Montag 17. April 2017

Politik | 17.04.2017

Abwurf der US-Superbombe in Afghanistan: Strategie zu noch mehr Einfluss und Macht (Lehrfilm „Wie funktionieren moderne Kriege?“) (1 von 1)

Erstmals haben die USA ihre größte nichtatomare Bombe MOAB im Kampfeinsatz über Afghanistan abgeworfen. Warum setzten die US-Streitkräfte gerade jetzt ihren größten konventionellen Sprengkörper gegen den IS ein, der erst im Jahr 2015 in Afghanistan aufgetaucht war und dort nie mehr als 3000 Kämpfer gehabt haben soll? Welche Strategie und Ziele hinter diesem Angriff stecken, erfahren Sie sowohl in dieser Sendung als auch im Lehrfilm "Wie funktionieren moderne Kriege?".

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Abwurf der US-Superbombe in Afghanistan: Strategie zu noch mehr Einfluss und Macht (Lehrfilm „Wie funktionieren moderne Kriege?“) 17.04.2017

Am 14. April 2017 vermeldeten die etablierten Medien, dass US-Streitkräfte erstmals ihre stärkste nicht-atomare Bombe in einem Kampfeinsatz in Afghanistan abgeworfen haben. Die Bombe des Typs GBU-43/B wird auch „Massive Ordnance Air Blast“ (MOAB), zu Deutsch „Mächtige Luft-Explosions-Waffe“ oder „Mutter aller Bomben“ genannt. Sie enthält über acht Tonnen Sprengstoff, entwickelt einen Sprengradius von 150 Meter und kostet 16 Millionen US-Dollar pro Stück! Bei dem Angriff sei eine wichtige Kommandozentrale der Terrorarmee Islamischer Staat (IS) völlig zerstört worden, teilte das afghanische Verteidigungsministerium mit. Die Bombe habe einen 300 Meter langen Tunnel vernichtet und 94 mutmaßliche IS-Kämpfer getötet. Zivilisten seien nicht verletzt worden. Stammesälteste berichteten, dass afghanische Truppen vor dem Bombenabwurf noch verbliebene Anwohner weggebracht hatten. Der IS dementierte, dass beim Angriff Kämpfer der Terrormiliz getötet oder verletzt worden seien. Die militärische Bedeutung der Bombe ist umstritten. Sie gilt wegen ihrer Größe und der enormen Druckwelle vor allem als Mittel der psychologischen Kriegsführung. Der Kommandant der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson, begründete den Einsatz der Bombe damit, dass es „die richtige Munition“ sei, um Verteidigungsstellungen mit Sprengsätzen der IS aus dem Weg zu räumen. US-Präsident Donald Trump sprach von einer „sehr, sehr erfolgreichen“ Mission. Auf Fragen, ob der Einsatz der Bombe auch als Warnung an Nordkorea gedacht sei, antwortete Trump, dies mache keinen Unterschied. Ich zitiere: „Ich weiß nicht, ob das eine Botschaft sendet. Es ist auch egal, ob es das tut oder nicht. Nordkorea ist ein Problem. Das Problem wird gelöst werden.“ Warum denn setzten die US-Streitkräfte gerade jetzt ihren größten konventionellen Sprengkörper gegen den IS ein, der erst im Jahr 2015 in Afghanistan aufgetaucht war und dort nie mehr als 3.000 Kämpfer gehabt haben soll? Aufschluss über imperialistische Kriegsstrategien gibt unser Lehrfilm „Wie funktionieren moderne Kriege?“ Darin wird aufgezeigt, wie der sogenannte Angreifer es schafft, ganze Länder und Regionen als Zielobjekt zu schwächen und ins totale Chaos zu stürzen. Anschließend spielt er sich als Retter auf und besiegt alle seine größten Rivalen. Der Angreifer ist mit einem „Imperium“ gleichzusetzen. In der Geschichte gab es solche Angriffe immer wieder durch Staaten, die ein Imperium darstellten. Sie waren nämlich eine beschränkte Zeit lang mächtiger und einflussreicher als andere. Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser verwendet die Bezeichnung „Imperium USA“, um auf die realen Machverhältnisse seit 1945 hinzuweisen. Die USA seien noch vor China die größte Wirtschaftsmacht, verfügen über die Weltreservewährung und können diese selber drucken, so Dr. Ganser. Militärisch sei die Überlegenheit der USA mit ihren mehr als 700 Militärstützpunkten in mindestens 42 fremden Ländern groß. Russland dagegen unterhält rund 30 Militärstützpunkte in 9 fremden Ländern. Auf eingeblendeter Karte sind die russischen Stützpunkte in rot und die amerikanischen in blau angegeben. Laut Daniele Ganser haben Imperien oft versucht, ihre Position der Stärke zu nutzen, um noch mehr Einfluss und Macht zu erlangen. Und genau diese Strategien um noch mehr Einfluss und Macht legt der Lehrfilm „Wie funktionieren moderne Kriege?“ dar. Eine Schlüsselrolle dabei spielen verschiedenste Söldner- oder Terrorgruppen, die vom Angreifer ausgerüstet, finanziert und instrumentalisiert werden. So ist bekannt, dass das „islamistische“ Terrornetzwerk durch den US-Geheimdienstapparat im Krieg Afghanistans gegen die Sowjetunion im Jahr 1979 geschaffen wurde. Seither werden sogenannt dschihadistische, gewalttätige Gruppierungen – die nichts mit der praktizierten Religion des Islams zu tun haben – wie der „Islamische Staat“ (IS), die „al-Qaida“, usw. für politische Zwecke der USA und anderer Staaten gezielt instrumentalisiert. Ein am 18. Mai 2015 veröffentlichtes, bisher geheimes US-Dokument belegt, dass die USA, die Türkei und die Golfstaaten den „Islamischen Staat“ bewusst gefördert haben, um die syrische Regierung unter Druck zu setzen und den Einfluss des Irans einzudämmen. Einzelheiten finden Sie in eingeblendeten Sendungen: www.kla.tv/7130, www.kla.tv/7138 , www.kla.tv/7751. Eine wesentliche Strategie des Angreifers, in diesem Fall des „Imperium USA“, ist laut unserem Lehrfilm, dass die zuvor instrumentalisierten sogenannten „Helden“ – nun aber nur noch Terroristen genannt – durch „radikales Eingreifen“ beseitigt werden. Dadurch wird der Angreifer das zuvor ins totale Chaos gestürzte Land und seine Ressourcen komplett übernehmen und „sich als Retter feiern lassen“. Dass es sich bei der kürzlich abgeworfenen Superbombe gegen den IS um ein „radikales Eingreifen“ handelt, dürfte wohl kaum umstritten sein. Sehen Sie nun den Lehrfilm „Wie funktionieren moderne Kriege“ und studieren Sie die immer wiederkehrenden Strickmuster.

von dd.


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