~ Medienkommentar vom 11.11.2017 ~

Medienkommentar Politik

Weltfriede – auf welches Pferd soll man setzen? (1 von 1)

Investieren statt ruinieren, scheint Chinas neue Devise zu sein. So baut das Riesenreich u.a. mit der Russischen Föderation zusammen an einer neuen sogenannten Seidenstraße. Quer durch die zentralasiatischen Staaten werden Pipelines, Eisenbahnen und Autobahnen gebaut. Sind diese Entwicklungen in China und Russland, die sich vordergründig positiv von dem aggressiven US- und EU-Imperialismus abheben, Hoffnungsträger für den ersehnten Weltfrieden?

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"Weltfriede – auf welches Pferd soll man setzen?"

Weltfriede – auf welches Pferd soll man setzen? 11.11.2017

Xi Jinping, frisch wiedergewählter Parteichef der Kommunistischen Partei Chinas und somit Chinas Staatschef, hat die Weltpolitik verändert. Als er im Jahr 2013 erstmals zum Parteichef gewählt wurde, stellte er umgehend eine neue außenpolitische Strategie vor. Zwischenzeitlich hat China eine historisch einmalige Phase der internationalen Zusammenarbeit eingeläutet. Zwischen China und Europa baut das Riesenreich auf dem eurasischen Kontinent an einer neuen sogenannten Seidenstraße, auch Projekt "Belt and Road" genannt, welche die Regionen miteinander verbindet. Diese Infrastruktur umfasst Straßen, Eisenbahnlinien, Pipelines und Häfen. Gerade erst im Mai diesen Jahres hatte Xi Jinping die Regierungen der Welt zu Abstimmungsgesprächen nach Peking eingeladen. Mit seiner neuen Außenpolitik der Zusammenarbeit stellt Chinas Staatschef auch die EU-Politik in den Schatten. Griechenland ist hierzu ein vielsagendes Beispiel. Die globale Finanzkrise von 2008 traf das Mittelmeerland heftiger als viele andere EU-Staaten. Doch anstatt eine gemeinsame europäische Lösung zu finden, setzte die EU-Kommission Maßnahmen durch, die Griechenlands Verschuldung steigerte und die Bevölkerung noch mehr verelenden ließ. Dass es auch einen anderen Ansatz in der Entwicklungspolitik gibt, führen ausgerechnet die Chinesen vor: Seit inzwischen acht Jahren engagiert sich das staatliche Logistikunternehmen China Ocean Shipping Company (COSCO) in Griechenland. Mithilfe der China Development Bank (CDB) kauften die Chinesen im Jahr 2016 die Mehrheit am einzigen großen Tiefwasserhafen zwischen Suezkanal und Bosporus. Für 280 Millionen Euro übernahm Cosco abgewrackte Terminals in einem vernachlässigten Hafen in Piräus. Inzwischen haben die Chinesen dort mehr als eine Milliarde Euro investiert, mehr als 3.000 Menschen beschäftigt Cosco direkt, an jeder dieser Arbeitsstellen hängen fünf weitere Jobs. Nur wenig später hatte Piräus den modernsten Containerhafen der Europäischen Union. Der Umschlag stieg bereits um das Achtfache, im kommenden Jahr soll er um ein weiteres Drittel zulegen. Chinesische Unternehmen beliefern von Piräus aus Südeuropa, Südosteuropa, und demnächst auch Mitteleuropa – egal ob es um Energie und Pipelines geht, um Tourismus, oder um den Export der griechischen Landwirtschaft. Inzwischen bespricht Griechenlands Präsident Alexis Tsipras seine Projekte eher mit Chinas Präsident Xi Jinping, bevor er die EU-Partner informiert, heißt es in Athen. Investieren statt ruinieren, scheint Chinas neue Devise zu sein, mit der es sich offensichtlich Freunde macht. Auch aus der Russischen Föderation kommen ähnliche Berichte wie aus Piräus: Quer durch die zentralasiatischen Staaten bauen China und Russland Pipelines, Eisenbahnen und Autobahnen. Ein wesentlicher Weg der neuen Seidenstraße verläuft über Russland nach Europa. In diesem Wirtschaftsraum wird sogar der Dollar als Weltzahlungsmittel verdrängt. So hat Chinas Devisenbörse am 9. Oktober 2017 ein Bezahlsystem für Transaktionen in Rubel und Yuan eingeführt, wie die russische Wirtschaftszeitung „Expert“ berichtete. Diese neue Plattform macht es möglich, internationale Handelsgeschäfte ohne Umweg über den Dollar abzurechnen. Diese interessanten und sicherlich auch vielversprechenden Entwicklungen, die sich vordergründig positiv von dem aggressiven US- und auch EU-Imperialismus abheben, lassen in den Augen etlicher Kommentatoren China und Russland als Hoffnungsträger für den ersehnten Weltfrieden erscheinen. Wie sich alles entwickeln wird, bleibt zu beobachten. Doch eines ist sicher: So manches, anfänglich gute Arbeitsverhältnis wurde wieder aufgelöst, so manche Freundschaft und Ehe ging auseinander, sobald offenbar wurde, dass alle Freundlichkeit und Großzügigkeit letztlich nur aus dem Eigennutz heraus geschah. Für den universellen Frieden, nach dem sich die Welt sehnt, braucht es besondere innere Qualitäten und Motive, will man sich nicht abermals eine große Enttäuschung einhandeln. Diese Qualität muss vor allem vom Volk und nicht allein von der Politik ausgehen. Sehen Sie nun in dem nachfolgenden ca. zwanzigminütigen Zusammenschnitt aus einem Internationalen Freundschaftstreffen, wie sich unterschiedlichste Menschen von Herz zu Herz begegnen: „Ich brauche Dich und ich liebe Dich“. Wer auf dieses Pferd setzt, macht hinsichtlich Weltfrieden sicher nichts verkehrt!

von hm


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