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Weiterführende Sendungen zu diesem Thema finden Sie unter:
#DigitaleBildung Schuldigitalisierung: Wider besseren Wissens volle Kraft auf Abstumpfung und Verblödung?! www.kla.tv/38740 Tech-Elite-Kinder werden von Smartphones, Socials und Games ferngehalten - für alle anderen gilt der Digitalpakt! www.kla.tv/37673 Neurobiologin warnt vor der Digitalisierung www.kla.tv/39387 |
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04.02.2026 | www.kla.tv/40196
Deutschland steckt mitten in einer tiefgreifenden Bildungskrise. „Die Lage an Deutschlands Schulen bleibt schlecht. Sie hat sich gegenüber 2024 weiter verschlechtert“ , so Prof. Dr. Axel Plünnecke. [Leiter des Clusters Bildung, Innovation und Migration beim Institut der Deutschen Wirtschaft, IW] Dies bestätigen aktuelle Einschätzungen aus Wissenschaft, Politik und Bildungsverbänden. Bereits Grundschullehrkräfte schlagen Alarm: Immer mehr Kinder kommen schon in der ersten Klasse nicht mehr mit. Sie können teilweise nicht mal einen Stift richtig halten, auch das Schneiden und Kleben bereitet einigen Schwierigkeiten. Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft haben die Schulen seit 2015 „messbar an Qualität verloren“. In 30 bis 40 Prozent der Schulen zeigen Kinder deutliche Kompetenzdefizite. „Es gibt ein massives Absenken der Basiskompetenzen bei Schülerinnen und Schülern, besonders im Lesen und Rechnen.“ [Laura Kraft, MdB] „Ein Viertel der Kinder kann am Ende der Grundschulzeit nicht genügend gut lesen, schreiben, rechnen und kommunizieren. In der Folge verlässt jeder 16. die Schule ohne Abschluss." [Saskia Esken, MdB] „Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss steigt, jeder sechste ist für den Arbeitsmarkt kaum noch vermittelbar.“ [Nadine Schön, MdB] Eine Entwicklung, die Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des deutschen Bildungssystems aufwirft. Das Problem des mangelnden Kompetenzerwerbs lasse sich auch nicht allein mit dem Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund erklären. Es kommen zunehmende psychische Probleme hinzu, die dazu führen, dass eine wachsende Gruppe von Kindern und Jugendlichen nicht mehr dauerhaft am Schulleben teilnehmen kann. Ursachen dafür sehen Pädagogen unter anderem in der übermäßigen Nutzung von Smartphones. Die permanente Ablenkung erschwere Konzentration und die Verarbeitung von Lerninhalten erheblich, sodass sich manche Schulen oder Lehrer gezwungen fühlen, Handytresore oder Handyverbote während der Schulstunde einzuführen. Aber auch Studierende sind inzwischen betroffen: Prof. Dr. Michael Sommer von der Universität Oldenburg spricht von „massiven Defiziten“ beim Lesen und warnt vor einer „Gesellschaft struktureller Analphabeten“. Kla.TV berichtete bereits über den äußerst gefährlich negativen und Gesundheit gefährdenden Einfluss der Digitalisierung und im Speziellen von Smartphones auf Kinder und Jugendliche. Unter dem #DigitaleBildung finden Sie einschlägige Sendungen dazu. [www.kla.tv/38740; www.kla.tv/37673 ; www.kla.tv/39387 Weiterhin brechen in Deutschland viele Lehrkräfte weg. Mehr als fünf Prozent verlassen jedes Jahr dauerhaft den Schuldienst – drei Viertel von ihnen vorzeitig. Seit 2015 hat sich die Zahl jener, die aus psychischen oder sozialen Gründen vorzeitig aus ihrem Dienst austreten, mehr als verdoppelt. Die Bundesregierung antwortet auf die Bildungsmisere mehr als interessant, um nicht zu sagen extrem widersprüchlich: Obwohl es immer weniger Fachkräfte gibt und die Lehrer über Überlastung klagen, soll die Ganztagsbetreuung weiter ausgebaut werden. Mit dem „Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter“ sollen ab 2026/27 zunächst Erstklässler, ab 2029/30 dann alle Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten. Die Wirtschaftsweise [Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung] Prof. Dr. Ulrike Malmendier meint: „Das, was wirklich helfen würde, ist, wenn wir es insbesondere für Frauen attraktiv machen würden, in Vollzeit zu gehen oder mehr Stunden zu arbeiten.“ Viele Eltern würden nur zu Hause bleiben, weil sie die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung nicht hätten. Parallel drängt die SPD auf eine Abschaffung des Ehegattensplittings, da es „negative Erwerbsanreize für Frauen“ setze. Geht es hier tatsächlich noch um die Bildungsförderung der Kinder? Es entsteht der Eindruck, dass unter dem Vorwand schulischer Herausforderungen vor allem das Ziel verfolgt wird, Frauen früher und stärker wieder in den Arbeitsmarkt zurückzuführen und damit die Kinder noch früher aus dem häuslichen Umfeld zu entfernen, damit der Staat seinen manipulativen Einfluss auf unsere Kinder so früh wie möglich mit Digitalisierung, Frühsexualisierung, falscher Medienkompetenz, Entfremdung etc. starten und sich damit hörige und abgelenkte Steuerzahler heranziehen kann. Dabei wäre genau das Gegenteil ein Schritt in die richtige Richtung, um der Bildungsmisere zu entkommen. Wissenschaftliche Studien belegen immer wieder, dass frühe familiäre Förderung entscheidend für den späteren Bildungserfolg ist. Kinder, die zu Hause viel Sprache und Zuwendung erleben, starten mit deutlich besseren Chancen. Bis zum vollendeten dritten Lebensjahr hören Kinder im familiären Umfeld bis zu 30 Millionen Wörter mehr als etwa in einer Krippe oder Kita. Bildung beginnt in der Familie. Eltern sind in den ersten Lebensjahren die wichtigsten Lehrer ihrer Kinder. Weder Kita noch Grundschule können diese Rolle auch nur annähernd auffangen. Anstatt Frauen in die Erwerbstätigkeit zu drängen und die Ganztagsbetreuung auszubauen, sollte die frühkindliche Bildung zu Hause gestärkt werden. Kreativität, Naturerfahrungen, gemeinsame Rituale und eine positive häusliche Lernatmosphäre sollten wieder in den Mittelpunkt rücken. Nun, am Ende noch ein Appell an alle Eltern und Großeltern, die dem bewusst entgegenwirken möchten: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder. Nutzen Sie die Phase, in der die Kinder noch zu Hause bleiben können. Schalten Sie den Fernseher aus, legen Sie die Handys beiseite und helfen Sie ihren Kindern, all die Fähigkeiten zu entfalten, die sie in sich tragen. Diese Schätze müssen entdeckt und gefördert und nicht durch übermäßigen Medienkonsum verschüttet werden.
von ldr./ abu.
Fehlende Basiskompetenzen und Fachkräftemangel: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-grundschullehrkraefte-schlagen-alarm-kinder-nicht-fit-fuer-den-unterricht-100.html
Lehrkräfteschwund und Gründe dafür: https://www.fibs.eu/referenzen/publikationen/publikation/massenexodus-der-lehrkraefte-eine-analyse-der-abgaenge-aus-dem-schuldienst-2-ergaenzte-auflage/