Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten geht ungehindert weiter | Kla.TV

Sonntag 09. April 2017

Medienkommentar Politik

Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten geht ungehindert weiter (1 von 4)

Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten geht ungehindert weiter Sonntag, 09.04.2017 (1 von 4)
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Film „War made easy - Wenn Amerikas Präsidenten lügen“ Sonntag, 09.04.2017 (2 von 4)
Amnesty fordert: Europäische Bürger sollen die von ihr geschürten Kriege ausbaden Sonntag, 09.04.2017 (3 von 4)
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Ich wünsch' mir Frieden - Liedbeitrag zur 13. AZK Montag, 17.10.2016 (4 von 4)

US-Präsident Trump hatte die Bombardierung auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt nur wenige Tage nach einem „mutmaßlichen Giftgasangriff“, der sofort der Assad-Regierung angelastet wurde, angeordnet. Auch die jüngsten Anschuldigungen gegen Assad und der Vorwand für das militärische Eingreifen der USA scheinen sich nahtlos in die Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten einzureihen. Eigentlich sollte dies seit dem erstmals 2007 erschienenen US-Dokumentarfilm „War made easy - Wenn Amerikas Präsidenten lügen“ in aller Munde sein. Wenn doch die Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten bekannt sein müsste – zumindest beim WDR und ZDF – warum werden dann die jüngsten Kriegsaktivitäten eines US-Präsidenten in keiner Weise hinterfragt?

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Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten geht ungehindert weiter 09.04.2017

In der Nacht auf den 7. April 2017 feuerten US-Streitkräfte von Schiffen im Mittelmeer 59 Tomahawk-Raketen auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt südlich von Homs ab. Beim Angriff kamen laut offiziellen Angaben neun Menschen ums Leben. Andere Quellen sprechen von 14 Opfern des Angriffs, neun davon seien Zivilisten, darunter Kinder, die in der Nähe des Flughafens wohnten. Sechs Flugzeuge, eine Kantine, die Radarstation und weitere Nutzgebäude sollen zerstört worden sein. US-Präsident Trump hatte die Bombardierung nur wenige Tage nach einem „mutmaßlichen Giftgasangriff“, der sofort der Assad-Regierung angelastet wurde, angeordnet. Bilder von den Kindern in Todesstarre hätten ihn geprägt und seine Haltung zum Syrienkrieg verändert, sagte er. Jedoch stammten die Informationen und Bilder über den „mutmaßlichen Giftgasanschlag“ ausschließlich von einer einzigen, höchst fragwürdigen und nicht neutralen Quelle: nämlich von Rettungshelfern der Zivilschutzorganisation der „Weißhelme“. Einzelheiten finden Sie in den Sendungen: „Mutmaßlicher Giftgasangriff ruft Kriegstreiberpolitiker und -medien auf den Plan“ (www.kla.tv/10245) und „Syrien: Wahrscheinlicher False-Flag-Giftgasangriff – US-Regierung setzt auf Kriegseskalation“ (www.kla.tv/10258). In letzterer Sendung warf Klagemauer.TV folgende Frage auf: „Wie kann es sein, dass auf der Grundlage solch zweifelhafter und verbrecherischer Quellen, wie der der Weißhelme, militärische Aktionen gerechtfertigt werden und eine Eskalation des Syrienkriegs bis hin zu einem Weltkrieg in Kauf genommen wird? Auch die jüngsten Anschuldigungen gegen Assad und der Vorwand für das militärische Eingreifen der USA scheinen sich nahtlos in die Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten einzureihen.“ „Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten“? Haben Sie davon schon gehört? Eigentlich sollte es seit dem erstmals 2007 erschienenen US-Dokumentarfilm „War made easy - Wenn Amerikas Präsidenten lügen“ in aller Munde sein. Der Film beruht auf dem Buch „War made easy“ – zu Deutsch, „Krieg (führen) leicht gemacht“ des US-amerikanischen Journalisten und Kritiker der US-Kriegspolitik Norman Solomon. Im Jahr 2008 erschien eine deutsche Produktion des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und im Jahr 2012 wurde diese auf „zdf.info“ ausgestrahlt. In einer Filmvorschau hieß es wörtlich: „So unterschiedlich Amerikas Präsidenten in den vergangenen 50 Jahren auch waren, sie waren in einem alle gleich. Sie alle waren wahre Könner in der Kunst der Lüge, wenn sie das eigene Land zu einem Krieg verführen wollten. Und ihre Methoden glichen sich. Diese "Gehirnwäsche mit Tradition" hat der amerikanische Wissenschaftler Norman Solomon erforscht, und die beiden Dokumentarfilmer Loretta Alper und Jeremy Earp haben dies in einem wunderbar eindrucksvollen Film erzählt.“ „War made easy – Wenn Amerikas Präsidenten lügen“ zeigt auf, wie Kriege von den US-Präsidenten regelrecht heraufbeschworen werden. Es ist immer derselbe Ablauf: 1. Ein aufstrebendes, geographisch und politisch bedeutendes Land wird zum „Zielland“ erklärt. 2. Durch gleichgeschaltete Medien und Politiker wird das Zielland als unberechenbare Gefahr für die Menschheit verunglimpft und verteufelt. 3. Nachdem die Weltbevölkerung auf einen Krieg mit dem Zielland eingestimmt und vorbereitet wurde, werden mit einer Lüge bzw. „Operation unter falscher Flagge“ ein Kriegseintritt oder sonstige Kriegsaktionen gerechtfertigt. 4. Irgendwann einmal erfährt die Öffentlichkeit doch, dass der Militärschlag auf einer Lüge basierte. Dann kommt zum ersten Mal auch in den Medien Kritik auf. Doch dann sei es für die Tausenden von Toten bereits zu spät, so Norman Solomon. Nun muss sich die Frage gestellt werden: Wenn doch die Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten bekannt sein müsste – zumindest beim WDR und ZDF – warum werden dann die jüngsten Kriegsaktivitäten eines US-Präsidenten in keiner Weise hinterfragt? Sind diese doch klar völkerrechtswidrig. Im Gegenteil, ließ das ZDF keine Zweifel offen: Die alleinige Verantwortung für diese Entwicklung trage Präsident Assad und der Angriff der USA sei nachvollziehbar. Dass der Angriff aber alles andere als nachvollziehbar ist, äußerten verschiedene Experten wie der deutsche Publizist und Syrienkenner Jürgen Todenhöfer. Der ehemalige Politiker und Jurist hält es für „total unseriös“ und „unverantwortlich“, wenn einige Politiker schon nach einigen Minuten ganz genau wissen, wessen Werk der „mutmaßliche Giftgasanschlag“ sei. Man könne keine Urteile innerhalb von Minuten treffen, sondern da müsse es eine Untersuchung geben, so Todenhöfer. Wäre es nicht gerade die Aufgabe der öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten und der etablierten Leitmedien, in aller Schärfe auf die Kriegslügen-Tradition von US-Präsidenten hinzuweisen? Das wäre doch ihre Aufgabe als vierte Gewalt im Staat. Zum Schluss ein Zitat von Norman Solomon, das bei aller gegenwärtiger und kommender Kriegspropaganda vor Augen behalten werden sollte: „Wir haben die Verantwortung, hinter die Fassade zu blicken. Wenn wir die Tricks durchschauen, mit denen man versucht, das Schlachten schönzureden, dann hat der Wahnsinn des Militärs, wie Martin Luther King es nannte, keine Chance. Wenn wir erkennen, wie viel Leid das Blutbad bedeutet, können wir den Lauf der Dinge ändern. Aber die Suche nach der Wahrheit ist nicht leicht und braucht unsere ganze Hingabe.“

von dd.


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