen so
vorstellen, wie im Bundeshaushalt:

09:06.543 --> 09:16.753
Das war ja früher um 1950, als ich geboren wurde,
im 100 Millionen-Bereich, Hunderte von Millionen.

09:16.753 --> 09:20.074
Da konnte ich dann Sachen von 2-3 Mio. finanzieren.

09:20.074 --> 09:27.346
Jetzt reden wir von Milliarden, und da brauche ich
natürlich 500 Milliarden oder so Bundeshaushalt.

09:27.346 --> 09:33.260
So ähnlich ist es hier, wenn ich hohe Datenraten
übertragen will, dann brauche ich viel mehr Bandbreite.

09:33.260 --> 09:42.272
Also typisches Beispiel, aus dem original
Analog-Fernsehen waren es ungefähr 5 MHz Bandbreite.

09:42.272 --> 09:47.712
Digital nur noch ungefähr 1 MHz und ein bisschen mehr.

09:47.712 --> 09:53.180
Bei GHz kommt es darauf an, welche Bandbreite
ich nutze, wie viele Daten ich gerade

09:53.180 --> 09:58.969
übertragen möchte, und das wird dynamisch gemacht.

09:58.969 --> 10:06.588
Also nochmals zur Bandbreite, hatte ich gerade
eigentlich schon erzählt, analoger Rundfunk ist störanfällig

10:06.588 --> 10:11.226
und digitaler TV und Rundfunk ist robust gegen Störungen.

10:11.226 --> 10:21.608
Aber ich habe nur so nebenbei gesagt, das
digitale Fernsehen hat kleine systematische Fehler.

10:21.608 --> 10:28.859
Wenn es Fußballfans unter uns gibt, achtet mal darauf, wenn der
Spieler klein ist, vielleicht etwas Rotes trägt

10:28.859 --> 10:35.428
und über den grünen Rasen läuft, der hat immer
eine kleine Linie um sich, wenn man darauf achtet.

10:35.428 --> 10:38.375
Das ist ein Fehler, aber der fällt nicht weiter auf.

10:38.375 --> 10:43.700
Mathematisch ist es das sog. Gibbssche
Phänomen – mehr sage ich dazu nicht.

10:43.700 --> 10:47.756
Also, Übertragung, warum solch hohe
Frequenzen, habe ich jetzt gesagt.

10:47.756 --> 10:55.919
Jede Übertragung benötigt ein gewisses
Budget an Frequenz, ein Frequenzband.

10:55.919 --> 10:58.778
Das darf sich nicht mit den andern überlappen.

10:58.778 --> 11:07.461
Und wenn ich viele Sender habe, dann brauche ich halt viel mehr
Bandbreite und wenn ich viele Daten übertragen will, noch mehr.

11:07.461 --> 11:13.976
Also Video, wie ich schon gesagt
hatte, MHz, viele Daten 10 bis 100 MHz.

11:13.976 --> 11:16.735
Wahrscheinlich geht auch noch mehr, je nachdem.

11:16.735 --> 11:23.952
Bei 6G mit Sicherheit – kommt auch immer
drauf an, welche Anforderungen man gerade hat.

11:26.571 --> 11:32.552
Okay, ich hatte das jetzt schon mal kurz mündlich
angedeutet, mit Absicht, weil wenn ich nur was erzähle, dann

11:32.552 --> 11:37.500
hört man mehr darauf, als wenn man gleichzeitig was sieht.

11:37.500 --> 11:49.554
Also: 100 MHz entspricht etwa, ich brauche ein Budget
Milliarden Euro oder ich brauche ein Frequenzbudget Gigahertz.

11:49.554 --> 12:06.001
Und in der Grafik, dort rechts, da sind so die Bandbreiten,
die z.B. UMTS gebraucht hat, das war 3G, dann die LTE

12:06.001 --> 12:14.974
hat schon deutlich mehr und jetzt 5G braucht noch viel mehr.

12:14.974 --> 12:22.935
Und es kommt, wie gesagt, darauf an, es wird flexibel gehandhabt,
aber das ist so ungefähr, wie man sich das vorstellen kann.

12:22.935 --> 12:33.348
So und jetzt haben wir sozusagen die Grundlagen und was
jetzt kommt, sagen wir mal, was sind die kritischen Sachen.

12:33.348 --> 12:38.925
Das waren jetzt die Grundlagen erst
mal. Da nochmal die Spektren dargestellt.

12:38.925 --> 12:48.714
Man sieht, 5G braucht wesentlich mehr als 4G oder
LTE. LTE steht übrigens für „Long Term Evolution“.

12:48.714 --> 12:54.831
Ein ziemlich nichtssagendes Ding, hat auch verschiedene Stadien.

12:54.831 --> 13:03.571
Jetzt wird es interessant für die
Biologie oder potenzielle Schädigung.

13:03.571 --> 13:13.473
Es gibt ein Kriterium: Je höher die
Frequenz, desto höher die übertragene Energie.

13:13.473 --> 13:22.714
Der eine oder andere weiß vielleicht, ein Funksignal ist eine
Welle, aber gleichzeitig ist es auch so

13:22.714 --> 13:31.282
wie eine kleine Kanonenkugel oder ein
Photon – beim Licht nennt man es auch Photon.

13:31.282 --> 13:38.380
Und je höher die Frequenz, desto höher
die Energie, die in dem Ding steckt.

13:38.380 --> 13:47.614
Und wenn diese Welle von 5G in meiner Haut oder
in meinen Augen absorbiert wird, hat das eine

13:47.614 --> 13:53.709
bestimmte Eindringtiefe und wird komplett absorbiert.

13:53.709 --> 14:03.379
Und wenn ich jetzt, sagen wir mal, von 100 MHz
rede im Vergleich zu 8 GHz, das ist 80 mal so viel

14:03.379 --> 14:09.067
Energie pro Energiepaket, was dort auf mich einwirkt.

14:09.067 --> 14:15.555
Es ist gleichzeitig Welle und so ein
Paket, je nachdem, wie man es betrachtet.

14:17.329 --> 14:19.962
Und das ist das Schlimmste überhaupt.

14:19.962 --> 14:27.078
Ich habe gehört in einem Vortrag oder einer
Darstellung: „Ja ist ja prima“, oder was sehen wir?

14:27.078 --> 14:36.389
Hier sehen wir, je höher die
Frequenz, desto geringer die Eindringtiefe.

14:36.389 --> 14:41.693
Das ist die Eindringtiefe, das ist die
Frequenz – beides logarithmische Darstellungen.

14:41.693 --> 14:47.698
Sonst würde man nichts sehen, wenn es
linear wäre und wir merken uns nur: je höher die

14:47.698 --> 14:51.720
Frequenz, desto geringer die Eindringtiefe.

14:51.720 --> 14:56.473
Das wurde dargestellt: „Das ist doch
gut, dann geht es ja nicht so weit rein.“

14:56.473 --> 15:06.411
Ich bin u.a. auch ausgebildeter Strahlenschutzmensch, weil
ich viele Jahre mit radioaktiven Stoffen gearbeitet habe.

15:06.411 --> 15:14.223
Da habe ich gelernt, je geringer die
Eindringtiefe, desto schlechter. Warum?

15:14.223 --> 15:22.860
Die Energiedichte, es ist egal ob es radioaktive ionisierende
Strahlung ist oder diese nicht-ionisierende Strahlung.

15:22.860 --> 15:30.722
Je geringer die Eindringtiefe, desto mehr
Energie wird in einem bestimmten Volumen deponiert.

15:30.722 --> 15:38.177
Und das leuchtet, glaube ich, ein, je mehr Energie in
einem bestimmten Volumen ankommt, desto größer die Chance,

15:38.177 --> 15:42.674
dass es eventuell Probleme macht und Schäden verursacht.

15:42.674 --> 15:52.314
Man hat eigentlich ziemlich blauäugig gesagt, ja ionisierende
Strahlung ist klar, dass die natürlich schädigt, aber es ist halt

15:52.314 --> 15:59.829
so – das werden die Folgeredner dann sicher noch
ausführlicher darstellen – dass es halt bei dieser

15:59.829 --> 16:05.256
nicht-ionisierenden Strahlung auch Probleme gibt.

16:05.256 --> 16:08.960
Also das ist vielleicht die wichtigste Folie überhaupt.

16:08.960 --> 16:14.170
Geringe Eindringtiefe nicht gut, sondern schlecht.

16:14.170 --> 16:21.360
So, links sehen wir eine schematische
Darstellung, die typisch für 5G ist.

16:21.360 --> 16:34.263
Nicht das ganze 5G – also 5G auf dem platten Land hat das nicht –
aber in eng bebauten Gebieten wird das so laufen, dass man nicht

16:34.263 --> 16:42.600
mit einer Einzelantenne, sondern mit einer
sog. Antennenmatrix z.B. 8x8 Sender durch

16:42.600 --> 16:48.089
elektrotechnische Manipulation einen Strahl erzeugt.

16:48.089 --> 16:54.697
Aber ein Strahl, da denkt man eine
Taschenlampe oder Laser, das ist es nicht.

16:54.697 --> 16:58.902
Bei der Vorbereitung für diesen Vortrag
musste ich es auch zuerst mal lernen.

16:58.902 --> 17:01.011
Ich hatte mir das auch irgendwie so vorgestellt.

17:01.011 --> 17:14.303
Aber nein, es ist nicht so, man nennt sie auch Bleistiftstrahlen,
sondern eher so: Das ist ein sogenanntes Polardiagramm.

17:14.303 --> 17:23.267
Das zeigt, in welcher Richtung ist bei so und so viel
Einzelantennen, die miteinander koordiniert abstrahlen,

17:23.267 --> 17:32.447
die Intensität, und wir sehen in die Richtung 0 Grad,
das ist die Hauptkeule – Keulen nennt man die Dinger auch.

17:32.447 --> 17:38.893
Das ist nicht so lokalisiert und so gerichtet, aber es ist
natürlich für die Anwendung viel besser

17:38.893 --> 17:44.516
als wenn eine Rundumstrahlung wäre, so wie
wir das bei den Kugelwellen gesehen haben.

17:44.516 --> 17:53.539
Es geht gezielt auf den, der es braucht und ein bisschen in
seine Umgebung und der Rest bekommt nicht mehr so viel mit.

17:53.539 --> 17:58.748
Das ist ja schon mal eine positive Sache, aber der, der in der
Strahlung steht, und das ist nicht nur der,

17:58.748 --> 18:03.560
sondern vielleicht auch einer, der zufällig
neben ihm steht, der kriegt es natürlich auch ab.

18:03.560 --> 18:12.624
Aber wie ich schon gesagt habe, die größere Gefahr ist
eigentlich das eigene Gerät, zumindest wenn man es so handhabt.

18:12.624 --> 18:21.764
Wenn man Freisprechen macht und es in der Hand hat und
es so hält, ist viel besser, kann ich also nur empfehlen.

18:21.764 --> 18:36.857
Gut, 5G hat also 700 MHz, hier steht bis 26
GHz, also nach meiner Erkenntnis geht 5G nur bis

18:36.857 --> 18:44.832
8 GHz – so wie Radio Eriwan: „Kommt drauf an!“

18:44.832 --> 18:50.947
Also wenn ich ein ländliches Gebiet habe,
dort nehme ich die niederen Frequenzen.

18:50.947 --> 18:58.715
Warum? Weil diese praktisch nicht durch
die Luft absorbiert werden, dann brauche ich

18:58.715 --> 19:02.941
für dieses Gebiet nicht eine Basisstation.

19:02.941 --> 19:09.140
Wenn ich mit gerichtetem Strahl arbeiten will, also mit den
höchsten Frequenzen, dann brauche ich da

19:09.140 --> 19:14.205
wahrscheinlich mit „Daumenschätzung“ 100
kleinere Basisstationen. Das ist ja viel teurer.

19:14.205 --> 19:17.856
Und dann gibt es einen mittleren Bereich und den engeren Bereich.

19:17.856 --> 19:25.333
Und so muss man sich das vorstellen. Also in Vilsbiburg, das
ist nicht besonders groß, ich glaube, da ist eher das Mittlere.

19:25.333 --> 19:33.232
Und wenn wir in einer größeren Stadt sind, dort heißt 5G – sehr
wahrscheinlich, ob jetzt heute schon oder

19:33.232 --> 19:41.020
irgendwann demnächst – 5G, das dauert ja eine
gewisse Zeit, bis das alles technisch realisiert ist.

19:41.020 --> 19:43.518
Es kostet ja auch ein bisschen Geld.

19:43.518 --> 19:52.301
Gut, also das sind jetzt – ich sage mal – ich habe
jetzt nur die technische Sache dargestellt und ein

19:52.301 --> 19:56.185
bisschen schon angedeutet, wo Probleme sein könnten.

19:56.185 --> 20:03.254
Ganz allgemein gesprochen, vermisse
ich das sogenannte Vorsorgeprinzip.

20:03.254 --> 20:11.076
In der EU war es ja eigentlich bisher üblich, dass eine neue
Technologie erst eingeführt wird, wenn man mit einer

20:11.076 --> 20:19.940
vernünftigen Risikoanalyse, einer vernünftigen Risikobewertung,
sich davon überzeugt hat, dass es erst eigentlich okay ist.

20:19.940 --> 20:22.183
In den USA ist es ein bisschen umgekehrt.

20:22.183 --> 20:30.300
Da macht man erst mal und dann guckt man, passiert
irgendwas, und dann bremst man es ein, wenn etwas passiert.

20:32.252 --> 20:40.142
Unser lieber Moderator Ronny hat ja vorhin
auch die Corona-Injektion erwähnt, dort hat das

20:40.142 --> 20:45.120
Vorsorgeprinzip bei Weitem nicht mehr gegolten.

20:45.120 --> 20:50.165
Da hat ja sogar unser ehemaliger
Bundeskanzler gesagt, „wir sind alle Versuchskaninchen“.

20:50.165 --> 20:57.756
Aber ich bin sicher, nicht viele von denen, die hier
sitzen, haben sich zum Versuchskaninchen machen lassen.

20:57.756 --> 21:10.759
Und also im Mobilfunk bin ich der Meinung,
irgendwo, da ist das Vorsorgeprinzip nicht beachtet worden.

21:10.759 --> 21:14.212
Und ich habe meine 20 Minuten ziemlich genau getroffen.

21:14.212 --> 21:19.972
Also nochmal die Zusammenfassung: Funkwellen,
man sieht sie nicht, sie breiten sich im

21:19.972 --> 21:23.860
Vakuum aus, aber ganz mit riesiger Geschwindigkeit.

21:23.860 --> 21:28.149
Und Mobilfunk hat ohne Zweifel nützliche
Anwendung, das hat Ronny auch schon gesagt.

21:28.149 --> 21:33.709
Aber, aber wie gesagt, das Vorsorgeprinzip gilt eigentlich.

21:33.709 --> 21:45.179
Je höher die Frequenz, desto höher der Energieeintrag und für
enge Bebauung gibt es oder wird es gerichtete Abstrahlung geben.

21:45.179 --> 21:52.539
Das ist einerseits gut, dass die allgemeine Belastung ein bisschen
reduziert wird, aber das ist wiederum nicht so gut, wer da

21:52.539 --> 21:57.538
in dem Strahl ist, der ist dann halt ein bisschen mehr belastet.

21:57.538 --> 22:00.796
Ja, das war‘s. Dankeschön.

22:05.105 --> 22:13.578
Handy- und WLAN-Strahlen schädigen Menschen, Tiere und
Umwelt. Wir brauchen strahlungsfreie Zonen! asza.org
