WEBVTT

00:00.398 --> 00:09.436
War die Funkbelastung weg, sieht man schön wieder
normale Durchflusswerte durch beide Gehirnarterien.

00:09.436 --> 00:19.362
Das heißt: Gefäßverengung unter Funk. Bei mir rechts,
beim anderen links, bei anderen Leuten vielleicht überall.

00:19.362 --> 00:26.389
Ich konnte die Herzfrequenz mit der
Strahlenbelastung messen. Und jetzt wird es spannend.

00:26.389 --> 00:38.723
Wir sehen hier diese Peaks auf den Aufzeichnungen.
Und die stimmen überein mit den Strahlungspeaks.

00:38.723 --> 00:48.976
Unter Mobilfunk ist das Immunsystem auch dadurch geschwächt,
dass die weißen Blutkörperchen nicht mehr so beweglich sind.

00:48.976 --> 00:57.068
Vor 40 Jahren wurden Menschen mit Allergien
ausgelacht. Allergene konnte man nicht sehen.

00:57.068 --> 01:01.818
Jetzt weiß man, dass es Allergien
gibt, auch eine Erdnussallergie.

01:01.818 --> 01:07.300
Und selbst wenn ich sie nicht
habe, kann der Klaus hier sie haben.

01:07.300 --> 01:11.910
Nun werden Menschen mit Elektrohypersensibilität ausgelacht.

01:11.910 --> 01:19.090
Aber, nur weil ich das Problem nicht habe, ist das
kein Beweis, dass der andere das Problem nicht hat.

01:19.090 --> 01:26.039
Ich leite jetzt über auf meine neben mir sitzende
Kollegin Dr. Monika Krout. Sie ist die nächste Referentin.

01:26.039 --> 01:31.247
Sie studierte Medizin an der Universität Marburg,
promovierte dort und war dann Assistenzärztin

01:31.247 --> 01:34.585
der Kinder-Onkologie in der Universität Köln tätig.

01:34.585 --> 01:40.729
Sie erhielt Forschungsstipendien im Bereich Onkologie-Hämatologie
am Max-Planck-Institut in München, sowie an der

01:40.729 --> 01:44.803
University of Texas und dem Health Science Center in Houston.

01:44.803 --> 01:51.516
Sie hat regelmäßige Auslandseinsätze zu verzeichnen
in den Philippinen, in Indien, Nepal und in Tansania.

01:51.516 --> 01:59.078
Und Monika Krout war in eigener naturkundig orientierter Praxis
als Fachärztin für Allgemeinmedizin niedergelassen und forscht

01:59.078 --> 02:06.776
im Bereich Elektrohypersensitivität, insbesondere über den
Zusammenhang von Herzratenvariabilität und Mobilfunkstrahlung.

02:06.776 --> 02:13.243
Sie ist seit 2021 frühberentet, sie ist verwitwet,
Mutter von drei erwachsenen Kindern und auch schon Oma.

02:13.243 --> 02:17.969
Zusammen mit ihrem Lebensgefährten betreibt sie einen Forellenhof
in der Eifel mit dem Schwerpunkt, und noch

02:17.969 --> 02:22.776
ein paar andere Tiere, und dem Erhalt vom
Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

02:22.776 --> 02:30.381
Wir sind sehr gespannt, liebe Monika, auf deinen Vortrag mit dem
Thema „Elektrohypersensible Flüchtlinge im eigenen Land“, in dem

02:30.381 --> 02:37.279
du auch von deinen eigenen sehr bedrückenden Erlebnissen im
Zusammenhang mit der Elektrohypersensibilität und dem Tod

02:37.279 --> 02:42.316
deines Mannes berichtest. Ich darf dir das Wort übergeben.

02:59.392 --> 03:03.592
Erst einmal danke fürs Zuhören und ich hoffe,
alle haben noch ein bisschen Luft, um die

03:03.592 --> 03:07.478
letzten zwanzig Minuten mit mir hier zu machen.

03:07.478 --> 03:13.756
Mein Thema ist „Flüchtlinge im eigenen Land“, einfach …
ja ich bin ja aus zwei Gründen … ich bin selbst betroffen.

03:13.756 --> 03:21.116
Ich habe jetzt drei Wochen mich echt vorbereitet,
um mit vielen Dingen wirklich hier sein zu können.

03:21.116 --> 03:25.272
Mit Inhalationsgerät, aber ich bin jetzt wirklich hier.

03:25.272 --> 03:33.569
Mein Mann war betroffen, mein Mann ist daran verstorben und in
der Praxis habe ich so viele Elektrosensible als Patienten

03:33.569 --> 03:40.357
gehabt, so viele Hilferufe gehabt, denen ich nicht
wirklich helfen konnte, weil die Politiker nicht

03:40.357 --> 03:45.797
mitgespielt haben und deswegen bin ich jetzt erstmal hier.

03:45.797 --> 03:54.892
Flüchtlinge im eigenen Land. Man sieht als Symbol den
Kolibri im gelben Herzen, und das ist das weltweite Zeichen

03:54.892 --> 04:01.449
für uns Menschen mit EHS, so nennen wir es in Kurzform.

04:01.449 --> 04:08.390
Ja, ich weiß gar nicht, wer das überhaupt weiß, was
ein Kolibri bedeutet, was das für tolle Tiere sind.

04:08.390 --> 04:17.690
Wenn man sich mit dem Kolibri befasst, stellt man fest, dass die
Kolibris bei einem Waldbrand als einziges Tier nicht flüchten.

04:17.690 --> 04:26.496
Alle Tiere sind weg, alle Menschen sind weg und der Kolibri
macht noch etwas Besonderes, er fliegt zum nächsten Fluss

04:26.496 --> 04:31.451
und holt Tropfen für Tropfen, um den Waldbrand zu löschen.

04:31.451 --> 04:33.675
Und mir kam die Idee, wo ich jetzt hier sitze.

04:33.675 --> 04:41.692
Boah, wow, wir sind hier schon, ich weiß nicht wie viele
Kolibris, die wir versuchen, Tropfen für Tropfen, gegen diese

04:41.692 --> 04:48.961
Geschichte, gegen die Gefahr von Mobilfunk, von
schädlichen Impfungen und sonst etwas, anzugehen – und lade

04:48.961 --> 04:54.266
einfach auch die Zuhörer online ein, Kolibris zu sein.

04:59.809 --> 05:07.575
Das Ganze gewürzt mit Herz. Und Herz und Verstand
gehören zusammen, und ich denke, wenn wir was

05:07.575 --> 05:12.567
machen, sollten wir es immer nur mit Herz angehen.

05:12.567 --> 05:21.217
Und natürlich immer mit dem Verstand, wo machen wir vernünftige
Entscheidungen, und mir ist ganz klar, Mobilfunk können

05:21.217 --> 05:30.912
wir nicht abschaffen, aber es gibt Lösungsmöglichkeiten
und deswegen können wir zusammenarbeiten. Das ist möglich.

05:30.912 --> 05:34.197
Kurzer Hintergrund: Farbe gelb finde ich spannend.

05:34.197 --> 05:43.834
Früher hat man, das kennen viele von uns Älteren noch,
da gab es noch die Bergbauminen und dort hat man Kanarienvögel,

05:43.834 --> 05:48.505
gelbe Kanarienvögel, im Käfig mit runter genommen.

05:48.505 --> 05:57.447
Und wenn die keine Luft mehr bekamen, dann war es
gefährlich, und dann mussten die Bergleute aus der Mine.

05:57.447 --> 06:05.932
Und ich glaube, viele von uns Elektrosensiblen, das erkläre ich
nachher auch, sind so ein bisschen wie diese Kanarienvögel

06:05.932 --> 06:15.360
und vielleicht eine kleine Vorwarnung, was mit anderen
Menschen auch passieren kann. Nicht muss, das ist wichtig!

06:23.900 --> 06:32.716
Viele Menschen von uns Betroffenen flüchten in die Keller,
weil sie in den normalen Wohnungen nicht mehr schlafen können.

06:32.716 --> 06:38.896
Zum Schlafen, zum Arbeiten. Und Keller
sind manchmal gruselig, nicht schön.

06:38.896 --> 06:41.157
Sie flüchten aus den Wohnungen in den Wald.

06:41.157 --> 06:48.570
Ich habe selbst, ich weiß gar nicht, zwei oder drei Jahre
in einer zwei Mal zwei Meter roten Hütte im Wald bei

06:48.570 --> 06:52.840
-20°C geschlafen, weil ich keinen Strom mehr ausgehalten habe.

06:52.840 --> 07:02.440
Ich habe Funk nicht ausgehalten und habe es aber
wieder geschafft, ich habe die Kurve gekratzt.

07:02.440 --> 07:05.712
Viele ziehen um auf der Suche, wo können wir noch hin?

07:05.712 --> 07:15.391
Das war auch das Leben in meiner Praxis bis 2021, und viele von
uns haben den Arbeitsplatz verloren, und wir könnten so viel.

07:15.391 --> 07:21.097
Wir sind Lehrer, wir sind Ärzte, wir sind
Erzieher, wir sind Pfleger, wir sind Bauarbeiter, wir

07:21.097 --> 07:25.668
können so viel, wir könnten ein Mehrwert sein.

07:25.668 --> 07:30.902
Und manche Menschen sehen keinen
anderen Weg, als sich umzubringen.

07:30.902 --> 07:38.755
Und so war es auch mit meinem Mann, nachdem die Strahlung
erhöht wurde, er in der Küche kochte und ich ihm gesagt habe:

07:38.755 --> 07:45.463
„Gehe bitte in der Keller, die Strahlung ist
erhöht.“ Und er sagte: „Weißt du, ich will

07:45.463 --> 07:50.424
nicht mehr.“ Das war der Beginn, so im Film.

07:50.424 --> 07:57.826
Und auch, was der Klaus Buchner eben wirklich auch
so erzählt hat, es sind unerträgliche Schmerzen und

07:57.826 --> 08:03.315
es ist einfach das Gefängnis, wo man nicht rauskommt.

08:03.315 --> 08:15.220
Wo ich mit der Elektrosensibilität konfrontiert wurde, ich glaube
es war 2013, habe ich gedacht: „Ja, ist das jetzt Einbildung?

08:15.220 --> 08:21.760
Haben die Leute wirklich was? Man sieht es
nicht, man fühlt es nicht? Oder ist es wirklich so?“

08:21.760 --> 08:25.502
Das Bundesamt für Strahlenschutz
sagt, es ist was zwischen den Ohren.

08:25.502 --> 08:34.063
Und die Leute haben gesagt: Nein effektiv, wir haben
das Problem. Und dieser Frage gehen wir jetzt nach.

08:41.329 --> 08:52.491
Genau, der gelbe Stuhl. Viele von uns konnten nicht mehr
raus und der gelbe Stuhl steht stellvertretend für alle Menschen

08:52.491 --> 08:59.433
weltweit, die gerne hier wären und nicht hier sein können.

09:02.651 --> 09:09.852
Ich bin ein Mensch, ich komme aus der Forschung, und wenn ich
was habe, will ich immer wissen: Stimmt das, stimmt es nicht.

09:09.852 --> 09:14.857
Und ich mache immer Selbstversuche, weil dann kann ich mitreden.

09:14.857 --> 09:23.483
Also, was habe ich gemacht? Ich habe mir
ein Langzeitmessgerät für Funk genommen.

09:23.483 --> 09:27.704
Ich habe mich in unsere Praxis gesetzt, die abgeschirmt war.

09:27.704 --> 09:34.915
Ich habe einen Kollegen bestellt, der einen
Gefäßdoppler vom Kopf gemacht hat und habe ihm gesagt:

09:34.915 --> 09:41.846
„Bitte teste die rechte mittlere Gehirnarterie, die
linke mittlere Gehirnarterie und schau mal, wenn die

09:41.846 --> 09:47.942
Praxistüre aufgeht und der Funk reinkommt, ob wir was sehen.“

09:47.942 --> 09:59.904
Ja, er hat was gesehen, und zwar
sieht man unten diese verlängerten Peaks.

09:59.904 --> 10:11.034
Diese Peaks bedeuten, dass immer, wenn die Praxis-Tür aufging
(viermal), der Durchfluss durch meine rechte,

10:11.034 --> 10:21.224
mittlere Gehirnarterie gering wurde bis ganz
wegfiel, und nur die Rechte, nicht die Linke.

10:21.224 --> 10:32.214
Ich hätte das nie beeinflussen können. War die Funkbelastung
weg, sieht man hier schön wieder normale Durchflusswerte durch

10:32.214 --> 10:38.094
beide Gehirnarterien, das heißt: Gefäßverengung unter Funk.

10:38.094 --> 10:44.629
Bei mir rechts, bei dem Anderen links,
bei anderen Leuten vielleicht überall.

10:48.960 --> 11:02.109
Nächster Versuch: Ich habe hier, hier bin ich durch den
Wald gegangen und habe meine Herzfrequenz untersucht.

11:02.109 --> 11:12.787
Bei mir, bei über 1.000 Leuten, bei Lamas, Alpakas, und habe den
Leuten nicht nur ein EKG angehängt, sondern

11:12.787 --> 11:22.304
gleichzeitig ein Dosimeter an den Arm angelegt,
was eine Langzeit-Parallel-Aufzeichnung machte.

11:22.304 --> 11:31.640
Das heißt, ich konnte die Herzfrequenz mit der
Strahlenbelastung messen. Und jetzt wird es spannend.

11:37.603 --> 11:54.043
Wir sehen hier diese Peaks auf den Aufzeichnungen und die stimmen
überein mit den Strahlungs-Peaks. Das kann man ganz gut sehen.

11:54.043 --> 12:03.125
Mit einer Ausnahme: Hier geht meine Herzfrequenz hoch – nicht,
weil dort Strahlung war, sondern weil sich ein

12:03.125 --> 12:12.800
Hügel im Wald befindet, der nicht so anstrengend
für mich als Belastung war, wie die Funkbelastung.

12:12.800 --> 12:20.618
Gleiches bei Lamas, Alpakas, und die können
keinen Sendemast von einem Baum unterscheiden.

12:20.618 --> 12:28.220
Dann hat mein Vorgänger, der Klaus,
netterweise über die Blutuntersuchungen erzählt.

12:28.220 --> 12:32.466
Und die wurden mir so beschrieben: Wir
nehmen Blut ab, setzen Leute Strahlung aus,

12:32.466 --> 12:35.740
nehmen wieder Blut ab, das Blut verändert sich.

12:35.740 --> 12:44.503
Dann kam die Industrie und hat gesagt: „Ach, die Menschen, die
Blutverklumpung findet statt aufgrund der zweiten Blutabnahme.“

12:44.503 --> 12:48.243
Und da habe ich gedacht: Wisst ihr was, das machen wir anders.

12:48.243 --> 12:55.763
Ich nehme Blut ab, nehme zwei Reagenzgläser und zwei Deckträger.

12:55.763 --> 13:02.830
Das eine Glas setze ich Funk aus, das
zweite setze ich nicht Funk aus, parallel.

13:02.830 --> 13:08.913
Und dann gucke ich unter dem Dunkelfeldmikroskop,
was passiert. Und das gucken wir uns mal an.

13:08.913 --> 13:18.344
Wir sehen hier das nicht bestrahlte Blut, wir sehen ein weißes
Blutkörperchen, das ist oben dieses kleine weiße Wesen, was auf

13:18.344 --> 13:24.856
der Suche nach Bakterien und Schadstoffen ist
und sich so auf seine Reise macht, um den

13:24.856 --> 13:30.623
Menschen vor Schädlingen zu bekämpfen oder zu schützen.

13:36.763 --> 13:48.002
So, jetzt schauen wir gleich weiter und
gleich sehen wir das gleiche Blut vom gleichen

13:48.002 --> 13:55.183
Probanden, zeitgleich abgenommen, da ist es.

13:55.183 --> 14:01.243
Und hier sehen wir den Unterschied.
Die roten Blutkörperchen sind verklumpt.

14:01.243 --> 14:09.051
Wir sehen immer noch unser kleines weißes
Blutkörperchen versteckt in der Mitte, im Haufen,

14:09.051 --> 14:13.396
aber es macht gar nichts – oder kaum noch etwas.

14:13.396 --> 14:22.360
Was bedeutet: Unter Mobilfunk ist das Immunsystem auch
dadurch geschwächt, dass die weißen Blutkörperchen nicht

14:22.360 --> 14:27.336
mehr so beweglich sind. Ist das logisch? (Publikum: Ja)

14:27.336 --> 14:36.095
Gut, machen wir weiter. Dann kam eine
Patientin, eine Kunstlehrerin, und sagte:

14:36.095 --> 14:37.768
„Wissen Sie, ich mach Ihnen ein schönes Bild.“

14:37.768 --> 14:43.168
Und das zeige ich hier mit Dank an die Dame, falls sie zuschaut.

14:43.168 --> 14:52.457
Wir sehen im oberen Teil des Bildes eine Benzinzapfsäule,
vielleicht nicht so passend in dieser Zeit, und wir

14:52.457 --> 14:58.144
sehen die gesunde Strahlung, die gesunden Blutkörperchen.

14:58.144 --> 15:07.750
Der Tank-Hahn ist gut durchblutet und das Herz
freut sich über eine gute Benzinzufuhr mit Sauerstoff.

15:07.750 --> 15:12.103
Im unteren Teil sehen wir die künstliche Strahlung.

15:12.103 --> 15:22.916
Das Blut ist verklumpt, fließt natürlich langsamer,
die Gefäße sind verengt, verkrampft, wie der Klaus das

15:22.916 --> 15:28.390
sehr gut ausgedrückt hat unter dem Calcium-Einstrom.

15:28.390 --> 15:34.856
Ihr erinnert euch an die Zell-Calcium... gibt Calcium
der Zelle Signal: „Bitte, Muskeln, verkrampft euch.“

15:34.856 --> 15:39.703
Die Gefäße sind von Muskeln umgeben und verkrampfen.

15:39.703 --> 15:46.218
Die Durchblutung von Herz, von Gehirn, von
Nieren, ist unter Mobilfunk deutlich geringer

15:46.218 --> 15:50.056
und die Menschen bekommen weniger Sauerstoff.

15:50.056 --> 15:57.203
Und genau das ist die Geschichte von meinem Mann, die ich
ganz kurz hier noch erzählen möchte, weil ich es wichtig finde.

15:57.203 --> 16:06.189
Mein Mann sagte am besagten Tag: „Ich will nicht
mehr!“, bekam einen Schlaganfall und epileptische Anfälle.

16:06.189 --> 16:16.200
Ich habe ihn ins Krankenhaus gebracht, gegen seinen Willen,
mit Abschirmdecken, mit Schutz, der dort sofort entsorgt wurde.

16:16.200 --> 16:20.128
Er ist im Krankenhaus komplett ins Koma gefallen.

16:20.128 --> 16:31.336
Man hatte ein CT gemacht, das Gehirn sah aus wie das Gehirn
von Salford, was der Klaus eben gezeigt hat, das Rattengehirn.

16:31.336 --> 16:38.360
Das Gehirn war komplett zerlöchert und das schlimmste
war: Mein Mann konnte nicht mehr beatmet werden. Warum?

16:38.360 --> 16:43.640
Das Zwerchfell ist ein Muskel, das sich tief ein- und ausatmet.

16:43.640 --> 16:47.430
Das Zwerchfell meines Mannes war verkrampft.

16:47.430 --> 16:53.290
Und egal mit wie viel Beatmungsdruck man durch
die Sauerstoffkanüle ging, man konnte ihn auf den

16:53.290 --> 16:57.710
Bauch legen, man konnte ihn nicht mehr beatmen.

16:57.710 --> 17:02.150
Ja. Die Nieren haben versagt. Warum?

17:02.150 --> 17:10.720
Die Nieren werden versorgt durch kleine
Nierengefäße, die wieder durch Muskeln umgeben sind.

17:10.720 --> 17:15.470
Durch die Verkrampfung konnten die Nieren nicht mehr filtern.

17:15.470 --> 17:22.503
Er hatte ein Nierenversagen. Die Lunge
bekam keinen Sauerstoff mehr, usw. usw.

17:22.503 --> 17:28.600
Künstliche Ernährung, alles. Sechs Wochen lang habe
ich gekämpft: „Bitte bringt ihn in einen anderen Raum.“

17:28.600 --> 17:38.132
Ich war bei der Ethik-Kommission. Nach sechs Wochen
kam er von 4.000 μW/m² auf ein Zimmer, wo kaum was war.

17:38.132 --> 17:49.316
Nach drei Stunden konnte man ihn beatmen. Am nächsten Tag fing
er alleine an zu atmen, nach einer Woche saß er im Rollstuhl.

17:49.316 --> 17:58.450
Wir konnten anfangen mit Logopädie, mit Krankengymnastik,
mit allem, und die Nierenwerte wurden schnell besser.

17:58.450 --> 18:03.800
Nach Hause nehmen ging nicht, ich hatte drei
Kinder (schulpflichtig), keinen Pfleger, weil er

18:03.800 --> 18:07.363
musste immer abgesaugt werden, also Beatmungs-WG.

18:07.363 --> 18:13.816
Mit dem Vertrag, schriftlich
festgelegt: abgeschirmtes Zimmer, kein Funk.

18:13.816 --> 18:24.989
Nach zwei Wochen kam Nachtschwester Birgit:
„Ich habe ein Recht auf mein W-LAN.“ – Ja!

18:24.989 --> 18:32.056
Ich habe nachts bei meinem Mann geschlafen, musste
morgens um acht in die Praxis, habe Schwester Birgit gesagt:

18:32.056 --> 18:36.360
„Bis abends um 22.00 Uhr, wir
lassen die Tür zu, ich mache es selbst.

18:36.360 --> 18:45.152
Aber dann kommt W-LAN aus, Sie saugen
meinen Mann ab, ich muss morgen arbeiten.“

18:45.152 --> 18:56.389
Morgens um zwei ging der Alarm, und mein Mann war da,
wo er vorher war. Davon hat er sich nicht mehr erholt.

19:03.483 --> 19:11.584
Vor vierzig Jahren wurden Menschen mit Allergie
ausgelacht. Allergene konnte man nicht sehen,

19:11.584 --> 19:16.376
jetzt weiß man, dass es Allergene
gibt, auch eine Erdnuss-Allergie.

19:16.376 --> 19:21.800
Und selbst wenn ich sie nicht
habe, kann der Klaus hier sie haben.

19:21.800 --> 19:26.415
Nun werden Menschen mit Elektrohypersensibilität ausgelacht.

19:26.415 --> 19:34.556
Aber nur weil ich das Problem nicht habe, ist es
kein Beweis, dass der andere das Problem nicht hat.

19:34.556 --> 19:39.450
Und die Behandlungsmöglichkeiten, und das kann
ich Ihnen sagen, sind wirklich eingeschränkt.

19:39.450 --> 19:46.400
Ich habe viel, viel versucht, aber das
Wichtigste ist die Expositionsprophylaxe.

19:46.400 --> 19:54.471
Die Leute müssen erst aus dem Funk raus, um erst mal wieder Luft
zu holen, die Muskeln müssen sich erst

19:54.471 --> 20:02.880
entkrampfen und dann können wir mit Sauerstoff, mit
Vitaminen, Mineralien und sonstigen Dingen beisteuern.

20:02.880 --> 20:09.622
Aber das Wichtigste, und ich kenne keinen,
wo es anders ist, ist: Raus aus dem Funk.

20:09.622 --> 20:14.656
Und dann haben wir hier, wie ich auch hier, unsere Hilfsmittel.

20:14.656 --> 20:21.990
Ohne die geht es nicht. Das habe ich
mit „Bedarfs-Medikamenten“ benannt.

20:27.909 --> 20:36.478
So, das heißt elektrohypersensibel, ich definiere es mal um – wir
könnten beschwerdefrei sein in öffentlichen Verkehrsmitteln, wir

20:36.478 --> 20:42.279
könnten an Veranstaltungen teilnehmen, wir
könnten, könnten, wenn kleine Voraussetzungen

20:42.279 --> 20:46.943
geschaffen würden. Und ich habe mal gerechnet.

20:48.724 --> 21:00.657
Wenn wir der Australischen Studie glauben, 17 % der Erwachsenen
sind elektrosensibel, kommen wir bei 500 Patienten im Krankenhaus

21:00.657 --> 21:08.149
alleine auf eine Zahl von 85 Betroffenen,
teilen wir das durch drei, ja wir haben

21:08.149 --> 21:13.176
Dreier-Zimmer, kommen wir auf achtundzwanzig Zimmer.

21:13.176 --> 21:21.752
Wir könnten zwei Stationen locker füllen mit Menschen, die an
Umwelterkrankung leiden, mit Ärzten, die daran leiden,

21:21.752 --> 21:30.551
mit Pflegern, die daran leiden, und wir hätten unser
Pflegeproblem nicht gelöst, wir könnten es entlasten.

21:30.551 --> 21:34.177
Das gleiche gilt für Kindergärten, es gilt für Schulen.

21:34.177 --> 21:41.479
Ja, wir könnten wirtschaftlich viel besser stehen,
weil die meisten von uns Elektrosensiblen, wir wollen

21:41.479 --> 21:47.746
arbeiten. Wir wollen ein Teil der Gesellschaft sein.

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Wie es möglich ist, die Strahlung zu reduzieren,
wurde angesprochen und deswegen bitte ich alle:

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Helfen Sie mit, dass die Elektrohypersensibilität sichtbar
gemacht wird, dass wir, und ich spreche für alle von uns, wieder

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einen Platz in ihrer Gesellschaft haben und dass wir
gemeinsam in eine gesunde Zukunft gehen und wir

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immer weniger gelbe Stühle brauchen. Danke fürs Zuhören.
