~ Medienkommentar vom 17.06.2017 ~

Kein Jugoslawienkrieg mit Helmut Kohl – Willy Wimmer zum Tod des deutschen Altkanzlers (2 von 2)

Chip-Implantatentwicklung birgt gewaltiges Missbrauchspotential in sich Samstag, 17.06.2017 (1 von 2)
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Kein Jugoslawienkrieg mit Helmut Kohl – Willy Wimmer zum Tod des deutschen Altkanzlers Samstag, 17.06.2017 (2 von 2)

Der am 16. Juni verstorbene Altbundeskanzler Helmut Kohl war für Willy Wimmer ein Mann des Friedens, mit dem es keinen Jugoslawienkrieg gegeben hätte. Sein Tun würde noch bis in die heutige Zeit rüber strahlen. In seinem Interview berichtet Wimmer von seinen Beziehungen mit Helmut Kohl und warum dieser damals abgewählt wurde.

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"Kein Jugoslawienkrieg mit Helmut Kohl – Willy Wimmer zum Tod des deutschen Altkanzlers"

Kein Jugoslawienkrieg mit Helmut Kohl – Willy Wimmer zum Tod des deutschen Altkanzlers 17.06.2017

Gestern, am 16. Juni verstarb der deutsche Altkanzler Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren. Als sein größter Erfolg gilt die Wiedervereinigung Deutschlands. Für Willy Wimmer, der über 30 Jahre im deutschen Bundestag tätig war, war der verstorbene Altkanzler „ein Mann des Friedens“. Mit Helmut Kohl wäre es laut Wimmer zum Beispiel nicht zum Jugoslawienkrieg gekommen – dem ersten Krieg auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Folgenden zeigen wir Ihnen ein Kurzinterview des internationalen Fernsehsenders „RT Deutsch“ mit Willy Wimmer zur historischen Rolle Helmut Kohls. Was immer man von Altkanzler Kohl denken und wie man seine erbrachten Leistungen bewerten mag – es lohnt sich, diese Sicht Wimmers aus einer Friedensperspektive anzuhören. Interview Interviewer: Herr Wimmer, in welcher Beziehung standen Sie zu Helmut Kohl? Willy Wimmer: Das war eine dreigeteilte Beziehung, wenn ich das so sagen kann. Zunächst einmal als Bezirksvorsitzender der niederrheinischen CDU mit etwa 27.000 Mitgliedern – also einem richtig großen Landesverband, würde man heute sagen – bis zu meiner Zeit, wo ich ins Kabinett eintrat als parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Und die richtig enge Zusammenarbeit mit Helmut Kohl hat sich für mich abgespielt, als ich 1992 mit Gerhard Stoltenberg das Verteidigungsministerium verließ und dann eine sehr enge Zusammenarbeit mit Helmut Kohl hatte, weil er mich mit Sonderaufträgen zu Vieraugengesprächen zwischen Tokio, Jakarta und Washington durch die Welt geschickt hat. Und das so selten – vor allen Dingen auch die Vieraugengespräche mit dem jugoslawischen Staatspräsidenten Miloševic. Mit Helmut Kohl hätte es den Jugoslawienkrieg nie im Leben gegeben. Interviewer: Herr Wimmer, was bedeutet der Verlust einer so großen politischen Persönlichkeit für die Bundesrepublik? Willy Wimmer: Ja das ist jetzt natürlich zunächst mal historisch zu werten. Aber das Tun von Helmut Kohl strahlt ja bis in die heutige Zeit rüber und macht eben deutlich, in welcher verhängnisvollen Weise sich inzwischen deutsche Politik abspielt. Ich habe in der Zeit vor der Wiedervereinigung völlig unaufgefordert – das war also nicht ein Auftrag von Helmut Kohl – ihm eine Denkschrift über die NATO-Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschland zukommen lassen können mit dem Hinweis: nur deutsche Truppen auf dem Gebiet der noch bestehenden DDR, und die NATO unter keinen Umständen jenseits der Oder in Richtung Osten. Er hat ja diese Denkschrift zum Gegenstand der Wiedervereinigungsverträge gemacht. Und wenn man heute die Entwicklung sieht: Wenn es bei seiner Politik geblieben wäre, hätten wir die Probleme, die es heute in Europa gibt, so jedenfalls nicht, und es gäbe eine ganz andere Form des Zusammenlebens in Europa. Das ist ein Punkt. Das zweite ist, Helmut Kohl war ein Mann des Friedens. Und das macht ja auch deutlich, mit welchem Engagement und mit welchem Einsatz er sich um die Dinge auf dem Balkan gekümmert hat. Und wir haben ja bei dieser ganzen Entwicklung immer wieder gesehen, die Amerikaner wollten den Krieg, Helmut Kohl wollte den Frieden und deswegen – natürlich auch neben innenpolitischen Gründen – ist er bei der Bundestagswahl 1998 abgewählt worden, um den Krieg zu ermöglichen. Das sind alles Dinge, die man sehen muss und die bis heute nachwirken. Und er wäre mit Sicherheit, wie auch in seiner aktiven Zeit, der Garant für eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen Moskau, Berlin und Washington geblieben, wenn man ihn im Amte weiter gesehen hätte.

von ts.


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