Samstag 05. August 2017

Manipulation im Jugoslawienkrieg (1 von 1)

"Wir werden durch die Regierung nach Strich und Faden im NATO-Interesse belogen … Das, was die Bundesregierung seit 1999 und dem Krieg gegen Jugoslawien macht: sie lügt das deutsche Volk von einem Konflikt in den nächsten.“ Wie Willy Wimmer zu derart drastischen Aussagen kommt, geht Kla.TV nach und beleuchtet die Strategien der globalen Schachbrettspieler anhand des Jugoslawienkrieges.

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Manipulation im Jugoslawienkrieg 05.08.2017

Verehrte Zuschauer, in der folgenden Dokumentation berichten wir über die Manipulation im Jugoslawienkrieg. Entstehen aufflammende Volksunruhen, wie aktuell in Mazedonien oder in den 1990er Jahren in Jugoslawien, tatsächlich spontan, d.h. aus einer Unzufriedenheit im Volk heraus, wie es die Leitmedien darstellen? Oder steckt eine von Globalstrategen ausgeklügelte Strategie dahinter? Willy Wimmer - ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär beim deutschen Bundesminister der Verteidigung - zeigt in einem Interview vom 24.3.2017 deutliche Parallelen zwischen heutigen Konflikten und dem völkerrechtswidrigen Jugoslawien-Krieg auf. Er gelangt zu dem Schluss: „Wir werden durch die Regierung nach Strich und Faden im NATO-Interesse belogen … Das, was die Bundesregierung seit 1999 und dem Krieg gegen Jugoslawien macht: sie lügt das deutsche Volk von einem Konflikt in den nächsten“. Verehrte Damen und Herren, wie kommt Willy Wimmer zu derart drastischen Aussagen? Um das herauszufinden, beleuchten wir die Strategien der globalen Schachbrettspieler anhand des Jugoslawienkrieges. (Titel) Kriegsvorwand: Angebliche humanitäre Katastrophe: Im März 1999 beteiligte sich Deutschland, erstmals nach 50 Jahren, wieder an einem Krieg, und zwar am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen das damalige Jugoslawien. Die Luftwaffe der NATO warf 14.000 Bomben auf Jugoslawien ab. Um vor der Öffentlichkeit den Krieg zu rechtfertigen, behaupteten Politiker, es läge eine humanitäre Katastrophe vor. Diese sei nur durch einen „humanitären Krieg“ zu beenden. Doch jener Darstellung widersprach der damalige Oberstleutnant der NATO-Luftwaffe und jetzige Friedensaktivist Jochen Scholz vehement. Er stellte fest, dass der Luftkrieg bereits 1998 geplant war. Und das, obwohl gemäß einem OSZE-Bericht keine humanitäre Katastrophe vorlag. Die OSZE ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa Doch warum dann der Krieg? Aufgrund der geographischen Lage Jugoslawiens stand, gemäß Scholz, die EU- und NATO-Osterweiterung auf dem Plan. [2] Norma Brown, US-Diplomatin bei der OSZE brachte es auf den Punkt: „Tatsache ist, jeder wusste, dass es erst zu einer humanitären Katastrophe kommen würde, wenn die NATO bombardiert!“ (Titel) Wahlkampfdeal Gerhard Schröder – Bill Clinton: Nach Aussage von Oberstleutnant a.D. Jochen Scholz reiste Kanzlerkandidat Gerhard Schröder im Frühsommer 1998 während seines Wahlkampfes in die USA und sprach dort mit US-Präsident Bill Clinton über den Kosovo. Dort wurden der geplante Jugoslawienkrieg und die militärische Beteiligung Deutschlands unter Schröder angesprochen. Im Anschluss seien laut Scholz US-Wahlkampfhelfer zu Gerhard Schröder gesandt worden, damit er die Wahl zum Bundeskanzler gewinne. Ein Regierungswechsel wurde nötig, da Helmut Kohl sich nicht auf eine Kriegsbeteiligung Deutschlands eingelassen hätte. (Titel) Kriegslügen der deutschen Minister Scharping und Fischer: Für einen Kriegseintritt brauchte die deutsche Regierung die Akzeptanz der Öffentlichkeit. Verteidigungsminister Scharping und Außenminister Fischer erweckten diese durch einen Propagandatrick. Sie assoziierten die Lage im Kosovo mit der Nazivergangenheit Deutschlands und trafen so die Deutschen genau an ihrem wunden Punkt. Sie belogen die Öffentlichkeit mit Gräuelgeschichten über „ethnische Säuberungen“ in Serbien und ein Konzentrationslager in Pristina. Vorort-Recherchen der Journalisten Angerer und Werth sowie des deutschen Generals und OSZE-Mitarbeiters Heinz Loquai ergaben, dass diese frei erfunden waren. Es gab lediglich Kampfhandlungen zwischen der jugoslawischen Armee und paramilitärischen albanischen Einheiten. Dennoch erreichten Scharping und Fischer durch ihre Kriegspropaganda, dass die Öffentlichkeit einer Befreiung von den „Gräueltaten“ der Serben durch Krieg zustimmte. [4] Der NATO- Sprecher Jamie Shea sagte dazu: „Wenn wir die öffentliche Meinung in Deutschland verloren hätten, dann hätten wir sie im ganzen Bündnis verloren.“ (Titel) PR-Agenturen bereiteten Krieg in Ex-Jugoslawien vor: Im Buch „Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod“, von Jörg Becker und Mira Beham, wird aufgezeigt, wie amerikanische PR*-Agenturen im Jugoslawienkrieg medienwirksam Feindbilder aufbauten. Die einflussreiche amerikanischen Firma Ruder Finn z.B. arbeitete für drei! Kriegsparteien gleichzeitig: für die kroatische, die bosnische und kosovo-albanische Führung. Der Auftrag lautete, die Serben einseitig als Unterdrücker und Aggressoren darzustellen, die Kroaten, bosnischen Muslime und Kosovo-Albaner hingegen ausschließlich als Opfer. Die Agentur machte durch ihre „Die Serben sind Schuld-Propaganda“ die westliche Öffentlichkeit kriegsbereit. Agentur-Direktor James Harff. „Wir konnten die Serben mit den Nazis gleichsetzen. Fast unmittelbar danach benutzten die Medien eine andere Sprache mit Begriffen, wie ethnische Säuberung, Konzentrationslager usw., die man mit Bildern aus Nazideutschland und Auschwitz verbindet. Niemand konnte sich mehr dagegen wenden, ohne des Revisionismus** angeklagt zu werden. Wir hatten hundertprozentig Erfolg“. Durch die gesteuerte Konflikteskalation wurde das Eingreifen der US-Armee auf dem Balkan gerechtfertigt. (Titel) Krieg in Ex-Jugoslawien von US-Regierung geschürt: Das russlandfreundliche Jugoslawien wurde durch die Westmächte destabilisiert und in die 7 Einzelstaaten Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Montenegro, Kosovo und Mazedonien zerschlagen. Durch Schüren der inneren ethnischen Spannungen wurden die verschiedenen Volksgruppen in den 1990er-Jahren in immer neue bewaffnete Konflikte geführt. Der Ex-CIA- Agent, also des Auslandsgeheimdienstes der USA, Robert Baer, sagte dazu: „Das Ziel der Propaganda war, die Republiken Jugoslawiens auseinander zu dividieren, damit sie vom Mutterland abfallen und selbstständig werden. Wir brauchten dazu bloß einen Sündenbock, der für alles verantwortlich gemacht werden sollte, also auch für Krieg und Gewalt. Serbien wurde für diese Rolle ausgewählt…“ Der britische Offizier John Crosland bemerkte: „Die internationale Gemeinschaft hat die KLA unterstützt. US-Präsident Bill Clinton, US-Diplomat Richard Holbrooke und US-Außenministerin Madeleine Albright hatten entschieden, dass es einen Regimewechsel in Serbien geben werde …“ Die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen boten den USA letztlich eine Rechtfertigung für den völkerrechtswidrigen NATO-Angriff gegen Serbien und den Sturz des Präsidenten Slobodan Milošević. [6] Der ehemalige CIA-Agent Robert Baer entschuldigte sich nach der Zerschlagung des Staates Jugoslawien bei dessen Menschen: „Vergesst die Vergangenheit, denn sie war inszeniert und falsch. Man hat euch bloß manipuliert und man hat erreicht, was man wollte. Doch ihr dürft deswegen nicht weiterhin Hassgefühle gegeneinander hegen! Ihr müsst zeigen, dass ihr euch darüber hinwegsetzen könnt und begriffen habt, wer der eigentlich Schuldige an dieser Situation ist! Ich möchte mich aufrichtig bei euch entschuldigen!“ (Titel) Regierungswechsel in Jugoslawien von US-Außenministerium mitfinanziert: Der Regierungswechsel 2000 im damaligen Jugoslawien ist ein Beispiel von vielen, wie das US-Außenministerium über sogenannte NGO´s* an Regierungswechseln und -umstürzen beteiligt ist. Die als Oppositionsorganisation gegründete Studentenbewegung „Otpor“ war die treibende Kraft, die das jugoslawische Volk gegen Präsident Milošević aufwiegelte. Die Studenten von „Otpor“ machten gegen den jugoslawischen Präsidenten Stimmung, indem sie z.B. halb Belgrad mit Graffiti besprühten. Auf diesen wurde Milošević für die Balkan-Kriege und die katastrophale wirtschaftliche Lage verantwortlich gemacht. Die Aktionen von „Otpor“ erhielten hohe Medienaufmerksamkeit. Auf Betreiben von „Otpor“ versammelten sich fast 100.000 Menschen in Belgrad, um gegen den Präsidenten zu protestieren. Sie trugen in Massen Plakate mit der Aufschrift: „Er (Milošević) ist am Ende!“ Finanziert wurde „Otpor“ von verschiedenen NGO´s wie dem NDI** und dem NED***. Das NED wird vorwiegend vom US-Außenministerium finanziert. Am 6. Oktober 2000 legte Milošević sein Amt nieder. (Titel) Ziel und Ergebnis des Krieges: Als Ergebnis des Krieges entstand im Kosovo der zweitgrößte US-Militärstützpunkt Europas – Camp Bondsteel, mit tausenden Soldaten auf einer Fläche von 386 Hektar. Damit sicherten sich die USA durch ihre Militärpräsenz in einer strategisch wichtigen Region die Kontrolle über potenzielle Pipeline- Routen für Öl und Gas aus dem Nahen Osten und dem Osten, sowie über die kommerzielle Ausbeutung der Bodenschätze. [8] Der Britische General Michael Jackson – erster Kommandeur der NATO-geführten Kosovotruppe KFOR, sagte dazu: „Sicherlich werden wir lange hierbleiben, um die Sicherheit der Energiekorridore zu gewährleisten, die durch Mazedonien führen.“ (Schlusspunkt) Am Ende unserer Dokumentation über die Manipulation im Jugoslawienkrieg, beschäftigen wir uns mit der Antwort von Willy Wimmer auf die Frage, was wir gegen allgegenwärtige Kriegslügen tun können: „Was uns bleibt, ist das Wort.“ So wie mit Worten Kriege und Vernichtung ausgelöst werden, können diese auch durch Worte verhindert werden. Alles, was gegeneinander aufhetzt, dient letztendlich den Kriegstreibermächten, die Schwachstellen sehr gezielt für ihre globalen Schachzüge einzusetzen wissen. Durch Ihre Worte und die Verbreitung dieser Sendung können solche Zusammenhänge bewusst gemacht und letztendlich Kriege verhindert werden. Helfen Sie mit!

von mv./ag/kno./hae.

Quellen/Links: [1] https://www.kla.tv/10231
[2] https://www.kla.tv/10196
| https://nuoviso.tv/allgemein/das-versagen-der-luftabwehr-oberstleutnant-a-d-jochen-scholz/
[3] https://kenfm.de/kenfm-positionen-7-journalismus-oder-propaganda-wenn-recherche-zum-risiko-wird-podcast/
vom 10.09.2016 (ab min. 1:01:55) [4] Buch von Daniele Ganser: „Illegale Kriege“(S. 176-181) | Verteidigungsminister Rudolf Scharping: Pressekonferenz vom 28. März 1999, Jo Angerer und Mathias Werth: „Es begann mit einer Lüge“, Dokumentarfilm, 2001 [5] Buch von Jörg Becker und Mira Beham:“ Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod“, (S. 15-31) | Buch von Daniele Ganser: „Illegale Kriege“, (S. 180) [6] Buch von Daniele Ganser: „Illegale Kriege“, (S. 172) | https://www.youtube.com/watch?v=j98QBCuvOVg
[7] http://derwaechter.net/soros-half-bei-der-finanzierung-innerstaatlicher-proteste-und-warum-wir-deshalb-sehr-besorgt-sein-sollten-teil-3-serbien-und-georgien
| http://www.dasbiber.at/content/otpor-die-umsturz-gmbh
[8] http://www.gegenfrage.com/warum-unterstuetzen-die-usa-die-unabhaengigkeit-kosovos/
| Tageszeitung „Junge Welt“, 27. Januar 2005

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