Montag 12. Juni 2017

Medienkommentar Medien

Mossul – auch westliche Medien berichten endlich, wie der IS tickt (1 von 2)

Mossul – auch westliche Medien berichten endlich, wie der IS tickt Montag, 12.06.2017 (1 von 2)
Weißbuch der Bundeswehr – Gewöhnung an zunehmende Militarisierung in kleinen Schritten Montag, 12.06.2017 (2 von 2)

Die Befreiungsoffensive von Mossul (Irak) dauert nach wie vor an und kostet zahlreiche zivile Opfer, darunter auch Kinder. Schuld an dem ganzen Leid sind, laut westlichen Leitmedien, die IS-Terroristen. Noch ein Jahr zuvor wurde auch in Aleppo (Syrien) eine Befreiungsoffensive von regierungseigenen Truppen geführt. Damals gaben die westlichen Leitmedien der syrischen Regierung und ihrem Verbündeten Russland die Schuld. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel der Leitmedien?

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Mossul – auch westliche Medien berichten endlich, wie der IS tickt 12.06.2017

Seit letzten Oktober 2016 dauert die Offensive zur Befreiung Mossuls, der zweitgrößten Stadt im Irak. Diese wird von der irakischen Armee geführt, die von Kampfjets der US-geleiteten Anti-IS-Koalition unterstützt wird. Bis Januar sei die Stadt befreit, hatte Iraks Regierung noch versprochen, doch gekämpft wird immer noch – auf Kosten der Zivilbevölkerung, wie die deutsche Journalistin Birgit Svensson am 15. Mai aus Bagdad berichtete. Am 9. Juni vermeldeten nun das Schweizer Radio und Fernsehen SRF sowie andere Leitmedien, dass die Lage der umkämpften IS-Hochburg Mossul immer dramatischer werde. SRF wörtlich: „Tausende Zivilisten versuchen zu fliehen, doch die IS-Terroristen wollen dies mit allen Mitteln verhindern. Laut UNO-Angaben wurden allein in den letzten zwei Wochen mehr als 230 Zivilisten auf der Flucht ermordet.“ Im Westteil Mossuls seien noch bis zu 200.000 Zivilisten eingeschlossen. Laut Andreas Zumach, UNO-Korrespondent bei der deutschen Tageszeitung taz, missbrauche der IS diese Menschen als menschliche Schutzschilde. Auf diese Weise sei es für die Befreier – vor allem für jene, welche den IS aus der Luft angreifen – viel schwieriger, die Terroristen zu treffen, weil immer die Gefahr von zivilen Opfern bestehe. Tatsächlich sind bereits mehrere hundert Menschen bei Bombardements der US-geführten Koalition getötet worden, wie SRF zugab. Endlich also scheinen auch die etablierten Medien zu begreifen, wie kaltblütig Terrororganisationen, wie der IS, ticken. Als es im vergangenen Jahr um die Offensive zur Befreiung Aleppos, der zweitgrößten Stadt Syriens, ging, schienen es die westlichen Leitmedien und Politiker noch nicht verstanden zu haben. Damals führte die syrische Regierung in Zusammenarbeit mit Russland und dem Iran eine Offensive zur Befreiung Ost-Aleppos von terroristischen Gruppen durch. Im Dezember 2016 endete diese dann auch erfolgreich, wie Klagemauer.TV berichtete. Obwohl damals zahlreiche Augenzeugen vermeldeten, wie die Bewohner Ost-Aleppos von den Rebellen als menschliche Schutzschilde missbraucht wurden, schien dies in den etablierten Medien kein Thema zu sein. Auch nicht, dass die Rebellen auf Menschen, die aus Ost-Aleppo fliehen wollten, das Feuer eröffneten, wie Bildmaterial und Aussagen vieler Geflüchteter belegen. Auch waren die zahllosen Zeugnisse von Menschen, die von der syrischen Armee befreit wurden und ausnahmslos von den Gräueltaten der Rebellen erzählten, den westlichen Leitmedien kaum eine Zeile wert. Klagemauer.TV wies in mehreren Sendungen auf diese unterdrückten Gegenstimmen hin. Anstatt auf das brutale Vorgehen der Rebellen und Terroristen, als Ursache der Tragödie in Ost-Aleppo, hinzuweisen, waren für die etablierten Medien einzig Assad und sein Verbündeter Russland die Schuldigen. Dies, obwohl hunderttausende Zivilisten in Ost-Aleppo befreit wurden und diese sich bei der syrischen Armee bedankten. In Mossul genau andersherum: Da sind nun auf einmal die Terroristen schuld an der ganzen Tragödie und von den zivilen Opfern durch die Luftanschläge der US-geführten Anti-IS-Koalition wird nur nebenbei mal etwas erwähnt. Und schon gar nicht ist sie die Schuldige. So zum Beispiel bestätigte der Hohe Kommissar der UN für Menschenrechte (UNHCR), dass es bei einem Luftangriff der US-Koalition am 31. Mai zwischen 50 und 80 tote Zivilisten gegeben habe. Schon bei einem Luftangriff der Anti-IS-Koalition am 17. März auf ein Gebäude hatten mehr als 100 Zivilisten in Mossul ihr Leben verloren. Das Pentagon bestätigte damals die zivilen Verluste. Dass es sich hierbei nur um die Spitze des Eisbergs handeln dürfte, zeigte die irakische Geologin Dr. Souad Naij Al-Azzawi in der Sendung vom 27. Januar 2017 auf. Als Ende Mai US-Luftangriffe in Syrien 42 Kinderopfer gefordert hatten, bezeichnete der amerikanische Verteidigungsminister James Mattis dies als „Tatsache des Lebens“. So werden also zivile Opfer der Anti-IS-Koalition von den westlichen Politikern und Medien als Begleitschäden verharmlost. Oder könnte es sein, dass die Leitmedien gerade deshalb begriffen haben, wie kaltblütig und unberechenbar die IS-Terroristen ticken, um von den Kriegsverbrechen der US-geführten Anti-IS-Koalition abzulenken? Auf alle Fälle wird wieder einmal klar, dass die großen westlichen Medien keinesfalls neutral, sondern im Interesse der US-Politik berichten und mit deren Strippenzieher verflochten sind.

von dd.


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