Montag 17. Oktober 2016

Terror | 17.10.2016

Syrien ein zweites Libyen? – Zeit sich Assad anzuhören (Interview mit Präsident Assad vom 6.10.2016) (1 von 2)

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Syrien ein zweites Libyen? – Zeit sich Assad anzuhören (Interview mit Präsident Assad vom 6.10.2016) Montag, 17.10.2016 (1 von 2)
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Ich wünsch' mir Frieden - Liedbeitrag zur 13. AZK Montag, 17.10.2016 (2 von 2)

Die zweitgrößte syrische Stadt Aleppo steht derzeit im Brennpunkt des Syrienkonflikts. Der Westteil von Aleppo wird von syrischen Regierungstruppen kontrolliert, der Ostteil von den Rebellen. Diese sind zu einem beachtlichen Teil Söldner oder gehören der terroristischen Gruppe Al-Nusra an. Zwischen den beiden Parteien tobt momentan ein heftiger Kampf um Aleppo. Wer Aleppo kontrolliert, kontrolliert die wichtigsten Versorgungswege in Syrien.

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Syrien ein zweites Libyen? – Zeit sich Assad anzuhören (Interview mit Präsident Assad vom 6.10.2016) 17.10.2016

Die zweitgrößte syrische Stadt Aleppo steht derzeit im Brennpunkt des Syrienkonflikts. Der Westteil von Aleppo wird von syrischen Regierungstruppen kontrolliert, der Ostteil von den Rebellen. Diese sind zu einem beachtlichen Teil Söldner oder gehören der terroristischen Gruppe Al-Nusra an. Zwischen den beiden Parteien tobt momentan ein heftiger Kampf um Aleppo. Wer Aleppo kontrolliert, kontrolliert die wichtigsten Versorgungswege in Syrien. Während die westlichen Politiker und großen Medien fast ausschließlich das Eingreifen Russlands an der Seite der syrischen Regierungstruppen im Kampf gegen die Rebellen in Ost-Aleppo anprangern, weisen andere auf das rücksichtslose Vorgehen der Terroristen hin. Diese würden die Zivilisten im Ostteil als menschliche Schutzschilder missbrauchen. Während für die westlichen Berichterstatter feststeht, dass eine Lösung im Syrienkonflikt nur ohne Präsident Assad möglich sei, der „Blut an den Händen“ habe, weisen andere darauf hin, dass in einem Syrien ohne Assad die Rebellen die Oberhand gewinnen würden und Syrien in ein endloses Chaos gestürzt würde. U.a. sagte der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo bereits am 2. Oktober 2015, ich zitiere: „Eines ist gewiss: Wenn Assad jetzt geht, dann endet Syrien wie Libyen.” Zur Erinnerung: Vor der Militärintervention der NATO im Jahr 2011 war Libyen wohl das fortschrittlichste und eines der reichsten Länder des afrikanischen Kontinents. Allen Frauen standen hochwertige Ausbildungswege zur Verfügung. Auf Kredite wurden keine Zinsen erhoben. Der Strom war kostenlos. Bildung war kostenlos. Medizinische Behandlungen waren kostenlos, usw. usf. Details finden Sie in der Sendung „Die modernen (US-) Kriege durchschaut“ . Nachdem am 17. März 2011 im UN-Sicherheitsrat die Einrichtung einer internationalen Flugverbotszone über Libyen beschlossen wurde, wurde Libyen während sieben Monaten unter US-Führung von den NATO-Streitkräften bombardiert und zerstört – ca. 50.000 libysche Zivilisten kamen dabei ums Leben. Angebliche „gravierende Menschenrechtsverletzungen seitens Gaddafis“ wurden inzwischen von mehreren Seiten widerlegt, wie Klagemauer.TV in der Sendung vom 1. September 2016 darlegte (bitte einblenden: www.kla.tv/8921). Weil für die geplante Beseitigung Gaddafis keine öffentliche Unterstützung des libyschen Volkes vorhanden war, hielten es die NATO, die USA und deren Verbündete für notwendig, das Land mit tausenden von terroristischen al-Qaida-Söldnern zu durchsetzen. Ebenso wurde Syrien mit terroristischen Söldnern durchsetzt, weil für eine geplante Beseitigung Assads keine öffentliche Unterstützung des syrischen Volkes vorhanden war. Nach der Beseitigung Gaddafis in Libyen wurden viele Libyer von den eingeschleusten al-Qaida-Terroristen inhaftiert, gefoltert und getötet. Viele von ihnen mussten fliehen, um überleben zu können. Details finden sie in der Sendung „Die gezielte Vernichtung Libyens – ein Augenzeugenbericht“. Was danach folgte war das blanke Chaos. Seit 2014 herrscht ein erbitterter Bürgerkrieg zwischen der „offiziellen“ Regierung, der in der Hauptstadt Tripolis herrschenden Gegenregierung mit Verbindungen zu al-Qaida sowie weiteren Rebellengruppen wie dem „Islamischen Staat“ (IS). Libyen steht vor dem endgültigen Zusammenbruch. Dasselbe Schicksal droht nun auch Syrien, sollte die legitim gewählte Regierung Assads beseitigt werden. Eine Flugverbotszone im Raum Aleppo konnte bislang nur durch ein Veto Russlands verhindert werden. Viele Kommentatoren, sogar westliche, sind sich einig, wie z.B. der Kolumnist Jonathan Steele in der britischen Tageszeitung „The Guardian“: Eine Flugverbotszone komme de facto einer Kriegserklärung sowohl an die syrische Regierung als auch an Moskau gleich. Auf Gaddafi, das damalige Staatsoberhaupt von Libyen, wurde nicht gehört, obwohl er sich bis zuletzt immer wieder klar zu Wort gemeldet hat, wie z.B. noch am 5. April 2011 in einem offenem Brief (bitte einblenden: www.kla.tv/6995). Für Libyen ist es zu spät. Noch ist es für Syrien nicht zu spät, noch kann eine politische Lösung mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und der Mehrheit des syrischen Volkes gefunden werden. Deshalb hören Sie nun, wie sich der Präsident in einem Interview am 6. Oktober 2016 geäußert hat: über die Situation in Aleppo, über die derzeit heftigsten Anschuldigungen des Westens, warum er nicht daran denkt abzudanken und über seine Aufgabe als Präsident. Machen Sie sich ihr eigenes Bild über Präsident Assad – unvoreingenommen von dem der westlichen Meinungsmacher – und verbreiten Sie diese Sendung weiter. Vielen Dank. Syrischer Präsident Bashar al-Assad Interview mit dem Dänischen Kanal TV2 Reporter: So, Herr Präsident, lassen Sie uns mit der aktuellen Situation in Aleppo beginnen. Die letzten wenigen Wochen: Entsetzliche Bilder sind aus Aleppo gekommen. Wir sehen die Bewohner von dem östlichen Teil von Aleppo, welcher von den Rebellen beherrscht wird, in einer furchtbaren Situation. Die Bewohner erscheinen erschöpft und entsetzt. Die Situation ist sehr gewalttätig. Was ist die Strategie hinter solch heftigen Attacken seitens der syrischen und russischen Armee, in diesem Moment zu starten? Assad: Wir haben keine Attacke gestartet, weil die syrische Armee nur weitergeführt hat, die Stadt einschließlich der östlichen Stadt, von den Terroristen zu befreien. Es gab jetzt einen Waffenstillstand eine Woche lang, um den Vertrag, oder lassen Sie uns sagen die Vereinbarung zwischen den USA und Russland, einzuleiten. Es funktionierte aber nicht, und als diese Woche endete, haben wir als Armee weitergemacht, den östlichen Teil Aleppos zu befreien. Aber, wenn wir eigentlich über die schreckliche Situation im östlichen Teil Aleppos sprechen wollen, liegt es nicht an der Regierung, sondern an den Terroristen. Es geht ja schon Jahre so. Aber wir hören seit kurzem ja nur von „dieser schrecklichen Situation“ in den westlichen Medien, weil die Lage der Terroristen sehr schlecht aussieht. Das ist der einzige Grund. Wenn wir über die Situation reden: Wir werden nie medizinische Versorgung oder Nahrungsmittelversorgung oder anderes daran hindern, nach Ost-Aleppo zu kommen. Es gibt kein Embargo, wenn Sie das meinen, es gibt kein Embargo. Und unsere Rolle als Regierung ist es, die Terroristen zu beseitigen, um alle Teile der Stadt zu befreien. Reporter: Was ich aber auch meine ist, dass wir Bilder von getöteten Kindern in Krankenhäusern sehen, von zerstörten Krankenhäusern. Wer greift diese Hospitäler an? Assad: Lassen Sie mich mal über jene Bilder von Kindern etwas sagen: In jedem Krieg gibt es Opfer, unschuldige Opfer. Deshalb ist jeder Krieg ein schlechter Krieg. Wenn Sie aber diese Bilder ansehen, welche in den westlichen Medien gezeigt werden, sie haben nur einige Bilder von Kindern herausgepickt, die ihrer politischen Agenda dienen und um die syrische Regierung anzuklagen. Während Sie jetzt seit 2 Tagen hier sind, sind täglich Schießereien und Zerstörungen vom östlichen Teil Aleppos auf den Rest der Stadt und es gibt zig Opfer und zig Verwundete in Aleppo. Aber die westliche Gemeinschaft berichtet davon nichts. Und die westlichen Medien bringen nicht eine einzige Bemerkung bezüglich dieser Frauen und Kinder und älteren Personen und Unschuldigen, generell. Dieses ist ein Teil der Propaganda und Dämonisierung der Regierung Syriens. Das heißt nicht, wenn man wieder Krieg hat, dass es keine Opfer mehr gibt. Aber die syrische Regierung hat die Türen geöffnet für die Kämpfer in Ost-Aleppo, um garantiert friedlich zu entkommen, und für die Bewohner, um zu ihren Häusern zurückzukehren. Reporter: Aber Bewohner aus diesem Gebiet, Augenzeugen, internationale Hilfsorganisationen, alle sagen sie, dass die Krankenhäuser gezielt angegriffen wurden. Und als ich die Bilder sah, sah ich die Krankenhäuser, die Betten in diesen Krankenhäusern und für mich sieht es so aus, dass sie zerstört waren, sie angegriffen wurden. Wer also griff diese Krankenhäuser an? Assad: Ich habe nicht die Antwort, über welche Krankenhäuser wir sprechen. Reporter: Das Imtel-Hospital … Assad:… denn wir habe keine Fakten, nur Vermutungen, und wir haben keine Fakten über … Reporter: … aber Bilder sind Fakten … Assad: Bilder können nicht die Geschichte erzählen, sogar Videos nicht. Alles kann heutzutage manipuliert sein. Ich sage es gab keine solchen Angriffe auf irgendein Gebäude. Als Regierung haben wir keine Politik, Krankenhäuser zu zerstören, oder Schulen oder solche Einrichtungen für das Volk, aus einem einfachen Grund: Zu allererst moralisch. Aus zweitem Grund: Würden wir es so tun, würden wir den Rebellen den Grund liefern, wonach sie suchen, um sich zu rechtfertigen. Wir tun es nicht, es ist gegen unser Interesse. Es wäre so, als würde man sich selbst in den Fuß schießen. Wenn es einen solchen Angriff der Armee gäbe, wäre es aus Versehen. Aber wir haben gar keine Informationen, ob es so geschehen ist. Alles was wir haben, sind Anschuldigungen von den westlichen Medien, aber keine von Syrien. Reporter: So, wenn die syrische Armee Krankenhäuser nicht angegriffen hat oder wenn aus Versehen, wie Sie sagen. Sind Sie sich sicher, dass es nicht die russische Luftwaffe ist, die Krankenhäuser angreift? Assad: Die Frage, die Sie bei einem Verbrechen stellen müssen ist, wem nützt es? Was nützt es der syrischen oder russischen Armee Krankenhäuser anzugreifen? Gar nichts. Nichts würde es ihnen nützen. Und wenn wir über Terroristen sprechen: Die meisten Krankenhäuser der Militanten sind in den Kellern gewöhnlicher Wohngebäude untergebracht. Also, wenn nun die Armee vorsätzlich Krankenhäuser angreift, das wäre ... strategisch unlogisch. Reporter: Stimmen Sie mir denn zu, dass egal wer Krankenhäuser angreift, dieser des Kriegsverbrechens schuldig ist? Assad: Auf jeden Fall. Durch das Völkerrecht ist es das. Ich meine, Krankenhäuser haben Immunität. Alle zivilen Einrichtungen und Gebäude, die von Zivilisten, nicht von Kämpfern bewohnt sind, haben Immunität. Und keine Regierung sollte so etwas tun, auf keinen Fall. Da stimme ich Ihnen zu. Reporter: Herr Präsident, Sie haben selbst Kinder und ich bin mir sicher, dass Sie auch fernsehen und sehen diese Bilder von Kindern in diesen Krankenhäusern, welche von Geröll begraben wurden, wie tangiert Sie es, wenn Sie diese Bilder von syrischen Kindern sehen? Assad: Auf jeden Fall habe ich Kinder und habe die gleichen Gefühle wie jeder andere Vater und Mutter, der sich um seine Kinder sehr bekümmert und weiß wie es ist, Familienangehörige zu verlieren. Und im Übrigen haben wir während dieses Konfliktes Familienangehörige verloren wegen dieser Angriffe der Terroristen. Aber wenn Sie diese Bilder der getöteten Kinder sehen, fragen Sie sich, warum die Terroristen es so gemacht haben. Warum haben Katar, Saudi Arabien und die Türkei diese Verbrechen begangen? Und ich frage mich, warum die westlichen Länder, hauptsächlich die USA und ihre Alliierten in Europa, die Terroristen unterstützt haben, die diese Verbrechen in Syrien begehen. Daran dachte ich zuerst. Das Zweite, woran ich als syrischer Präsident selbstverständlich dachte, war, wie ich das syrische Volk und die syrischen Kinder schützen kann. Und wie ich die Unschuldigen vor demselben Schicksal schützen kann, welches jede Stunde oder Tag kommen kann. Reporter: So, Sie geben den Rebellen im Osten von Aleppo die Schuld, hinter den Angriffen auf die Kinder von Aleppo zu stehen? Assad: Sie können ihre Kamera nach Aleppo zum anderen Teil von Aleppo mitnehmen, welcher unter der Kontrolle der Regierung steht. Wenn Sie die Fakten sehen, ist es glaubwürdiger als das, was ich ihnen erzähle. Sie können dort sehen, wie viele Zivilisten binnen der vergangenen zwei Monate in Aleppo getötet wurden. Hunderte Zivilisten sind von den Rebellen ermordet worden. Die Frage ist: Wieso haben wir in den westlichen Medien von denen nichts vernommen? Das ist meine Frage. Und nochmal: Ich würde nicht behaupten, dass es keine Zivilopfer gibt, aber wenn (die Stadt) absichtlich von den Rebellen zerbombt wird, müssen wir auch über diese kriminelle Tat reden. Reporter: Im Moment gibt es da ein siebenjähriges Mädchen. Sie heißt Bhana Alebbat, aus Aleppo. Sie tweetet über ihr Leben im östlichen Teil Aleppos. Sie spricht über die massiven Bombardements, sie hat große Angst. Jedes Mal wenn sie aufwacht realisiert sie, dass sie zum Glück noch am Leben ist. Vertrauen Sie ihr als Augenzeugin? Assad: Sie können keine politische Position, oder sagen wir mal, politischen Standpunkt auf einem Video aufbauen, welches von den Terroristen und ihren Unterstützern verbreitet wurde. Es ist wiederum ein Propagandaspiel, ein Spiel der Medien. Sie können, egal was Sie ansehen, mit jedem Video und jedem Bild Sympathie empfinden, welches Sie sehen. Aber unser Auftrag als Regierung ist es, uns mit der Realität zu befassen. Es sind Terroristen in Syrien, sie werden unterstützt von fremden Mächten und von fremden Ländern und wir müssen unser Land verteidigen. In manchen Gegenden gebrauchen die Terroristen die Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Aber wir müssen unsere Arbeit tun. Wir können nicht sagen: Wir machen jetzt nichts, weil die Terroristen diese Geisel halten. Es ist unser Auftrag. Wir kommen wieder auf denselben Punkt: es wird immer Fehler geben, die allen passieren, aber das ist nicht die erklärte Absicht. Und es gibt immer Opfer, unschuldige Opfer dieses Krieges. Reporter: Was für Fehler hat die syrische Armee begangen? Assad: Alle individuellen Fehler. Reporter: Haben Sie da Beispiele? Assad: Wir haben Einrichtungen, die jemanden bestrafen, wenn er einen Fehler macht, das passiert in jedem Krieg, in jeder Armee. Das ist gesunder Menschenverstand. Reporter: Sie haben die Bewohner, wie auch Rebellen im östlichen Teil Aleppos dazu aufgefordert, die Gegend zu verlassen. Sie wollten einen humanitären Korridor eröffnen. Können Sie die Sicherheit dieser Menschen, Zivilisten sowie Rebellen, garantieren, wenn sie diesen Teil der Stadt, der von den Rebellen gehalten wird, verlassen? Assad: Genau. Das ist, was wir vor einigen Tagen bekannt gegeben haben. Und wir gaben dies auch vor zwei Monaten bekannt, weil wir wollten, dass die Zivilisten sich von den Terroristen entfernen. Und wie werden Sie sie beschützen? Sie dürfen gehen. Es ist schon oft vorgekommen, an vielen verschiedenen Orten in Syrien. Wir erlaubten es den Terroristen, die Gegend zu verlassen, damit wir die Zivilisten beschützen können. Wir brauchen kein Blutvergießen mehr. Das ist eines der Wege, der Methoden, die wir anwendeten, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Wenn sie natürlich nicht gehorchen, sagen wir der Bevölkerung, dass wir diese Gegend angreifen werden, damit sie sich daraus entfernen können. Aber der idealste Weg ist es, den Terroristen zu erlauben zu gehen, dann sind die Zivilisten in Sicherheit, und wenn sie die Terroristen verfolgen oder jagen wollen, können sie ihnen anderswo nachjagen, wo es keine Bevölkerung gibt. Reporter: Verstehen Sie es, wenn Menschen überall auf der Welt diese Schreckensbilder aus Ost-Aleppo ansehen, sie vielleicht denken, dass Sie die Fakten abschlagen, dass Sie eine Art Schuld haben an den Opfern, an den zerbombten Spitälern, an der zerbombten zivilen Infrastruktur. Verstehen Sie, dass manche vielleicht glauben, dass Sie Fakten leugnen? Assad: Schauen Sie, wenn wir seit Anfang des Krieges gegen Syrien, Lügen aufgetischt bekommen, werde ich nicht dadurch glaubwürdig, indem ich die Lügen als Realität akzeptiere. Ich wäre nicht glaubwürdig, wenn ich sagen würde: Oh ja, Sie haben recht. Deshalb habe ich immer gesagt – tja, es gibt einen Unterschied zwischen dem Akzeptieren, dass das die Regel ist und dem Akzeptieren, dass es auch immer Fehler gibt. Ich habe keine Fehler geleugnet, die durch Einzelne geschahen. Ich sagte: Es gibt immer Fehler. Es gibt immer Fehler, in jedem Krieg. Da bin ich sehr realistisch. Aber zu sagen, dass das unser Ziel als Regierung ist, die Anweisung zu geben, Krankenhäuser zu zerstören oder Schulen, oder Zivilisten umzubringen - das geht doch gegen unsere Interessen! Wenn wir den Krieg auf unsere Seite bringen wollten, würden wir das doch nicht tun, weil das doch gegen uns ist. Wie können also diese Leute, die behaupten, dass wir nur die Fakten abschlagen, um jemanden davon zu überzeugen, dass wir gegen unsere Interessen arbeiten. Das war Erstens. Zweitens: Wenn wir tatsächlich Menschen töteten, Syrer, und Krankenhäuser zerstörten, diese vielen Schandtaten begehen und wir gleichzeitig mit den großen Mächten und dem Petrodollar in der Welt konfrontiert sind, wie kann es sein, dass ich immer noch Präsident bin, nach beinahe 6 Jahren seit Kriegsbeginn? Ich bin nicht Superman. Hätte ich keine Unterstützung, wäre ich nicht hier. Und weil ich diese Unterstützung habe, und wir haben die Unterstützung, weil wir das syrische Volk verteidigen, als Präsident sowie als Regierung. Das ist es, womit man diese Behauptungen widerlegt. Die Realität zeigt es. Reporter: Es gibt aktuell einen heftigen Kampf in Aleppo. Was ist der nächste Schritt der syrischen und russischen Armeen, um die von Rebellen gehaltene Ostseite zurückzuerobern? Assad: Wir werden den Kampf mit den Rebellen fortführen, bis sie Aleppo verlassen, sie müssen Aleppo verlassen, es gibt keine andere Option. Wir werden es nicht hinnehmen, dass Terroristen irgendein Teil von Syrien einnehmen dürfen, auch nicht Aleppo. Das ist unser Auftrag, das ist unser Ziel, das ist unser nächster Schritt. Reporter: Also wird diese intensive Art des Krieges weitergehen, habe ich Sie richtig verstanden? Assad: Wenn Sie irgendeine andere Optionen haben, z.B. Wiederversöhnung in anderen Gebieten, das ist die beste Option, nicht Krieg. Deshalb haben wir viele Strafen erlassen für hunderte, nicht hunderte, sondern tausende von bewaffneten Kämpfern, um Leben zu retten. Und es hat funktioniert. Deshalb haben wir gesagt, dass wir ihnen die Garantie geben, egal ob sie Versöhnung und die Amnestie wollen oder nicht, um mit ihrer Kriegsbewaffnung ganz raus aus Aleppo zu ziehen, um die Stadt sicher zu machen, damit für die Menschen das normale Leben wieder einkehren kann. Reporter: Die Vereinigten Staaten haben jegliche bilaterale Gespräche mit Russland bezüglich jeder Art von Friedensabkommen angehalten und die Russen sagen, dass sie dies bedauern. Geht es Ihnen auch so? Assad: Wir bedauern es auch. Doch wussten wir im Vorhinein, dass es nicht funktionieren würde, weil es bei dem Abkommen nicht nur um das Gespräch geht zwischen den zwei Mächten, es geht nicht darum, was sie unterzeichnen oder abmachen, es geht um den Willen. Und wir wussten schon im voraus, dass Amerika nicht willig war, ein Abkommen zu erreichen, weil der Hauptteil dieses Abkommens sich damit befasste Al-Nusra anzugreifen, welches laut Amerikanischer Liste und Listen anderer Nationen eine terroristische Gruppierung ist, aber im Syrienkonflikt ist es eine amerikanische Karte. Ohne Al-Nusra kann der Amerikaner keine reale, effektive Karte in der syrischen Arena haben. Deshalb bedauern wir es, aber es war uns von vornherein schon klar, dass das nicht passiert. Reporter: Aber ist es nicht sehr schwierig für die Vereinigten Staaten die moderaten Rebellen von den radikaleren Rebellen zu trennen? Es ist sehr schwierig, wenn Sie die moderaten Rebellen durchgehend angreifen. Assad: Genau. Sie haben Recht. Sie haben Recht. Wissen Sie, warum Sie Recht haben? Das Einhorn, wie ein Pferd aber mit einem langen Horn, ist ein Mythos. Die moderate Opposition ist ein Mythos. Man kann Dinge, die nicht existieren, nicht von Dingen trennen, die existieren. Alle haben die gleiche Wurzel. Die Wurzel hieß früher Freie Syrische Armee (FSA), so vor vier, fünf Jahren, dann wurde es Al-Nusra, danach ISIS. Die gleiche Wurzel bewegte sich von einer Gruppe zur anderen. Deshalb können sie es nicht trennen, was sie auch nicht tun wollen. Wenn es Realität ist und kein Mythos, dann wollen sie das nicht. Aber sie können es nicht, weil es nicht existiert. Reporter: Wieso haben Sie sie dazu aufgefordert, das zu tun, wenn es gar nicht möglich ist? Assad: Weil sie darauf bestanden, dass es tatsächlich eine moderate Opposition gibt. Und die Russen sagten: Okay, bitte, wenn es eine moderate Opposition gibt, trenne sie von den Extremisten. Aber es hat nicht funktioniert, weil sie nicht existiert. Deshalb. Reporter: Was denken Sie werden die Konsequenzen davon sein, dass die USA die bilateralen Gespräche suspendiert haben? Bisher haben die syrische und russische Armee direkte Auseinandersetzungen mit der US-Armee vermieden. Glauben Sie es besteht ein erhöhtes Risiko an direkten Angriffen zwischen Ihnen und Ihren Alliierten und der US-Armee? Assad: Viele Leute sprechen über die Eskalation oder was passiert, wenn die Abkommen nicht funktionieren oder man es nicht umsetzen kann. Aber Fakt ist, dass es schon seit längerer Zeit eskaliert, schon vor dem Abkommen. Schon bevor das Abkommen schief ging, hat der Amerikaner unsere Truppen in Deir ez-Zor angegriffen. Und jeder weiß, dass es nur eine Gruppe in Deir ez-Zor gibt, nämlich ISIS. Und ISIS kam und nahm die Stellung der syrischen Armee und bedrohte die Stadt namens Deir ez-Zor wegen der amerikanischen Angriffe. Wenn wir über Eskalation sprechen: Es geschieht bereits. Spricht man über direkte Konfrontation - seit dem 2. Weltkrieg ist es nicht mehr geschehen. Wir waren während der Kubakrise 1962, denke ich, sehr nahe dran. Jetzt ist die Situation anders, weil sie in den USA jetzt nicht mehr die Waffenoberhand haben. Wenn man nicht die Oberhand hat, sollte man alles erwarten und sicherlich auch das. Ich bin mir sicher, dass Russland sein Bestes tut, diesen Punkt nicht zu erreichen, aber tun die Amerikaner oder sagen wir mal, die Mehrheit der Administration, ihr Bestes, dieser Konfrontation aus dem Weg zu gehen? Oder im Gegenteil, tun sie ihr Bestes, diese Konfrontation mit Russland herbei zu beschwören? Das macht uns große Sorgen. Reporter: Wenn wir über die Tat am 17. September in Deir ez-Zor sprechen, es waren britische, US-, australische sowie dänische Kampfjets, welche angeblich die syrische Armee angriffen. Dänemark, wie auch die anderen Nationen, sagte im Nachhinein, dass es ein Fehler war. Nehmen Sie diese Erklärung an? Assad: Wir nehmen diese Erklärung an, was aber nicht bedeutet, dass wir diesen Fehler akzeptieren, dass wir es dadurch rechtfertigen. Wenn man Fehler sagt ... vielleicht haben sie die falsche Information, besonders weil sie eine amerikanische Mission erfüllen. Sicherlich waren es nicht die Dänen, auch nicht die Briten, die entschieden, welches Ziel angegriffen werden sollte. Ich bin mir sicher, dass die Amerikaner sagten: "Das ist unser Zielobjekt. Hier ist, wo ISIS liegt." Natürlich haben sie die anderen hinters Licht geführt und ihnen erzählt, dass sie ISIS angreifen. Vielleicht war das so. Aber ist das so akzeptabel für das dänische Volk, dass ihre Armee militärische Missionen anderer Länder ausführt, ohne das Zielobjekt zu überprüfen und genau zu wissen, wo es hingeht? Nehmen Sie einen Bus ohne zu wissen, wohin er fährt? Nein, das tun Sie nicht. Daher ist es inakzeptabel. Vielleicht war es ein Fehler, das ist wahr. Aber dieser Fehler ist inakzeptabel. Reporter: Glauben Sie, dass Dänemark damit indirekt ISIS geholfen hat? Assad: In der Realität haben sie durch diesen Angriff ISIS unterstützt. Sie haben Dutzende von syrischen Soldaten getötet, die die Stadt Deir ez-Zor vor der Kontrolle von ISIS verteidigten. Jetzt hat ISIS diesen Platz eingenommen, die Hügel um die Stadt herum eingenommen, so können sie bald die Kontrolle über Deir ez-Zor übernehmen wegen dieses Angriffs. Reporter: Und Sie glauben, dass die USA dies mit Absicht getan haben? Und dass Dänemark ihnen, ohne zu wissen, dabei geholfen hat? Assad: Ich weiß nicht genau von Dänemark, ob sie es wirklich nicht wussten, aber vielleicht. Der einzige Grund, wieso ich das glaube ist, dass die Europäer das umsetzen und erfüllen, was die Amerikaner wollen – in jedem Bereich und ohne es im Vorfeld zu hinterfragen, auch ohne darüber zu diskutieren – wenn ich ehrlich sein darf. Daher kann es einer der Gründe sein. Aber die Amerikaner haben es 100-prozentig absichtlich getan, weil ISIS ihre Kämpfer nur eine Stunde vor dem Angriff am gleichen Ort sammelten. Als der Angriff begann, dauerte es ungefähr eine Stunde, zur nächsten Stunde griff ISIS an und nahm die Kontrolle über diese Hügel. Wie konnte ISIS von diesem Überfall erfahren haben noch bevor es geschah? Natürlich ist dies nicht unser einziger Hinweis, dass die USA die ISIS unterstützen. Der Angriff auf Palmyra, als sie Palmyra besetzten und dort die Kontrolle an sich rissen. unter der Führung der Amerikaner. Das Schmuggeln von Öl, die Ölentnahme aus den Ölfeldern in Syrien in der Wüste mitten am Tag. Das ist ein guter, starker Hinweis, dass die Vereinigten Staaten ISIS unterstützt haben, um den ISIS zu benutzen. Bis jetzt ist die dänische Regierung der US-Politik, Syrien betreffend, gefolgt. Sie sagte sogar, dass sie bereit ist, sich in einer militärischen Operation zu engagieren, gegen die syrische Armee. Reporter: Was denken Sie von der dänischen Politik gegenüber Syrien? Assad: Zuerst zur Intervention in Syrien als Teil einer internationalen Koalition, welche eigentlich eine amerikanische Koalition ist. Dies ist gegen das internationale Recht, dies ist gegen die Souveränität Syriens, denn das ist nicht im Einklang mit der syrischen Regierung. Während die Russen nach Syrien kamen, nachdem sie die syrische Erlaubnis bekamen. Eigentlich, nachdem sie die Einladung der syrischen Regierung bekamen, uns zu unterstützen in unserem Kampf gegen den Terror. Also ist das gegen die Souveränität, gegen internationale Gesetze und gegen jede Ethik in der Politik, überall auf der Welt. Es ist illegal. Der andere Aspekt dieser Politik ist die Handelssperre. Als Teil der EU verhängten sie [die dänische Regierung] eine Handelssperre über die syrische Bevölkerung. Mehrere 10 Millionen Syrer dürfen nicht die Grundbedürfnisse ihres Lebens stillen, z.B. kann man jetzt keine Wasserpumpen kaufen. Sie können keine medizinischen Mittel kaufen, um jemanden zu diagnostizieren, der Krebs hat. Er würde sterben, denn er kann sich diese Materialien nicht leisten. Die Handelssperre verhindert, dass syrische Firmen, wie Fluggesellschaften, Ersatzteile für Flugzeuge bekommen können, welche sie brauchen, um Flugzeugunglücke in der Luft zu vermeiden und die Passagiere dabei getötet werden. Das ist die Politik der Europäischen Union und Dänemark ist ein Teil dieser Politik. Reporter: Aber was sollen diese sonst machen, ich meine, die sind sehr dagegen, was jetzt in Syrien abgeht. Sie haben die Opposition unterstützt. Vielleicht will man nicht in einen direkten Krieg mit der syrischen Armee involviert sein. Also, was soll man sonst machen? Assad: Für die Regierung? Eine Frage: Würden Sie, als ein dänischer Bürger, es akzeptieren, dass ich als ein Fremder die Opposition in ihrem Land mit Geld unterstütze und ihnen sage: „Geht und tötet.“ Und so ist es, wie Sie ihre politischen Ziele erreichen, wenn es eine Opposition gibt. Was ist die Definition von “Opposition”? Könnten Sie eine Opposition in ihrem Land akzeptieren, die einem anderen Land gehört? Oder sollte es nicht so sein: Eine dänische Opposition gehört zum dänischen Volk. Sie können nicht sagen, die Opposition in einem anderen Land zu unterstützen. Das ist eine Intervention in einer internen Sache. Das ist gegen die Souveränität, gegen das Völkerrecht. Diese haben nicht das Recht, irgendjemanden gegen irgendjemanden zu unterstützen in Syrien, es geht sie nichts an. Wir sind ein souveränes Land, wir sind unabhängig, wir haben das Recht unsere Probleme anzupacken. Also ist es gar nicht ihre Sache, irgendwen zu unterstützen, ob richtig oder falsch. Reporter: Also sehen Sie Dänemark als ein Feind Syriens? Assad: Nein. Das sind sie nicht. Sie sind kein Feind. Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem dänischen Volk und der dänischen Regierung, so wie bei den meisten Europäern. Sie sind Freunde Syriens, aber es geht um die Politik der Regierung, es geht jetzt um ganz Europa, das abseits der politischen Landkarte ist, wenigstens seit 2003 nach der Invasion des Irak, nur weil sie den Amerikanern folgen mussten und sie sich nicht trauen, ihren eigenen, unabhängigen, sag ich mal, politischen Weg zu gehen. Wir unterscheiden genau zwischen der Regierung und dem Volk Dänemarks. Und das gleiche gilt für alle anderen Länder. Reporter: Wenn es die Verhandlungen für eine friedliche Zukunft in Syrien beschleunigen könnte, falls Sie das Amt niederlegten und vielleicht jemand anderes der syrischen Administration es übernehmen würde. Warum würden Sie das dann nicht machen? Assad: Zurückzutreten meinen Sie? Das hängt vom syrischen Volk ab. Es ist nicht meine Entscheidung. Und wenn Sie nicht den Rückhalt des syrischen Volkes haben, müssen Sie sofort zurücktreten. Denn ohne Rückhalt kann man gar nichts erreichen, man kann gar nichts machen, man wird versagen. So, das ist ein ganz einfacher Grund und besonders während des Krieges. Sie müssen das Schiff ans Ufer bringen, Sie können nicht wegrennen, weil Krieg ist, es sei denn das syrische Volk will, dass Sie abtreten. Falls ich wiederum das Problem bin, oder vom anderen Punkt aus gesehen, von der anderen Seite der Geschichte, wenn ich der Grund des Krieges bin, würde ich gehen. Aber es geht nicht um mich, ich werde nur als ein nominaler Grund gebraucht, es ist viel größer als das. Es geht um Syrien, es geht um die Regierung, es geht um die Unabhängigkeit, es geht um den Krieg auf regionaler Ebene, es geht um den Krieg zwischen den Großmächten. Syrien ist nur die Schlagzeile und der Präsident ist die Hauptschlagzeile. Reporter: Also denken Sie nicht, dass Sie einer der Gründe des Krieges sind? Assad: Nein, ich bin nicht der Grund für den Krieg. Denn, wenn ich der Grund wäre, hätte der Krieg um 2000 anfangen sollen, seit ich Präsident geworden bin. Nicht 2011, als das Geld anfing aus Katar zu fließen und als die Vereinigten Staaten sich entschieden, dass sie Regierungen und Präsidenten stürzen wollen, die ihnen nicht passen. Reporter: Aber denken Sie nicht, dass Sie der Grund sind weshalb der Krieg eskaliert ist? Assad: Meinetwegen? Also die Terroristen sind, laut Ihren Worten nicht schuldig, sie sind sehr friedliche Leute? Das Geld aus Katar, Saudi-Arabien und der Türkei ist etwas Legales und Natürliches, sage ich mal? Und die Agenda der USA trifft die Bedürfnisse der syrischen Bevölkerung, was nicht realistisch ist. Reporter: Herr Präsident, Sie haben viele Male gesagt, dass Sie den Kampf weiterführen werden, bis Sie das ganze Land wieder eingenommen haben. Ist das noch ihre Herangehensweise an diese Krise? Assad: Nein, es ist nicht meine Herangehensweise, es ist mein Auftrag entsprechend der Verfassung. Es ist auch der Auftrag der Armee entsprechend der Verfassung. Es ist auch der Auftrag der Staatsstellen gemäß der Verfassung. Es ist keine Option. Es ist keine persönliche Meinung. Es ist nicht mein Plan. Mein Auftrag ist, die Zivilisten zu verteidigen und die Terroristen zu bekämpfen. Mein Auftrag ist, jeden Teil meines Landes unter Kontrolle zu haben. Sie nehmen als Staat nicht nur einen Teil des Landes und sagen: „Das halbe Land reicht“, oder so. Reporter: Sie denken also, dass Sie die Zivilisten verteidigen? Ich meine, mehr als 100.000 Zivilisten wurden getötet, einige sagen, es seien 250.000, andere sagen, 300.000 wurden getötet. Denken Sie, Sie verteidigen die Zivilisten in Syrien? Assad: Die Mehrheit derer, von denen Sie sprechen, die Opfer, sind Unterstützer der Regierung, nicht der Opposition. Ein anderer Teil (der Opfer), welcher unvoreingenommen ist, in der Mitte, der gehört weder zur Regierung noch zur anderen Seite. Aber die Mehrheit sind Unterstützer. So verteidige ich natürlich die Zivilisten. Und wiederum: ansonsten, wenn nicht, wenn ich die Zivilisten töten würde, wie es nun vier Jahre lang propagiert wurde. Dann wäre ich nicht als Präsident hier. Ich hätte es dann nicht beinahe 6 Jahre lang durchhalten können. Reporter: Eine letzte Frage, Herr Präsident. Glauben Sie an eine diplomatische politische Lösung, oder wissen Sie tief in Ihrem Herzen, dass es eine militärische Lösung sein wird, die Sie wirklich wollen? Assad: Weder noch. Weder noch. Denn wenn Sie ein Problem haben, dann haben Sie auch eine Lösung. Sie haben nicht nur so etwas wie eine Lösung. Und das Problem selbst sagt Ihnen, wie viele Aspekte das Problem mit sich bringt. Z.B. wenn ich eine politische Lösung bevorzuge, aber Sie haben Terrorismus, dann kann es keine politische Lösung geben..., denn Sie haben Chaos. Wenn Sie Chaos haben, dann funktioniert nichts auf natürliche Art und Weise, auch der politische Prozess nicht. Deshalb habe ich zuerst die Terroristen bekämpfen, um eine politische Lösung erreichen zu können. Also in Wirklichkeit müssen Sie beide Wege gehen: den militärischen und den diplomatischen oder politischen. Denn sie stehen miteinander in Beziehung. Es geht hier nicht um das, was ICH glaube, sondern es geht darum, was zur Lösung des Konfliktes nötig ist. Die gesamten Umstände definieren es. Z.B. reden wir von den Terroristen, da geht es nicht nur um eine militärische Lösung. Es geht auch um die Anrainerstaaten und dass die westlichen Länder aufhören, die Terroristen zu unterstützen. Wenn sie sie nicht mehr unterstützen, dann rückt der militärische Aspekt der Lösung in den Hintergrund, es verliert seine Wichtigkeit. Sie würden schwach sein. So bestünde in dieser Hinsicht die Chance zu mehr politischer Initiative. Wenn sie sie stärker unterstützen, wird das Gegenteil passieren. Die politische Lösung oder der Weg würde in den Hintergrund rücken. Deshalb geht es nicht darum, was ich glaube... ich wünschte wir könnten alles auf dem politischen Weg lösen, das wünsche ich mir. Also ich finde das passt hier, aber es ist nicht das, was ich mir wünsche. Hier spielen die Tatsachen des Landes eine Rolle. Reporter: Vielen Dank, Herr Präsident.

von dd.


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