Freitag 08. September 2017

Medienkommentar Politik

Koreakrise: Wer hat „um Krieg gebettelt“? (1 von 1)

Bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates am 4.September 2017 zur Nord-Korea-Krise beteuerte die US-amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley, neben verbalen Drohungen u.a. an China und Russland: „Die USA wollten niemals Krieg, auch jetzt nicht.“ Der nordkoreanische Führer Kim Jong-un hingegen „bettelt um Krieg“, so Haley. Beurteilen Sie Anhand einer Karte, die im Zeitraffer alle nuklearen Explosionen von 1945-1998 wiedergibt, selbst, wer da wirklich „um Krieg bettelt“.

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Koreakrise: Wer hat „um Krieg gebettelt“? 08.09.2017

Am 4. September, während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates zur Nordkorea-Krise, holte die US-amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley zu einem Rundumschlag aus: – Die UN forderte sie auf, gegen Nordkorea die „schärfsten Sanktionen“ zu verhängen, „die seit einer Generation je gegen ein Land“ verhängt worden seien. Sie warnte, Washington werde Maßnahmen, die es als Halbheiten betrachtet, nicht akzeptieren. – China und Russland stellte Haley vor ein Ultimatum: „Beendet sämtliche wirtschaftlichen Beziehungen zu Nordkorea – oder ihr müsst mit einem umfassenden Handelskrieg der USA gegen euch rechnen.“ Sie drohte weiter, falls China und Russland die Regierung in Pjöngjang nicht gefügig machten, würden die USA das mit militärischen Mitteln erreichen. – Haley warnte: „Die Vereinigten Staaten werden jedes Land, das Geschäfte mit Nordkorea macht, als Land ansehen, das dessen rücksichtslose und gefährliche nukleare Bestrebungen unterstützt.“ – Zu den Atomwaffen- und Raketentests Nordkoreas sagte sie wörtlich: „Er (der nordkoreanische Führer Kim Jong-un) bettelt um Krieg. Die USA wollten niemals Krieg, auch jetzt nicht.“ Nein, die US-Botschafterin bei der UNO hatte sich nicht versprochen. Ohne ein Wimpernzucken verkündete sie: „Die USA wollten niemals Krieg“. Bloß der geschichtliche Hintergrund redet eine andere Sprache. So waren es in den vergangenen 230 Jahren nicht weniger als 219 Kriege, zumeist Angriffskriege, in die die US-Administration maßgeblich verwickelt war. [www.kla.tv/9136] Das 2007 verfilmte Buch „War made easy (zu Deutsch „Krieg führen leicht gemacht) – Wenn Amerikas Präsidenten lügen“, das der US-amerikanische Journalist Norman Solomon geschrieben hat, zeigt erstaunliche Parallelen. Die Sprache und Rhetorik, derer sich US-Präsidenten und -Botschafter bedienten, sind über die Jahre nahezu identisch geblieben, wann immer es darum ging, die Bevölkerung der USA von US-Militärschlägen zu überzeugen. Durchwegs hörte man die Beteuerung, man würde den Frieden lieben und den Krieg hassen! Nur im äußersten Notfall würde man zur Gewalt greifen. All diese Beteuerungen erwiesen sich jedoch im Nachhinein als große Lüge, wie in eingeblendeten Sendungen dargelegt wird. [www.kla.tv/5195, www.kla.tv/10276, www.kla.tv/10275, www.kla.tv/11035] Darüber, dass die Regierung Kim Jong-un‘s kaum einen Krieg will, da ein solcher mit ziemlicher Sicherheit ihren Untergang bedeuten würde, sind sich selbst viele Kommentatoren etablierter Medien einig. So sagte der deutsche Politikwissenschaftler Dieter Ruloff am 4. September wörtlich: „Kim Jong-un möchte die Anerkennung der USA. Er will die Öffnung der Weltmärkte und keinen Krieg. Zudem will er die Garantie, dass die USA keinen Regimewechsel wollen, anders als im Irak mit Saddam Hussein. Man könnte also zu einem Deal mit Nordkorea kommen.“ Man könnte! Haley hingegen wies den Vorschlag des „beidseitigen Einfrierens“, den Russland und China gemacht haben, am 4. September erneut kategorisch zurück. Bei diesem Vorschlag sollten die USA und Südkorea ihre großen Militärübungen beenden und Nordkorea im Gegenzug seine Atom- und Raketentests stoppen. Somit steuert die US-Administration frontal in den nächsten Krieg und gibt wie immer den anderen die Schuld. Messen wir sie doch an ihren eigenen Worten: Die US-amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley betrachtet Atomwaffen- und Raketentests als ein „Betteln um Krieg“. Wer hat wohl die meisten Atomwaffentests durchgeführt? Sie ahnen es bereits. Im Anschluss sehen Sie die 4-minütige Kurzversion eines Videos, das 2.053 nukleare Explosionen von 1945 bis 1998 zeigt. Beurteilen Sie selbst, wer da wirklich „um Krieg bettelt“. Clip: https://www.youtube.com/watch?v=MCatl0SkeKI Übersetzungen eingefügt: Min. 0:10: Karte im Zeitraffer Nukleare Explosionen von 1945-1998 Min.0:18 2.053 nukleare Bomben sind von 1945-1998 auf der Erde und im Weltraum explodiert Min. 3:41 Was denken Sie???? [Abspann nach dem Video:] ERGÄNZUNG: Nach offiziellen Angaben führen die USA seit 1992 keine Kernwaffentests mehr durch. Jedoch führen sie bis heute regelmäßig sogenannte „subkritische nukleare Experimente“ für das eigene Kernwaffenprogramm durch. Bei diesen „subkritischen“ Tests soll es nicht zur Freisetzung von Energie aus Kernreaktionen kommen (siehe z.B. www.kla.tv/11012). Russland hat seit dem Ende der Sowjetunion 1991 keine Kernwaffentests mehr durchgeführt, soll jedoch ebenfalls weiterhin „subkritische nukleare Experimente“ durchführen. Nordkorea soll seit 2006 sechs Kernwaffentests durchgeführt haben. Weiterführende Sendung zu den vermuteten Atomwaffen Nordkoreas: Nordkoreakonflikt – „Der Verzicht auf Atomwaffen rächt sich“ [www.kla.tv/10823]

von ch-zh


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