Samstag 15. August 2015

Medienkommentar Politik

Soll der Wiedereinstieg Japans in die Atomkraft den Weg zu Atomwaffen freihalten? (2 von 2)

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Soll der Wiedereinstieg Japans in die Atomkraft den Weg zu Atomwaffen freihalten? Samstag, 15.08.2015 (2 von 2)

Erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima vor gut vier Jahren hat Japan am 11. August wieder einen Kernreaktor in Betrieb genommen. Bis zuletzt hatten Bürger vor Gericht versucht, das Vorhaben zu stoppen. Die Mehrheit der Bevölkerung, je nach Umfrage 60-70%, lehnt...

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Soll der Wiedereinstieg Japans in die Atomkraft den Weg zu Atomwaffen freihalten? 15.08.2015

Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima vor gut vier Jahren hat Japan am 11. August wieder einen Kernreaktor in Betrieb genommen. Bis zuletzt hatten Bürger vor Gericht versucht, das Vorhaben zu stoppen. Die Mehrheit der Bevölkerung, je nach Umfrage 60-70%, lehnt nach der Kernschmelze in Fukushima und der großräumigen Verstrahlung der ganzen Region die Wiederinbetriebnahme der insgesamt noch 43 funktionstüchtigen Atomanlagen ab. Der Deutschlandfunk (DLF) berichtete dazu am 11.8.2015, dass die japanische Regierung ihr Ziel, den Wiedereinstieg in die Atomkraft, nun erreicht habe. Auch der mächtige Wirtschaftsdachverband Keidanren applaudiere. Dessen Sprecher betont: Kernenergie ist nicht nur wirtschaftlich effizient, sondern auch wichtig für unsere Energiesicherheit. Zuerst wollen wir uns mit der Frage der Effizienz befassen: Dazu ziehen wir Deutschland als Vergleich heran. In dem Dokumentarfilm „Friedlich in die Katastrophe“ von Dr. Holger Strohm heißt es: „Weit über 200 Mrd. € sind in Deutschland direkt oder indirekt aus Steuergeldern in die Atomindustrie geflossen – bisher - ohne die noch unkalkulierbaren Folgekosten. Es ist die höchst subventionierte Industrie überhaupt. Die Wirtschaftlichkeit von Atomkraftwerken ist der größte Schwindel unserer Zeit. Betrachtet man die Investition in die Anlagen und den Aufwand, den hochradioaktiven Müll zu kontrollieren, übersteigen die Kosten jede andere Energieform bei weitem, abgesehen von dem extrem hohen Risiko für Leib und Leben. Die Atomindustrie wäre sofort bankrott, wenn sie die wirklichen Kosten selber zu tragen hätte. Die Rechnung bezahlt die Bevölkerung und sie trägt das Risiko.“ Nun zurück nach Japan: Warum nun soll trotz gigantischer Kosten und Risiken in Japan zur Atomkraft zurückgekehrt werden? Auf die Gründe dazu geht DLF am 11.8.2015 wie folgt ein: „Kritiker verweisen …darauf, dass in Japan seit 2011 auch ohne Atomkraft keine Lichter ausgegangen sind. Teils, weil fossile Brennstoffe importiert worden sind, aber auch, weil erneuerbare Energien, vor allem die Nutzung von Sonne und Wind im großen Tempo aufgebaut wurden. Doch daran verdient weder die Regierung noch die Atomindustrie. Außerdem plant Japan, Atomkraftwerke ins Ausland zu verkaufen. Und schließlich, so heißt es, wolle man sich durch die weitere Produktion von Plutonium die Möglichkeit offen halten, Atombomben zu bauen, sollte sich der Dauerkonflikt mit China weiter zuspitzen.“ Auf den letzten Punkt, sich den Bau von Atombomben zu ermöglichen, wollen wir an dieser Stelle etwas näher eingehen. Ein Interview mit Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Scheer, ehemaliges Mitglied des deutschen Bundestages von 1980-2011, lässt hierzu aufhorchen. Er hinterfragt, warum an der Atomenergie immer noch festgehalten wird, trotz aller Risiken und obwohl selbst das ökonomische Argument entfällt. Es ist ja beweisbar, dass erneuerbare Energien, wenn man richtig rechnet und alle Kosten einbezieht, sogar billiger sind. Er kommt zu dem Schluss, dass nur ein Punkt übrig bleibt, der das Festhalten an der Atomenergie erklärbar macht: Es sei die Atombombe selbst. … Alle Atombombenländer würden niemals die Atomenergie, die Atomkraftanlagen, ihre Forschungszentren aufgeben, solange sie Atomwaffen haben. Denn sonst würde die Atomwaffe sündhaft teuer für sie, so dass sie nur aus diesem Grund an der Atomenergie festhielten, aber diesen Grund nicht öffentlich zugeben…. Soweit die Aussagen von Prof. Scheer. Wie anfangs erläutert, flossen schon viele Milliarden Steuergelder in Atomanlagen. Die Bevölkerung hat dabei die effiziente Stromversorgung vor Augen. Man könnte jedoch sagen, dass der Strom eher ein „Nebenprodukt“ ist, es in der Hauptsache aber um das militärische Geschäft geht. Jeder Rüstungskonzern muss ohne Steuersubventionen auskommen, die Atomindustrie erhält dem gegenüber aber gigantische Summen. Unter der Tarnkappe der zivilen Nutzung kann der militärische Atomsektor also widerstandsfrei, lautlos und profitabel Rüstungsvorhaben durchziehen. Doch lassen wir uns nicht täuschen: Noch investiert der Steuerzahler in dem Glauben an eine billige, ja fast alternativlose Energie in Atomkraftanlagen und Forschungsanlagen. Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, mit dieser Gegenstimme möchten wir Sie anregen, selber weiter zu forschen, zu hinterfragen und auch nach Alternativen zu suchen, selbst dann, wenn etwas als alternativlos dargestellt wird. Guten Abend.

von ag.

Quellen/Links: http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article145059242/Japan-kehrt-zur-Atomenergie-zurueck.html
Informationen am Morgen, Hanefeld,Jürgen: Japan fährt ersten Atomreaktor hoch, DLF, 11.8.2015, 6:11 Uhr Holger Strohm: Film „Friedlich in die Katastrophe“ von COSMIC CADER, 2012

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