Sonntag 23. Juli 2017

Medienkommentar Terror

40.000 Einwohner von Mossul „zu Tode befreit“ – Weshalb kein Aufschrei?! (1 von 3)

40.000 Einwohner von Mossul „zu Tode befreit“ – Weshalb kein Aufschrei?! Sonntag, 23.07.2017 (1 von 3)
Mossul – auch westliche Medien berichten endlich, wie der IS tickt Montag, 12.06.2017 (2 von 3)
6:06
Identifikation - Liedbeitrag zur 13. AZK Freitag, 28.10.2016 (3 von 3)

40.000 Tote bei der Befreiung Mossuls – unter Einsatz schwerer Waffen und geächteter Munition mit weißem Phosphor durch die “Anti-Terror-Koalition“ – und kein Aufschrei in den Medien? Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Ganser hat hierauf eine einleuchtende Antwort: Er spricht von „Imperium“ und was dessen Merkmale sind – damals wie heute. Erfahren Sie hier, warum die etablierten Leitmedien eine gewisse „rote Linie“ in der Berichterstattung nicht überschreiten.

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40.000 Einwohner von Mossul „zu Tode befreit“ – Weshalb kein Aufschrei?! 23.07.2017

Mehr als 40.000 Einwohner sollen bei der Befreiung Mossuls, der zweitgrößten Stadt des Iraks, getötet worden sein. Dies berichtete die britische Internet-Zeitung „The Independent“ am 19. Juli 2017 unter Berufung auf die kurdische Regionalregierung im Irak und deren Sicherheitsdienste. „The Independent“ sprach von einem „Massaker von Mossul“. Die Menschen seien bei Attacken der irakischen Armee, durch Luftanschläge der US-angeführten Anti-Terror-Koalition sowie durch IS-Terroristen ums Leben gekommen. Einzelheiten zu den Kriegsverbrechen der US-geführten Anti-IS-Koalition finden Sie in der Sendung „Mossul – auch westliche Medien berichten endlich, wie der IS tickt“. Diese Zahl der Opfer sei viel höher, als sie zuvor eingeschätzt worden sei, schreibt das Blatt. Der amtierende Finanzminister und ehemalige irakische Außenminister (Hoshyar Zebari) Hoschjar Sebari bestätigte, dass die genannte Opferzahl durchaus realistisch sei. Dies wird auch durch einen Bericht von Amnesty International („At Any Cost: The Civilian Catastrophe in West Mosul“) bestätigt, in dem die irakischen Truppen und die Koalition beschuldigt werden, wahllos schwere Waffen gegen teils zivile Stadtviertel einzusetzen. Außerdem wurde die von den USA geführte Koalition in den letzten Wochen mehrmals beschuldigt, Munition mit weißem Phosphor in Mossul und Rakka genutzt zu haben. Weißer Phosphor ist hochgiftig, als Brandwaffe verboten und lässt bei Kontakt mit Sauerstoff weißen Rauch entstehen. Der neuseeländische General Hugh McAslan bestätigte nun, weißen Phosphor genutzt zu haben, „um Territorien im Westen Mossuls zu verdecken, um Zivilisten sicher herauszuholen.“ Steve Goose, der für die Waffenforschung zuständige Direktor von „Human Rights Watch“ (HWR), sagte dazu: „Es ist egal, wie weißer Phosphor genutzt wird, er stellt ein hohes Risiko von furchtbaren und andauernden Schäden in bevölkerungsreichen Städten wie Rakka, Mossul und anderen Gebieten mit einer großen Anzahl von Zivilisten dar.“ Weshalb nun rufen solch massivste Kriegsverbrechen keinen Aufschrei in den etablierten Medien hervor? Als es noch um die Befreiung Aleppos durch die syrische Armee mit russischer und iranischer Unterstützung ging, war die Empörung in westlichen Medien unüberhörbar groß, wie wir in mehreren Sendungen berichteten (www.kla.tv/10654, www.kla.tv/9410, www.kla.tv/9351). Eine einfache Antwort auf diese Frage gab der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser in einem Vortag, der bereits am 4. März 2015 in schriftlicher Form im Magazin „Free21“ erschien. In jeder Zeitepoche gebe es ein Land, das weltweit am mächtigsten ist und das Sagen habe, so Ganser. Ganser nennt dieses Land „Imperium“. Wie es vorzeiten das römische oder später das britische Imperium vom 16. bis ins 20. Jahrhundert gab, so gebe es heute das „Imperium USA“. Die USA sei wirtschaftlich und militärisch das mächtigste Land, was u.a. folgende Merkmale eines Imperiums unterstreichen: – Die USA haben mit dem Dollar die wichtigste Währung: die Weltleitwährung, die international in bedeutendem Ausmaß als Transaktions- und Reservewährung genutzt wird. – Die USA haben die stärkste Luftwaffe, genauso wie früher das britische Imperium die beste Marine hatte. – Die USA haben am meisten Flugzeugträger, und zwar zehn Stück, während Russland und China nur je einen haben. – Die USA haben am meisten Militärstützpunkte, davon befinden sich weit mehr als 700 in mindestens 42 fremden Ländern. Die wirtschaftliche und militärische Vorherrschaft des „Imperium USA“ habe auch mit Deutungshoheit zu tun, so Ganser. Deutungshoheit heiße, dass immer der „Stärkste“ das Sagen hat und bestimmt, wie die Dinge und er selber dargestellt werden sollen. Wenn das Imperium zum Beispiel sagt: „Wir bombardieren Mossul/Syrien“, dann immer, um den Menschen dort zu helfen. Nie sagt das Imperium: “Wir erbeuten gerade Öl und Gas und töten die Menschen.“ Das wäre unklug. Eine Deutungshoheit des Imperiums laut Ganser sei, sie würden „Terroristen bekämpfen“. Wenn dabei unzählige Zivilsten, Frauen und Kinder getötet werden, dann sagt das Imperium, das sei ein „Kollateralschaden“, das heißt ein „unvermeidbarer“ Begleitschaden. So gelinge es dem Imperium stets, sich selbst durch Manipulation und Propaganda in ein positives und seine Feinde in ein negatives Licht zu stellen. Deutungshoheit bedeute aber auch, so Ganser, dass sich die etablierten Leitmedien wie FAZ, Der Spiegel, ARD, ZDF, Neue Züricher Zeitung usw. völlig bewusst sind, dass die „korrekte“ Berichterstattung über das „Imperium“ wie eine rote Linie ist, die nicht überschritten wird. Deshalb also gibt es bei den grauenhaften Kriegsverbrechen der US-angeführten Anti-Terror-Koalition – wie zum Beispiel in Mossul – weder einen politischen noch medialen Aufschrei! Ich schließe mit einem Zitat von Professor Rainer Mausfeld: „Nur wenn wir uns bewusst sind, dass wir in einem Manipulationskontext sind und diesen Kontext aktiv vermeiden, haben wir eine Chance, uns gegen diese Dinge zu schützen. [..] Nur wenn wir bereit sind, Dinge zu hinterfragen: SAPERE AUDE! – Wage es zu erkennen! […] Das ist keine leichte Aufgabe, aber eine andere Wahl haben wir nicht. Die Entscheidung liegt bei uns."

von dd.


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