Dienstag 04. Juli 2017

Medienkommentar Politik

Friedensforscher Jan Oberg: „NATO hat in 68 Jahren keine friedliche Welt geschaffen“ (1 von 2)

Friedensforscher Jan Oberg: „NATO hat in 68 Jahren keine friedliche Welt geschaffen“ Dienstag, 04.07.2017 (1 von 2)
1:28:12
Illegale Kriege – Vortrag von Daniele Ganser (Dresden, 01.11.2016) Sonntag, 13.11.2016 (2 von 2)

Obwohl die NATO mit ihren 29 Mitgliedsländern jetzt schon zwölfmal mehr Geld für Militärbelange als Russland ausgibt, sollen ihre Ausgaben im Jahr 2017 um 4,3 Prozent steigen. Der Friedensforscher Jan Oberg zieht zu 68 Jahren NATO-Geschichte eine kritische Bilanz: Wenn erhöhte Sicherheitsausgaben den Menschen dieser Welt nicht größere Sicherheit und mehr Frieden bringen, wozu sind sie dann da?

Direktlink zu dieser Sendung:
Direktlink zu dieser Abspielposition:
Sendung auf eigener Internetseite einbinden
"Friedensforscher Jan Oberg: „NATO hat in 68 Jahren keine friedliche Welt geschaffen“"
Alle 2 Sendungen vom "04.07.2017" einbinden

Friedensforscher Jan Oberg: „NATO hat in 68 Jahren keine friedliche Welt geschaffen“ 04.07.2017

Am Mittwoch, den 28.6.2017, kündigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg während einer Pressekonferenz an, die Sicherheitsausgaben des NATO-Bündnisses würden im Jahr 2017 um 4,3 Prozent steigen. Dies sei der größte Anstieg seit 2014. Stoltenberg fügte hinzu, dass die multinationalen Kampftruppen der NATO in den baltischen Ländern und Polen – an der Grenze Russlands – nun voll funktionsfähig seien. Die NATO sei angesichts einer möglichen Aggression Russlands vereint, so Stoltenberg. Der schwedische Konfliktforscher Jan Oberg, Direktor der „Transnationalen Stiftung für Frieden und Zukunftsforschung“ (TFF), sieht der Erhöhung der Rüstungsausgaben kritisch entgegen. In einem Interview mit dem internationalen Nachrichtensender RT beantwortet Jan Oberg die Frage, warum die NATO eine Notwendigkeit sehe, ihre Ausgaben zu erhöhen. Ebenso stellt er sich der Frage, ob sich im letzten Jahr neue Bedrohungen für die Allianz entwickelt hätten: „Es gibt absolut keine Bedrohung, die diese Art der Ausgabensteigerung legitimieren würde. Die NATO mit ihren 29 Mitgliedsländern gibt zwölfmal mehr für Militärbelange aus als Russland, das Land, das die angebliche Hauptbedrohung sein soll.“ Friedensforscher Jan Oberg führt weiterhin aus, dass es unvernünftig sei, Steuerzahler zu bitten, noch mehr Milliarden an US-Dollar für das Budget der NATO zu zahlen, weil sie als Gegenleistung immer weniger Frieden, Sicherheit und Stabilität erhielten. Die NATO habe über die letzten 68 Jahre einen schlechten Job gemacht und keine friedliche Welt geschaffen. Mike Raddie, britischer Co-Redakteur von BSNews, einem Info-Portal, das sich selbst als Gegenstimme zu Mainstream-Nachrichten bezeichnet, ergänzt dazu in einem Interview mit RT: „Ich denke, die NATO versuchte im Laufe der letzten 25 Jahre beständig, ihr Bestehen zu rechtfertigen, wozu es eigentlich nicht kommen sollte, denn nach dem Ende des Kalten Krieges sollte die NATO aufgelöst werden. Sie ist aber noch immer in Libyen, in Afghanistan und bis heute in Syrien im Einsatz. Ich denke, der Aufbau von Truppen an der russischen Grenze ist äußerst gefährlich und wirklich provokativ. Und es ist nicht nur Russland. Auch China ist in hohem Maße von US-Truppen, US-Basen und US-Flugzeugträgern umgeben. Wenn eine Regierung noch vor einigen hundert Jahren feindliche Truppen an ihrer Grenze sah, wartete sie nicht auf eine Kriegserklärung, sondern sah das als eine bevorstehende Invasion und verteidigte sich. Daher kann man heute sagen, dass Russland und China sich gegenüber dem Westen und den NATO-Ländern erstaunlich zurückhalten. Die NATO ist Teil des globalen Imperiums der USA. Wir können nicht vergessen, dass diese mindestens 800 Militärbasen auf der ganzen Welt unterhalten. Außerdem wurden die U.S. Special Forces im vergangenen Jahr in 138 Ländern eingesetzt. Das sind 70 Prozent aller Länder der Welt. So sind sie allgegenwärtig, sie sind überall. Es gibt sehr wenige Länder, die im Moment keine US-Präsenz auf ihrem Territorium haben. In einigen der Länder halten sich diese Spezialeinheiten für Trainingszwecke auf. Sie sind nur dort, um die örtlichen Truppen zu schulen. Das hat alles mit der Sicherung von Unternehmensinteressen zu tun. Sie sind nicht dort, um Menschen zu retten oder diesen zu helfen. Sie sind dort, um Unternehmensinteressen zu schützen, wo immer sie auch sein mögen.“ Fazit: Die NATO sei also nach Recherche von Mike Raddie kein Friedensgarant, sondern Erfüllungsgehilfe des globalen US-Imperiums, um dessen Unternehmensinteressen durchzusetzen. Jedem Dienstleister, der über Jahrzehnte einen schlechten Job macht und nicht das liefert, was er verspricht, würde man vernünftigerweise kündigen und sich nach einem anderen Anbieter umschauen, oder? Doch ausgerechnet dort, wo es um Frieden, Sicherheit, ja um das Leben und den Fortbestand ganzer Völker geht, wird der Misswirtschafter, sprich die NATO, für offensichtlich verkehrte Wege nicht zur Rechenschaft gezogen. Ist es nicht von der Politik verantwortungslos und obendrein brandgefährlich, der NATO, die in 68 Jahren keine friedliche Welt geschaffen hat, weil sie augenscheinlich US-Interessen dient, noch mehr Geld anzuvertrauen? Und ist es für die Völker, die doch allesamt keinen Krieg wollen, nicht an der Zeit, von der Politik mehr Verantwortlichkeit einzufordern?

von hm.


Friedensforscher Jan Oberg: „NATO hat in 68 Jahren keine friedliche Welt geschaffen“

Sendung und Zubehör in der gewünschten Qualität herunterladen:
Film-Datei (.mp4)
Bitte Downloadqualität auswählen





↑ Neuere anzeigen ↑
Medienkommentar
{{themeblock.title}}

↓ Ältere anzeigen ↓