Sonntag 16. Juli 2017

Medienkommentar Terror

Nordkoreakonflikt – „Der Verzicht auf Atomwaffen rächt sich“ (1 von 2)

Nordkoreakonflikt – „Der Verzicht auf Atomwaffen rächt sich“ Sonntag, 16.07.2017 (1 von 2)
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Nordkorea hat am 4. Juli 2017 erstmals eine Interkontinentalrakete getestet. Diese gilt als wichtigstes Trägermittel für Atomsprengköpfe und kann US-Territorium erreichen. Sicherheitsgarantien der USA hatten Libyen und den Irak dazu bewogen, auf Kern- und Massenvernichtungswaffen zu verzichten. Dennoch sind diese Staaten Opfer eines US-Angriffskrieges geworden. Hätten die USA Libyen auch angegriffen, wenn Libyen Atomwaffen gehabt hätte? Die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ schlussfolgerte, nein: „Der Verzicht auf Atomwaffen rächt sich.“

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Nordkoreakonflikt – „Der Verzicht auf Atomwaffen rächt sich“ 16.07.2017

Nordkorea hat am 4. Juli 2017 – dem Unabhängigkeitstag der USA - erstmals eine Interkontinentalrakete, auch Langstreckenrakete genannt, getestet. Diese gilt als wichtigstes Trägermittel für Atomsprengköpfe und hat nach Angaben von Experten eine Reichweite von bis zu 6.700 Kilometern – sie könnte Alaska, und damit erstmals US-Territorium, erreichen. Klagemauer.TV berichtete darüber in der Sendung „Interkontinentalraketentest Nordkoreas und vorenthaltene Motive nordkoreanischer Machthaber“ (www.kla.tv/10772). Laut unterschiedlichen Schätzungen, verfügt Nordkorea aktuell über 10 bis 20 Atombomben und werde diese Anzahl weiter erhöhen. Da die nordkoreanischen Raketen mittlerweile US-Territorium erreichen können, ist in Washington vom „Jahr der Entscheidung auf der koreanischen Halbinsel“ die Rede. Als Reaktion auf Nordkoreas jüngsten Test habe die Trump-Administration, wie der CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk berichtete, „die militärische Option prüfen lassen“. Sie will aktuell aber nicht auf diese zurückgreifen. „Sie scheidet aus, weil der Kollateralschaden in Washington als unbeherrschbar eingeschätzt wird“, so Koschyk. Mit Kollateralschaden ist ein unbeabsichtigter oder in Kauf genommener Begleitschaden, z.B. bei den angrenzenden Staaten, gemeint. Eine Mischung aus schärferen Sanktionen, einer Einbindung Chinas und militärischem Druck sollen Nordkorea zum Verzicht auf seine Nuklearwaffen bewegen. So sind erst kürzlich, am 8. Juli, zwei US-Langstreckenbomber, gemeinsam mit der südkoreanischen und japanischen Luftwaffe, bis an die militärische Grenzlinie zwischen Nordkorea und Südkorea herangeflogen. Dennoch sei, laut einem Bericht vom 12. Juli 2017 auf dem Internetportal german-foreign-policy.com, ein Einlenken der nordkoreanischen Regierung nicht in Sicht. Ursache sei jedoch nicht die Unberechenbarkeit des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, sondern „die westliche Gewaltpolitik der vergangenen 20 Jahre.“ Nordkorea, seit 1985 Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrags, hatte das Abkommen am 10. Januar 2003 mit sofortiger Wirkung gekündigt. Damals zeichnete sich der US-Überfall auf den Irak deutlich ab. Der damalige US-Präsident George W. Bush hatte den Irak – gemeinsam mit Nordkorea und dem Iran – einer angeblichen "Achse des Bösen" zugeordnet. Lee Young-hee, ein liberaler Honorarprofessor an der bekannten Hanyang-Universität in Seoul (Südkorea), kommentierte noch im Jahr 2003 wörtlich: „Es ist im Irakkrieg bewiesen worden, dass es keine Mittel gibt, das amerikanische Faustrecht und eigenmächtige Entscheidungen der USA zu kontrollieren.“ Entsprechend setze Pyöngyang – die Regierung Nordkoreas – seitdem kompromisslos auf die Entwicklung von Atomwaffen, führe regelmäßig Atomtests durch (2006, 2009, 2013, 2016) und treibe auch sein Raketenprogramm voran. Selbst die öffentliche Denkfabrik des US-Kongresses für politische Forschung, kurz CRS, räumte im Januar 2016 ein: Der Überfall auf Libyen im Jahr 2011 habe gezeigt, dass Staaten, die gegen Sicherheitsgarantien auf den Bau von Kernwaffen verzichteten, eben doch jederzeit Opfer von Angriffskriegen werden könnten - gegen alle Absprachen. So berichtete die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“, am 6. März 2014, dass der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi im Dezember 2003, nach langen Geheimverhandlungen mit den USA und Großbritannien, auf Massenvernichtungswaffen verzichtete. Sein Atomprogramm war damals weit fortgeschritten. Im Gegenzug wurden die Sanktionen aufgehoben, die Beziehungen zum Westen normalisierten sich. Knapp acht Jahre später griffen die USA, Großbritannien und Frankreich aufseiten der Anti-Gaddafi-Rebellen in den libyschen Bürgerkrieg ein. „Hätten sie das auch getan, wenn der Diktator Atomwaffen gehabt hätte?“, fragt „Der Tagesspiegel und schlussfolgerte: „Der Verzicht auf Atomwaffen rächt sich“. Der Einsatz von Atomwaffen ist in keiner Weise zu rechtfertigen – und eine Welt ohne Atomwaffen muss letztes Ziel bleiben – doch müssten nicht die USA, mit 1.950 aktiven Sprengköpfen Atommacht Nr. 1, den ersten Schritt dahin tun? Auch in Sachen „Unberechenbarkeit“ sind die USA mit Abstand die Nr. 1: So waren und sind die USA seit dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich an rund 60 Kriegen beteiligt – Nordkorea seit dem Koreakrieg (1950-53)an keinem einzigen mehr. Auch haben sich die US-Strategen mit über 30 nachgewiesenen Operationen in die Geschicke anderer Staaten eingemischt, Regierungen gestürzt, oppositionelle Gruppen in anderen Ländern finanziell und militärisch unterstützt, usw. Einzelheiten finden Sie in den eingeblendeten Sendungen: www.kla.tv/9136, www.kla.tv/10155, www.kla.tv/10352. Wem ist es da zu verübeln, wenn man sich vor der Nr. 1 in Sachen Atommacht und Unberechenbarkeit schützen will, wie zum Beispiel Nordkorea?

von dd.


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