Montag 25. September 2017

Paul Craig Roberts stellt Trumps Rede vor der UNO klar (1 von 2)

Paul Craig Roberts stellt Trumps Rede vor der UNO klar Montag, 25.09.2017 (1 von 2)
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In der UNO-Rede vom 19. September 2017 fand Präsident Trump einerseits nur lobende Worte für die Vereinigten Staaten von Amerika. Andererseits zog er gleichzeitig über andere Länder als „selbsterkorene Schurkenstaaten“ her. Damit löste er sogar Schamgefühle im eigenen Volk für ihn und sein Land aus. Der US-amerikanische Ökonom und Publizist Paul Craig Roberts, der sich mit der US-amerikanischen Politik bestens auskennt, hat sich nun zu Wort gemeldet und stellt Trumps Rede vor der UNO ins rechte Licht.

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Paul Craig Roberts stellt Trumps Rede vor der UNO klar 25.09.2017

In typischer Manier US-amerikanischer Präsidenten sprach Donald Trump am 19. September 2017 vor der UNO-Generalversammlung. Einzig für die Vereinigten Staaten von Amerika fand er lobende Worte: „Die Vereinigten Staaten von Amerika haben in der Geschichte der Welt zu den größten Mächten für das Gute gehört“, so Trump wörtlich. Auf der anderen Seite zog er über „selbsterkorene Schurkenstaaten“ wie Nordkorea, Venezuela oder den Iran her und ließ an diesen kein gutes Haar. Einer, der sich mit der US-amerikanischen Politik bestens auskennt, hat sich nun zu Wort gemeldet und stellt Trumps Rede vor der UNO ins rechte Licht. Der US-amerikanische Ökonom und Publizist Paul Craig Roberts war während der Regierung Reagan stellvertretender Finanzminister. Hören Sie nun aus der Rubrik „Meinung ungeschminkt“, was Paul Craig Roberts zu Trumps Rede zu sagen hat. Meinung ungeschminkt - heute mit Paul Craig Roberts Trumps Rede vor der UNO: Heute Morgen habe ich einen Teil von Trumps UNO-Rede gehört. Ich habe mich so für ihn und mein Land geschämt, dass ich abschalten musste. Ich frage mich, ob derjenige, der diese beklagenswerte Rede geschrieben hat, die Absicht hatte, Trump und mit ihm gleich auch ganz Amerika in Verlegenheit zu bringen, oder ob der (oder die Redenschreiber) […] einfach blind waren für die außergewöhnlichen Widersprüche, die sich durch die ganze Rede hindurchzogen. Ich werde nicht alle, sondern nur ein paar Beispiele anführen. Trump ging sehr ausführlich darauf ein, wie Amerika die Souveränität jedes Landes und den Willen des Volkes eines jeden Landes respektiert und wie die Vereinigten Staaten von Amerika trotz ihrer überwältigenden Militärmacht niemals versuchen, irgendeinem Land seinen Willen aufzuzwingen. Was hat sich die Administration dabei gedacht bzw. ist sie überhaupt in der Lage zu denken? Was ist mit Jugoslawien/Serbien, Afghanistan, Irak, Libyen, Somalia, Ägypten, Syrien, Jemen, Pakistan, Krim, Ukraine, Venezuela, Honduras, Ecuador, Bolivien, Brasilien, Argentinien – um nur Länder des 21. Jahrhunderts zu nennen, die von US-Militärangriffen, Regierungsumstürzen und Absetzungen politischer Führer betroffen sind, die sich nicht den US-Interessen angepasst haben? Ist es Respekt vor der Souveränität anderer Länder, wenn man diese zwingt, US-Sanktionen gegen Iran, Russland, China, Nordkorea oder Venezuela mit zu unterstützen? Wird die Souveränität von Ländern respektiert, wenn man gegen sie einfach Sanktionen verhängt? Wenn das nicht vielmehr bedeutet, dass Washingtons Wille anderen Ländern aufgezwungen wird, was dann? Ist es Respekt vor anderen Ländern, wenn man ihnen (wie z.B. Nordkorea) mitteilt: „Wir werden euch in die Steinzeit zurückbomben“, falls sie nicht tun, was man ihnen sagt? Ich hörte, wie Trump sich darüber beschwerte, dass die UN-Menschenrechtskommission Länder mit den schlimmsten Menschenrechtsbilanzen unserer Zeit in ihren Reihen habe, und ich fragte mich, ob er da von den Vereinigten Staaten von Amerika sprach. Natürlich sind Trump, die Redenschreiber, das Außenministerium, der Nationale Sicherheitsrat, die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, ja die gesamte Regierung wohl nicht der Ansicht, dass das endlose Abschlachten und Verstümmeln, das Produzieren von Waisenkindern und Witwen sowie das Enteignen von Millionen von Menschen in zahlreichen Ländern, die wiederum Flüchtlingswellen produzieren, Menschenrechtsverletzungen darstellen. Die Arroganz, die Trump in seiner Rede vermittelt, ist beispiellos. Nach Zusicherungen, dass Amerika alle respektiere, stellte Trump dann eine Forderung nach der anderen auf und erhob Drohung um Drohung gegen die Souveränität des Iran sowie Nordkoreas und forderte den Rest der Welt auf, ihn zu unterstützen. Keines der beiden Länder stellt aber eine Bedrohung für die USA dar. Im Gegensatz zu den USA und Israel befindet sich Korea seit 1953 nicht mehr im Krieg. Der letzte Krieg des Iran fand in den 1980er Jahren statt, als dieser vom Irak angegriffen wurde. Dennoch werden sowohl Nordkorea als auch der Iran von den Vereinigten Staaten von Amerika ständig bedroht. Vor der UNO drohte Trump Nordkorea gar mit totaler Zerstörung und Washington verbreitete weitere Lügen über den Iran, um militärische Aktionen zu rechtfertigen. Hier ein Einblick, was der ehemalige Außenminister Colin Powell darüber sagt, wie sorgfältig Washington über andere Völker nachdenkt: „Wir dachten, wir wüssten, was in Libyen passieren würde. Wir dachten, wir wüssten, was in Ägypten passieren würde. Wir dachten, wir wüssten, was im Irak passieren würde, und wir dachten falsch. Wir müssen bedenken, dass es in jedem dieser Länder eine Struktur gibt, welche die Gesellschaft zusammenhält. Und wie wir gelernt haben, vor allem in Libyen, fällt alles auseinander, wenn man die Spitze entfernt ... und man erntet Chaos.“ Das ist das, was Washington tut. Es bringt Chaos über zig Millionen Menschen, welches deren Leben und die Zukunftsaussichten ihrer Länder zerstört. Das ist das Verhalten, welches Trump als Amerikas Mitgefühl für andere hinstellt. Das ist es, was Trump als Respekt für andere und die Souveränität ihrer Länder ausgibt. Washington verkleidet seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit als „Krieg gegen den Terror“. Die Dutzende Millionen von Geschlachteten, Verstümmelten und Vertriebenen sind lediglich „Kollateralschäden“. Deshalb gelten die Vereinigten Staaten von Amerika als die größte Bedrohung des Friedens. Internationale Umfragen zeigen, dass die Welt die USA als eine viel größere Bedrohung für den Frieden ansieht als Nordkorea und Iran. Doch Trump beschrieb die USA, die allgemein als die größte Bedrohung der Welt angesehen werden, als den großen Beschützer des Friedens. Hat es je einen größeren Unfriedensstifter gegeben? Man fragt sich, ob der Rest der Welt, insbesondere Russland und China, die Botschaft Washingtons verstanden haben. Washingtons Plan für die „Reform“ der UNO ist ein Plan, die Organisation zu einem weiteren Instrument der US-Außenpolitik zu machen, so wie zuvor NATO und die EU. Die Botschaft, die Trump an die UNO zu überbringen hatte, ist, die UNO solle gefälligst in Zukunft die außenpolitische Agenda Washingtons unterstützen. Gegner der Kriegspolitik Washingtons sollen isoliert und mit den von Washington als böse definierten Ländern in einen Topf geworfen werden. Mit anderen Worten: Washington akzeptiert keine Grenzen für seinen Unilateralismus (sprich einseitige Politik, die nur seinen eigenen Interessen dient). Das bedeutet Krieg für jedes Land, das Washingtons Hegemonie (sprich Vorherrschaft) nicht akzeptiert.

von dd.


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