Mittwoch 08. November 2017

Medienkommentar Gesundheit & Medizin

Abtreibungen: Gewissensfreiheit bedroht (Eindrücke einer Demo aus Saarbrücken) (1 von 1)

Klagemauer.TV erreichten zwei voneinander unabhängige Klagen von Hebammen, die aufgrund ihrer ethischen Ansichten in schwere berufliche Schwierigkeiten geraten sind. Einer Schweizer Hebamme wurde sogar gekündigt, nachdem sie erklärte, im Falle einer Abtreibung keine aktive Rolle übernehmen zu wollen. Am 21. Oktober fand trotz Widerstandes der „Marsch für das Leben“ statt. Man darf jederzeit anderer Meinung sein, auch was Abtreibung betrifft. Was aber gar nicht geht ist, wie in diesem Fall, ein unablässiges Niederpfeifen einer Rede. Jede Schmähung Andersdenkender darf in einer Demokratie nicht sein! Darum gibt Kla.tv auch diesen Menschen eine Stimme.

Direktlink zu dieser Sendung:
Direktlink zu dieser Abspielposition:
Sendung auf eigener Internetseite einbinden
"Abtreibungen: Gewissensfreiheit bedroht (Eindrücke einer Demo aus Saarbrücken)"
Alle 1 Sendungen vom "08.11.2017" einbinden

Abtreibungen: Gewissensfreiheit bedroht Eindrücke einer Demo aus Saarbrücken 08.11.2017

Verehrte Zuschauer, Klagemauer.TV beleuchtet heute eine Thematik, die in den öffentlichen Medien kaum Beachtung findet. Uns erreichten zwei voneinander unabhängige Klagen von Hebammen, die aufgrund ihrer ethischen Ansichten in schwere berufliche Schwierigkeiten geraten sind. In einem Fall handelt es sich dabei um eine Schweizer Hebamme. Ihr wurde gekündigt, nachdem sie erklärte, im Fall einer Abtreibung keine aktive Rolle übernehmen zu wollen. Die Kündigung wurde ausgesprochen, obwohl die schweizerische Bundesverfassung im Artikel 15 die Gewissensfreiheit gewährleistet und im Artikel 8 die Diskriminierung aufgrund religiöser oder weltanschaulicher Überzeugung verbietet. In einer ähnlichen Situation befindet sich eine Hebamme aus dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die in einer städtischen Klinik angestellte Frau berichtete gegenüber Klagemauer.TV, dass sie keine Freude mehr in ihrem Beruf empfinden kann. Fortlaufend müsse sie ihre Gewissensnöte bei Schwangerschaftsabbrüchen der Gesetzeserfüllung unterwerfen, ansonsten müsse auch sie mit einer Kündigung rechnen. Doch nicht nur Hebammen werden bedrängt, wenn sie nicht der einseitig geprägten Meinung zum Thema Abtreibung entsprechen. In der Sendung vom 21. Oktober berichtete Klagemauer.TV über das Verbot der Veranstaltung „Bäte für`s Läbe“ (Beten für das Leben, kla.tv/11321) in der Schweiz. Dieser Veranstaltung für das ungeborene Leben wurde mit fadenscheiniger Begründung die Bewilligung entzogen, nachdem militante Abtreibungsbefürworter mit Krawallen gedroht hatten. In Saarbrücken nun ist es den Lebensrechtlern trotz Widerstandes gelungen, ihrem Herzensanliegen zum Thema Abtreibung in Form einer Demonstration Ausdruck zu geben: Am 21. Oktober fand in Saarbrücken der „Marsch für das Leben“ statt. Da die öffentlichen Medien aufgrund ihrer Einseitigkeit diesen Stimmen kein Sprachrohr für die Öffentlichkeit verleihen, greift Klagemauer.TV Eindrücke dieser Demonstration auf und möchte auch diesen Menschen eine Plattform bieten, ihre Meinung unzensiert kund zu tun. Marsch fürs Leben am 21.10.2017 in Saarbrücken Liebe Kla.TV-Zuschauer, wir befinden uns heute hier in Saarbrücken. Sie sehen, hier haben sich einige Menschen zu einer Demonstration versammelt. Eine Demo von dem Verein „Aktion Leben“ – mit der Aufforderung, jetzt auszusteigen aus der aktuell gegenwärtigen Abtreibungspolitik. Sie ruft auf zu einem Marsch für das Leben durch die Saarbrückner Innenstadt und starten tut die Demo hier, vor dem Medizinischen Zentrum von „pro-familia“ in Saarbrücken. Sie sehen, die Teilnehmer tragen Transparente, aber auch Kerzen. Eine Kerze steht für zehn Leben, die im vergangenen Jahr durch dieses medizinische Zentrum abgetrieben worden sind. Rede von Jeannette Schweitzer Das Geschrei und der Hass, der uns entgegenschlägt, ist ein untrüglicher Beweis dafür, dass wir etwas Wichtiges zu sagen haben, etwas Notwendiges zu vertreten, etwas Heiliges zu schützen haben. Seit 1974 können wir von zirka neun Millionen – das sind 200.000 zirka pro Jahr – sinnlos getöteten ungeborenen Menschen in Deutschland ausgehen. Diese schier unfassbare Zahl von neun Millionen sinnlos getöteter ungeborener Babys ist ein schmähliches Dokument eines kolossalen Versagens des Rechtsstaates. Bei dieser ganzen Debatte wird natürlich nicht von Abtreibung gesprochen, schon gar nicht von Mord an ungeborenen Kindern, sondern wie so oft wieder ein scheinheiliger Tarnname benutzt. Das heißt dort „reproduktive und sexuelle Gesundheit“. Der Angriff auf das Leben der Ungeborenen auf EU-Ebene wird somit immer schärfer. So hat die Abtreibungslobby im EU-Parlament mehrere Entschließungen durchsetzen können, welche die EU-weite Einführung der Abtreibung, also der freien Tötung ungeborener Kinder, fordert. Über Abtreibung zu sprechen rettet Leben, während Schweigen es den Toten überlässt. Das Thema wird meist totgeschwiegen. Deutliche Worte kommen von den wenigsten, wie zum Beispiel von Kardinal Sarah. Er sprach von der Abtreibung als der größten Tragödie unserer Zeit. Die Tötung ungeborener Kinder werde durch die Tatsache, dass viele Menschen darin kein Verbrechen mehr sehen können, noch tragischer. Viele seien heute durch den Einfluss finanzieller Kräfte und politisch beeinflusster Medien geradezu betäubt gegenüber dem Schrecken der Abtreibung. Er, Kardinal Sarah, prophezeite, dass die Länder, die Abtreibung akzeptieren, nicht christlich bleiben würden. Interview mit Pater Johannes Reinartz und Meinungen vom Volk Kla.TV: Warum ist es so schwierig, diese Position einzunehmen – pro Leben, gegen die Abtreibung? „Ja, das Problem liegt wohl darin, dass die Menschen nicht mehr richtig wissen, was ihre Bestimmung ist, was ihr Wesen ist, was ihr Ziel ist. Und dass sie deswegen nicht mehr sich einsetzen für das, was Selbstverständlichkeit sein muss eigentlich und was von den Einzelnen, vom Staat auch gefördert werden muss – nämlich das Lebensrecht zu schützen, die Familien zu schützen. Und eine Gesellschaft, die aus ist und die ihr großes Ideal sieht in der Bindungslosigkeit, im Liberalismus, die gibt sich selbst auf. Die wird sozusagen überrannt. Die wird auch keinen Bestand haben. Und wenn immer nur die Frage gestellt wird: Was ist mein persönliches Recht und meine Selbstverwirklichung bis zum Letzten, dann kann ich keine Gesellschaft wirklich aufbauen und wirklich festigen. Dann wird die Solidarität verloren gehen. Selbst ein Mann wie Gregor Gysi von der Links-Fraktion, der hat also mit dem Christentum nicht viel am Hut. Er sagt aber: „Eine gottlose Gesellschaft will ich auch nicht.“ Das hat er einmal gesagt – und warum? „Weil die nicht mehr solidarisch ist.“ Wissen Sie, wenn jeder nur noch nach seinen eigenen Launen und Wünschen alles ordnet und auch das Lebensrecht beschneidet, dann muss die ganze Gesellschaft leiden. Und die Kinder? Wer setzt sich ein für die Kinder? Die Politiker, die wissen, dass die Kinder keine große starke Lobby haben. Und das ist das Problem, das wir haben in unseren Gesellschaften.“ „Ich denke, das ist ein Problem des Bewusstseins in der Gesellschaft, dass der menschliche Egoismus, dass die Flucht vor Verantwortung und auch vor Familie, dass es einfach überwiegt.“ „Und ich finde in unserem Staat muss das aufhören, das ist oberstes Gesetz. Die Herren, die Politiker, die ganzen Gruppen diskutieren über alle möglichen Dinge. Aber die Abtreibung – das finde ich das erste Übel, das erste Problem in unserem Land, das muss diskutiert werden auf allen Ebenen.“ Kla.TV: Was sehen Sie für Möglichkeiten, sich da einzusetzen, ohne jetzt radikal oder gewaltbereit zu werden? „Da muss man in erster Linie geistliche Waffen gebrauchen. Und ich würde nicht sagen: In allererster Hinsicht ist das die Aufgabe der Politiker, aber die erste Aufgabe der einzelnen Bürger und der Christen, sich einzusetzen, sich nicht einschüchtern zu lassen, sich nicht entmutigen zu lassen. Und dann natürlich, wenn man auch die Bürger, wenn sie geschickt sind, wenn sie klug vorgehen auch, dass man diesem Anliegen auch in der Politik Beachtung schenken kann, mit der Zeit. Aber zunächst mal ist das eigene Gewissen gefragt und der eigene Charakter und die eigene Festigkeit, Überzeugung, die wieder gestärkt werden muss.“ Kla.TV: Wessen Aufgabe ist es, diesen Müttern zu helfen? „Alle drum herum – die Familie, die Freunde, die Gesellschaft selbst und die Politik natürlich auch.“ „Das wäre eine Aufgabe in der Meinungsbildung, das wäre eine Aufgabe in der Politik, das wäre eines jeden Aufgabe.“ Kla.TV: Also ist es eigentlich ein Problem, das nur durch die Gesellschaft, durch eine Veränderung der Gesellschaft gelöst werden kann? „Ja sicher, die Einstellung zum Kind fehlt auch. Die ist falsch geworden.“ „Das Problem ist: Wenn heute die Leute sagen, wir stammen alle vom Affen ab, ja wo ist denn da noch der Einsatz für das Menschliche, für das Humanum? Das ist letztlich alles nur noch der Beliebigkeit und dem Zufall preisgegeben, Evolution. Das hängt ja alles zusammen, ja. Da muss man ansetzen. Da muss man ansetzen und den Menschen klarmachen: Die falschen Ideologien führen in die Irre, führen den Menschen ins Abseits, führen in die Sinnlosigkeit. Und da muss man die Einzelnen ansprechen und versuchen, das Gewissen zu schärfen. Das sind geistliche Waffen, die man einsetzen muss. Man kann heute nicht im großen Stil, was können wir machen, die schärfsten Strafen gegen die Abtreibung, ja. Aber in einer Gesellschaft, die chaotisch geworden ist, lässt sich das auch so gar nicht durchführen. Man muss ja wieder Rahmenbedingungen schaffen, die wieder das möglich machen, dass Familie geschätzt wird, dass Ehe geschätzt wird, dass Bindungsfreudigkeit wieder herrscht. Da müsste man etwas machen: an den Schulen, in den Kindergärten und nicht diesen antichristlichen Lobbys da von der sexuellen Revolution einfach das Feld überlassen. Das ist das Schlimme, was heute ist. So sehe ich das.“ „Frau Schweitzer hat das schon richtig gesagt: Das ist unterlassene Hilfeleistung. Ich glaube, man muss den Müttern einfach helfen, ihre Rolle anzunehmen und auch das Leben zu leben mit dem Kind.“ „Also ich glaube, dass viele Menschen sich überfordert fühlen – mit den Kindern eben. Grad wenn man jetzt in jungem Alter (16, 17) vielleicht bereits Kinder hat, dann denkt man, man ist der ganzen Sache nicht gewachsen. Aber normalerweise, das müsste eigentlich gehen. Und selbst wenn’s nicht gehen würde, könnte man das Kind eben immer noch zur Adoption freigeben.“ „Mir tun die Mütter leid, die das tun. Ich glaube nicht, dass eine Mutter, wenn sie wirklich wüsste, was da geschieht und was sie tut, dass sie es tun würde. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen.“ Kla.TV: Sehen Sie die Medien der Pflicht nachkommen, hier für das Leben einzustehen? „Es sind wenige Medien, die für das Leben und den Lebensschutz eintreten. Ich denke auch, die Medien sind hier wirklich in der Pflicht und in der Verantwortung, auch das Leben zu schützen und so das Bewusstsein der Menschen, der Zuhörer und Zuschauer zu formen.“ Kla.TV: Zu guter Letzt noch: Denken Sie, dieser Einsatz unter diesem Regen und grundsätzlich auch unter diesen Krawallen, hat es sich gelohnt, heute hier fürs Leben zu marschieren? „Auf jeden Fall. Weil die größte Macht, die es gibt, ist die Macht des Gebetes! Und das ist eine gegenseitige Stärkung. Und ein Gebet, in das auch diejenigen eingeschlossen waren, die hier lautstark geschimpft haben und geträllert haben und gepfiffen haben. Wir müssen bedenken und wir dürfen das nicht aus dem Auge verlieren, dass wir eben von der Liebe geleitet sind und nicht vom Hass. Also wir wollen nicht den Hass schüren, sondern wir wollen gerade aus der Liebe heraus werben für Gott und seine heiligen Absichten.“ Kla.TV: Vielen Dank noch mal, dass Sie sich hier zur Verfügung gestellt haben. Und vielen Dank für das tolle Interview.

von avr/ juh

Quellen/Links: -Verein Mamma, Brief vom 25. Oktober 2017 -Zeugenbericht

Abtreibungen: Gewissensfreiheit bedroht (Eindrücke einer Demo aus Saarbrücken)

Sendung und Zubehör in der gewünschten Qualität herunterladen:
Film-Datei (.mp4)
Bitte Downloadqualität auswählen





↑ Neuere anzeigen ↑
Medienkommentar
{{themeblock.title}}

↓ Ältere anzeigen ↓