~ Medienkommentar vom 14.04.2018 ~

Medienkommentar Terror

Militärschläge gegen Syrien: Trump bleibt unberechenbar (1 von 1)

In der Nacht zum 14. April 2018 machte Donald Trump seine Drohung wahr. Die USA griffen gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien mehrere Ziele in Damaskus und Umgebung an. Die Angriffe seien eine Vergeltung für den Einsatz chemischer Waffen durch die syrische Regierung unter Baschar al Assad gegen das eigene Volk. Ist es Zufall oder Berechnung, dass auch diesmal die angedrohte Maßnahme nicht so scharf umgesetzt wurde wie angekündigt?

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"Militärschläge gegen Syrien: Trump bleibt unberechenbar"

Militärschläge gegen Syrien: Trump bleibt unberechenbar 14.04.2018

In der Nacht zum 14. April 2018 war es soweit: Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz vom 7. April in der syrischen Stadt Duma haben die Vereinigten Staaten ihre Drohungen wahr gemacht. [siehe: www.kla.tv/12263, www.kla.tv/12271] Gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien griffen sie mehrere Ziele in Damaskus und Umgebung an. Mit Marschflugkörpern vom Mittelmeer aus beschossen die Alliierten nach eigenen Aussagen Teile der Infrastruktur zur Herstellung chemischer Waffen in Homs, Aleppo und Damaskus. Es seien aber auch Kampfflugzeuge im Einsatz gewesen, vermeldeten US-Medien. Der amerikanische Generalstabschef Joseph Dunford wies darauf hin, dass die Ziele so ausgewählt worden seien, dass die russischen Streitkräfte nicht getroffen wurden. Bei dem Angriff habe es keine Koordination mit Russland gegeben, so Dunford. Es habe sich um eine begrenzte Aktion gehandelt und es sei kein zusätzlicher Schlag geplant, erklärte Verteidigungsminister James Mattis. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte zuvor am Freitagabend (Ortszeit) den Beginn der Militärschläge in einer Rede an die Nation verkündet. Die Angriffe seien eine Vergeltung für den Einsatz chemischer Waffen durch die syrische Regierung unter Baschar al Assad gegen das eigene Volk. Dies seien nicht die Taten eines Menschen, sagte Trump, es seien die Verbrechen eines Monsters. Es ist bekannt, dass US-Präsident Trump leidenschaftlich mit dem Säbel rasselt, sei es gegen Baschar al Assad oder den nordkoreanischen Obersten Führer Kim Jong-un. Oft schießt er mit seinen Worten übers Ziel hinaus und bedient sich mitunter der Lügen und Halbwahrheiten. Es kann aber auch immer wieder beobachtet werden, dass bei Trump das Sprichwort gilt: „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Das meint, dass eine angedrohte Maßnahme nicht so scharf angewendet wird, wie sie angekündigt wurde. Dazu im Folgenden zwei Beispiele, bevor wir uns der Frage widmen, warum er sich so verhalten könnte: 1. Beispiel: US-Präsident Trump hatte nach Raketen- und Atomtests Nordkoreas im August 2017 Nordkorea davor gewarnt, die USA weiter zu bedrohen. Ansonsten werden die USA seinen Drohungen mit „Feuer, Zorn und Macht“ begegnen, wie es die Welt so noch nicht gesehen habe, so Trump. [siehe: www.kla.tv/10935] Nordkoreas Raketen- und Atomtests gingen aber unbeeindruckt weiter und glücklicherweise blieb bislang ein Militärschlag gegen Nordkorea aus. 2. Beispiel: Bereits vor einem Jahr in der Nacht auf den 7. April 2017 feuerten US-Streitkräfte von Schiffen im Mittelmeer 59 Tomahawk-Raketen auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt südlich von Homs ab. [siehe: www.kla.tv/10275] Laut der Schweizer Tageszeitung Blick gelten die von der US-Armee abgefeuerten Tomahawk-Raketen „als präzise, effizient“, sie seien „im Ernstfall auch tödlich“ und kosten 1,5 Millionen US$ pro Stück. Umso mehr erstaunt es, dass die die Effektivität dieses Schlages aus militärischer Sicht sehr gering ausfiel: Von den 59 abgefeuerten Raketen seien 23 am Ziel angekommen. Nur sechs Flugzeuge, eine Radarstation und einige Nutzgebäude seien zerstört worden, wobei auf Bildaufnahmen der „zerstörten Luftwaffenbasis“ kaum was zu sehen war. Man hätte fast sagen können: „Außer Spesen nichts gewesen“. Auch bei den neuesten Militärschlägen gegen Syrien in der Nacht auf den 14. April 2018 scheint es zuzutreffen, dass eine angedrohte Maßnahme nicht so scharf angewendet wird, wie sie angekündigt wurde. Bislang ist folgendes bekannt: – Verlässliche Angaben über Opfer gibt es am Morgen nach dem Militärschlag nicht. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtet von drei verletzten Zivilisten. – Das syrische Staatsfernsehen berichtet, die Attacke auf eine Forschungseinrichtung in einem Bezirk der Hauptstadt Damaskus habe lediglich zu Sachschäden geführt. – Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly sagte, ihr Land sei nicht auf Konfrontation aus. Die Russen seien vor der Intervention gewarnt worden. – Laut eines hochrangigen Assad-Vertrauten wurden die von den USA angegriffenen Militärbasen, dank einer Warnung Russlands, bereits vor Tagen evakuiert. Demnach scheint Syrien auch im aktuellen Fall bislang glimpflich davongekommen und eine Konfrontation mit Russland vermieden worden zu sein. Es bleibt nun abzuwarten ob es bei dem einmaligen „Vergeltungsschlag“ gegen Syrien bleiben wird, so wie aus dem Pentagon berichtet wurde. Folgende Fragen bleiben offen: Könnte es sich bei der Beobachtung, dass Trumps Androhungen nicht so scharf ausfallen wie angekündigt, um eine gezielte Taktik Trumps handeln, um die Kriegstreiber hinter seinem Nacken zu beruhigen? Oder ist es vielleicht gerade eine gezielte Taktik der Kriegstreiber, um die Leute immer wieder punktuell in Angst und Schrecken zu versetzen, bis es dann schließlich doch plötzlich zu einer Eskalation mit Russland kommt? Eines ist gewiss, Trump ist und bleibt unberechenbar – durch ihn könnte Schlimmeres verhindert, aber auch Schlimmeres verursacht werden!

von dd.


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