WEBVTT

00:00.691 --> 00:05.282
Am 29. November 2026 wird in der Schweiz abgestimmt.

00:05.282 --> 00:11.505
Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet unter anderem
über die Volksinitiative „JA zu fairen Bundessteuern –

00:11.505 --> 00:15.320
auch für Ehepaare!“, kurz „Fairness-Initiative“ genannt.

00:15.320 --> 00:20.319
Sie will die steuerliche Benachteiligung von
Ehepaaren bei der direkten Bundessteuer abschaffen.

00:20.319 --> 00:26.560
Ehepaare sollen nicht mehr bezahlen als unverheiratete
Paare in vergleichbarer wirtschaftlicher Situation.

00:26.560 --> 00:30.887
Eine Heirat allein dürfe nicht zu
einer höheren Steuerbelastung führen.

00:30.887 --> 00:38.863
Die Partei „Die Mitte“ hat diese Initiative 2024
mit mehr als 120.000 Unterschriften eingereicht.

00:38.863 --> 00:45.471
Eigentlich hätte die „Fairness-Initiative“ den
Stimmbürgern zusammen mit der „Steuergerechtigkeitsinitiative

00:45.471 --> 00:50.170
(Individualbesteuerung)“ am 8. März 2026 vorgelegt werden müssen.

00:50.170 --> 00:56.400
Die „Evangelische Volkspartei“ (EVP) schreibt in einer
Medienmitteilung vom 11. September 2026, Bundesrat und Parlament

00:56.400 --> 01:03.757
hätten die „Fairness-Initiative“ so lange verzögert, dass
die beiden Vorlagen nicht gleichzeitig beurteilt werden konnten.

01:03.757 --> 01:10.809
Die Stimmbevölkerung konnte deshalb nicht zwischen verschiedenen
Optionen zur Abschaffung der „Heiratsstrafe“ wählen.

01:10.809 --> 01:17.680
Am 8. März 2026 wurde die Individualbesteuerung
mit 54 Prozent JA-Stimmen angenommen und somit die

01:17.680 --> 01:22.024
sogenannte „Heiratsstrafe“ teilweise abgeschafft.

01:22.024 --> 01:28.375
Als „Heiratsstrafe“ wird in der Schweiz die steuerliche
Ungleichbehandlung von verheirateten Paaren bezeichnet.

01:28.375 --> 01:34.308
Als Folge von diesem Entscheid müssen Ehepaare
künftig zwei getrennte Steuererklärungen einreichen.

01:34.308 --> 01:37.805
Einkommen und Vermögen werden getrennt veranlagt.

01:37.805 --> 01:42.280
Doppelverdiener-Paare mit ähnlich hohen
Einkommen profitieren von dieser Lösung.

01:42.280 --> 01:48.380
Enorm benachteiligt werden nun jedoch Einverdiener-Familien
und Familien mit einem kleinen Zweiteinkommen.

01:48.380 --> 01:54.027
Hat eine betreuende Person beispielsweise kein
steuerbares Einkommen, weil sie nicht berufstätig ist, kann sie

01:54.027 --> 01:57.729
ihren Anteil am Kinderabzug steuerlich nicht geltend machen.

01:57.729 --> 02:04.400
Die Ehe wurde als wirtschaftliche Einheit, in der
man füreinander Verantwortung übernimmt, abgeschafft.

02:04.400 --> 02:11.924
Nun kommt am 29. November 2026 mit der „Fairness-Initiative“
also erneut eine Steuervorlage zur Abstimmung.

02:11.924 --> 02:16.577
Im Gegensatz zur Individualbesteuerung
schlägt die „Fairness-Initiative“ einen

02:16.577 --> 02:20.560
einfacheren Weg vor, ohne neue Familienstrafe:

02:20.560 --> 02:24.987
In der Bundesverfassung soll ein
klarer Grundsatz verankert werden:

02:24.987 --> 02:30.027
„Ehepaare werden bei der direkten Bundessteuer
gemeinsam veranlagt und dürfen gegenüber anderen

02:30.027 --> 02:33.657
Steuerpflichtigen nicht benachteiligt werden.“

02:33.657 --> 02:38.915
Die Initiative schlägt dafür ein Modell
der alternativen Steuerberechnung vor:

02:38.915 --> 02:45.667
„Ehepaare reichen weiterhin gemeinsam eine
Steuererklärung ein und werden wie bisher gemeinsam veranlagt.

02:45.667 --> 02:53.018
Zusätzlich berechnet die Steuerverwaltung, wie hoch ihre
Steuerbelastung nach den Regeln für unverheiratete Personen wäre.

02:53.018 --> 02:57.464
In Rechnung gestellt wird der tiefere der beiden Beträge.“

02:57.464 --> 03:02.940
Die „Fairness-Initiative“ respektiert
damit verschiedene Lebens- und Erwerbsmodelle.

03:02.940 --> 03:08.968
Wie Paare Erwerbs- und Familienarbeit aufteilen, kann sich im
Laufe des Lebens immer wieder verändern – etwa

03:08.968 --> 03:15.198
durch Familienphasen, Weiterbildung, Jobwechsel,
Selbständigkeit oder die Pflege von Angehörigen.

03:15.198 --> 03:22.400
Wer sein berufliches Pensum reduziert um Kinder zu betreuen
oder Angehörige zu pflegen, übernimmt Verantwortung für andere.

03:22.400 --> 03:26.690
Diese Arbeit verdient Wertschätzung und
darf steuerlich nicht benachteiligt werden.

03:26.690 --> 03:30.461
Wer sich kümmert, soll nicht draufzahlen.

03:30.461 --> 03:38.283
Lilian Studer, Parteipräsidentin EVP Schweiz und
Mitglied des Initiativkomitees, bringt es auf den Punkt:

03:38.283 --> 03:43.438
„Am 8. März hat die Bevölkerung entschieden,
dass die ‚Heiratsstrafe‘ abgeschafft werden soll.

03:43.438 --> 03:46.874
Am 29. November entscheidet sie, wie.

03:46.874 --> 03:54.680
Die ‚Fairness-Initiative‘ ist die letzte Chance auf
eine Lösung, die kein Familienmodell benachteiligt.“

03:54.680 --> 04:02.565
Wer die Familienarbeit stärken und mit einer fairen Lösung
die „Heiratsstrafe“ für alle gleich abschaffen will, legt

04:02.565 --> 04:07.480
deshalb unbedingt am 29. November 2026 ein JA in die Urne.

04:07.480 --> 04:12.002
Das Steuersystem soll sich an den
Menschen orientieren – nicht umgekehrt.
