Montag 18. September 2017

Medienkommentar Medien

Warum das "Sapad 2017"-Manöver aufgebauscht wird (1 von 1)

Sapad 2017 Für eine regelrechte Hysterie sorgt das Militärmanöver „SAPAD 2017“ in der westlichen Presse und bei der NATO. Vergleicht man die Aktivitäten und Zahlen der NATO mit denen der russischen Soldaten bei ihren Manövern, wirkt das Ganze wie „pure Heuchelei“. Soll die rigorose Einkreisungspolitik Russlands durch die NATO „künstlich gerechtfertigt“ werden?

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Warum das "Sapad 2017"-Manöver aufgebauscht wird 18.09.2017

Am 14. und 15. September 2017 berichteten fast alle deutschsprachigen etablierten Medien landauf, landab über „Sapad 2017“, das auf Deutsch „Westen 2017“ genannte Manöver in Weißrussland. Hierbei handelt es sich um ein gemeinsames Militärmanöver der Streitkräfte Russlands und Weißrusslands, das für den Zeitraum vom 14. bis 20. September 2017 angesetzt wurde. Russland und Weißrussland führen seit dem Jahr 2009 regelmäßig alle vier Jahre gemeinsame Übungen durch. Nach russischen Angaben nehmen dabei in diesem Jahr, verteilt auf sechs verschiedene Truppenübungsplätze nahe Minsk, 7.200 weißrussische und 5.500 russische Soldaten – also insgesamt 12.700 Mann – teil. Ab 13.000 Soldaten müssen bei derlei Manövern nach den Regeln der OSZE ausländische Beobachter zugelassen werden. Dieser Umstand löste in den westlichen Medien eine regelrechte Hysterie aus, indem sie die Zahl von 12.700 Mann flugs mal eben um mehr als das 18-Fache anschwellen ließen und Russland unterstellten, bis zu 100.000, ja sogar bis zu 240.000 Mann ins Manöverfeld zu führen. Da jedoch bisher keine dieser Zahlen bestätigt werden konnte, muss eher von Gerüchten gesprochen werden. Hier einige Beispiele: – John Healy, Brigade-General der US-Luftwaffe und US-Übungsleiter in Europa, sprach bereits Anfang August von bis zu 100.000 Soldaten, die an den geplanten Übungen beteiligt sein würden. – Anfang September aber brachte der Sekretär des ukrainischen nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Alexander Turtschinow, gar die Zahl von 240.000 Soldaten in Umlauf. – Doch auch die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sah an der östlichen Peripherie der NATO immerhin noch 100.000 Mann aufmarschieren. – In dasselbe Horn stieß die Regierung Litauens und erklärte, auch sie rechne mit 100.000 teilnehmenden Soldaten. US Brigade-General John Healy kritisiert zudem, es fehle an Transparenz, und Moskau würde keine US- und NATO-Beobachter für die militärische Übung zulassen – ein „gefundenes Fressen“ für die westlichen Leitmedien. Doch kaum erwähnt werden folgende Richtigstellungen der Gegenseite: – Die Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums erklärten im Rahmen des Russland-NATO Rates, dass die Übungen für Beobachter geöffnet sind, um „die Spekulationen und Verbreitung unbegründeter Anschuldigungen gegen unsere Seite zu verhindern“. – Zudem teilte der Pressedienst des weißrussischen Verteidigungsministeriums bereits Mitte August mit, dass Vertreter aus den sieben Ländern Ukraine, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Schweden und Norwegen zu den Militärübungen „Sapad 2017“ eingeladen seien. Eingeladen seien auch Vertreter mehrerer internationaler Organisationen wie UN, OSZE, NATO usw. – Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko sagte diesen September wörtlich: „Wir planen nicht, jemanden anzugreifen. Was die Frage angeht, wie die Übungen an sich sein werden, so haben wir fast jeden eingeladen, der teilnehmen möchte. Wir lassen sie kommen und zusehen.“ Soweit die mehrheitlich unterdrückten Gegenstimmen bezüglich Transparenz, die ja nun doch ein etwas anderes Licht auf die im Westen kursierende Zahl von angeblich 100.000 bis sogar 240.000 teilnehmenden Soldaten wirft. Grigori Karasin, stellvertretender russischer Außenminister, sagte denn auch, dass die Anschuldigungen gegen Russland lediglich dem Ziel dienten, die Einkreisung Russlands durch die NATO „künstlich zu rechtfertigen“. Handfeste Fakten zu der NATO-Einkreisungspolitik gegen Russland finden Sie in unserer Dokumentation „Die NATO-Verschwörung – Vergleich 9/11 mit der Einkreisungspolitik gegen Russland“. Im Folgenden noch einige weitere Zahlen und Fakten, die Einkreisungspolitik gegen Russland betreffend, was die Zahl der insgesamt 12.700 Soldaten bei „Sapad 2017“ ganz neu beurteilen lässt. Ganz anders als bei „Sapad 2017“ werden diese Zahlen jedoch in den westlichen Medien nur am Rande oder überhaupt nicht erwähnt: – Am 11. September 2017 startete in Schweden das dreiwöchige Manöver „Aurora 17“, bei dem rund 19.500 schwedische Soldaten – zusammen mit kleineren Einheiten aus den USA (1.435), Finnland (270), Frankreich (120), sowie Dänemark, Norwegen, Litauen und Estland (je 40-60) – die Abwehr einer „fiktiven Invasion“ simulieren. – Ebenfalls gleichzeitig mit „Sapad 2017“ findet in der Ukraine das Militärmanöver „Rapid Trident 2017“, auf Deutsch: „Schneller Dreizack“, unter Mitwirkung der US-Armee statt. 2.500 Soldaten aus der Ukraine und den USA sowie 13 weiteren Ländern sollen an der Übung teilnehmen. – Laut dem US-Luftwaffenbrigadegeneral John Healy haben diesen Sommer rund 40.000 Mann starke NATO-Truppen samt ihren Alliierten an 18 verschiedenen Militärmanövern im östlichen Europa teilgenommen und – teils direkt entlang der russischen Grenze – Stärke demonstriert. – Bei 18 NATO-Übungen im Sommer 2017, darunter auch "Noble Partner" in Georgien, marschierten NATO-Soldaten in der Schwarzmeerregion in der Nähe der russischen Grenze auf. Bei der größten dieser 18 Übungen – "Saber Guardian 2017" – waren rund 25.000 Militärangehörige aus 22 alliierten Staaten und Partnerschaftsstaaten beteiligt. - Im Rahmen der NATO-Übungsserie „Saber Strike“, auf Deutsch „Säbelhieb“, vom 28. Mai bis zum 24. Juni 2017 haben Kräfte der US-Marine eine Küste in Lettland erstürmt. An dem US-geführten Manöver nahmen Soldaten und Militärgerät aus 20 Staaten teil. Neben den jährlich zahlreicher werdenden NATO-Manövern entlang der russischen Grenze kommen vier eben dort in Rotation stationierte NATO-Bataillone sowie eine ebenfalls rotierende US-Brigade dazu. Dies ergibt eine Zahl von rund 8.000 NATO-Soldaten, die kontinuierlich in den baltischen Staaten und Polen stationiert sind. Hinzu kommen die sogenannte NATO-„Speerspitze“ (rund 5.000 Soldaten) sowie eine „verdeckte“ US-Division, die binnen kürzester Zeit eingesetzt werden könnten. Das Internetportal „german-foreign-policy.com“ schätzt die Zahl der verfügbaren NATO-Kräfte auf 28.000 bis 33.000 Soldaten, die kurzfristig gegen Russland in Stellung gebracht werden könnten. Nicht mitgerechnet sind dabei die Streitkräfte der ost- und südosteuropäischen NATO-Staaten, die aktuell massiv gegen Russland aufrüsten. Diese Zahlen lassen die in den westlichen Medien entfachte Hysterie um das „Sapad 2017“-Manöver in Weißrussland in einem ganz anderen Licht, ja als pure Heuchelei erscheinen. Sie bestätigen einmal mehr, dass die Anschuldigungen gegen Russland ganz offensichtlich einzig dem Ziel dienen, seine Einkreisung durch die NATO „künstlich zu rechtfertigen“.

von dd.


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