Dienstag 24. Oktober 2017

Medienkommentar Umwelt

Naturkatastrophen für klimapolitische Ziele instrumentalisiert? (1 von 2)

Naturkatastrophen für klimapolitische Ziele instrumentalisiert? Dienstag, 24.10.2017 (1 von 2)
Germanwings-Crash 2015 in neuem Licht Dienstag, 24.10.2017 (2 von 2)

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore und die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard behaupteten jüngst, der Bergsturz vom 23. August 2017 in Bondo sei eine Folge des Klimawandels. Doch wenn namhafte Geologen dieser These widersprechen, stellt Kla.TV die Frage, welche Ziele die „Klimaverfechter“ in Wahrheit „verfechten“.

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Naturkatastrophen für klimapolitische Ziele instrumentalisiert? 24.10.2017

Beim diesjährigen Zürich-Film-Festival stellte der ehemalige US-Vizepräsident und heutige „Klimaschützer“ Al Gore seinen neuen Dokumentarfilm vor: „An Inconvenient Sequel – Truth to Power“ zu deutsch: „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – unsere Zeit läuft“. Für seinen ersten klimapolitischen Film „An Inconvenient Truth“ zu deutsch „ Eine unbequeme Wahrheit“ erhielt Al Gore 2007 zwei Oscars und im selben Jahr für seine Bemühungen um eine Bewusstmachung der „Klimakrise“ den Friedensnobelpreis. Zum neuen Dokumentarfilm schrieb selbst die „Neue Zürcher Zeitung“ (kurz NZZ) am 9. Oktober 2017, dass es Al Gore mit den Fakten nicht so genau nehme und es ihm vor allem um eine Selbstinszenierung gehe. Doch darüber, dass zum Beispiel sein erster Film in britischen Schulen nicht mehr kommentarlos gezeigt werden dürfe, berichtete die NZZ nicht. Der Richter Michael Burton vom Obersten Gerichtshof Englands befand 2007, dass der Film zumindest neun schwerwiegende sachliche Fehler aufweise, auf die britische Schüler in Zukunft hinzuweisen seien. So darf man gespannt sein, ob mit dem neuen Film Ähnliches geschieht. Al Gore jedenfalls hat es sich zu seiner Mission gemacht, die Weltbevölkerung vor der vermeintlich drohenden Klimakatastrophe zu warnen und sie von der Dringlichkeit einer globalen Ökopolitik zu überzeugen. Dabei fällt auf, dass Naturkatastrophen als Beweis für den „menschgemachten“ Klimawandel angeführt werden. So hatte Al Gore, im Interview mit dem Schweizer „Tages-Anzeiger“, einen der größten Bergstürze in der jüngsten Vergangenheit als eine Auswirkung des Klimawandels bezeichnet. Dieser ereignete sich am 23. August 2017 in Bondo, im Süden des Schweizer Kantons Graubünden. Schon die Schweizer Bundespräsidentin und Umweltministerin Doris Leuthard hatte wenige Stunden nach dem Bergsturz gesagt, dass der Klimawandel schuld daran sei. Wörtlich sagte sie in die Fernsehkameras: „Permafrost, Murgänge (das sind Schlamm- und Gerölllawinen), Klimawandel: Es ist halt eine Realität – auch wenn einige das immer noch nicht glauben.“ Und in der Boulevard-Zeitung Blick sagte sie: „Vor allem aber müssen wir uns mit dem Gedanken abfinden, dass es durch den Klimawandel noch weitere solche Bergstürze geben wird.“ Für Leuthard war kurz nach der Katastrophe bereits klar, dass der „menschgemachte“ Klimawandel schuld am Bergsturz sei. Zu anderen Ergebnissen kamen jedoch Geologen, die sowohl den neuen wie auch vergangene Bergstürze untersuchten. So sagte zum Beispiel Ueli Gruner, Geologe und Lehrbeauftragter für Naturgefahren an der Universität Bern, dass eine Häufung in den letzten 150 Jahren nicht beobachtet werden könne und daher sich statistisch auch kein Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und Bergstürzen nachweisen lasse. Interessant ist auch die Aussage des Geologen Andreas Huwiler vom Bündner Amt für Wald und Naturgefahren: „Eine Erkenntnis ist, dass die Prozesse, die einem Bergsturz vorausgehen, sehr lange dauern. Wir sprechen hier von Tausenden von Jahren. Bergstürze dieser Größenordnung sind deshalb weitgehend unabhängig von der Temperaturentwicklung.“ Wenn der seit rund 200 Jahren zunehmende CO2-Ausstoß des Menschen Ursache für den Klimawandel sein sollte, dann stehen hier gerade mal 200 Jahre gegenüber Tausenden von Jahren. Somit dürfte der Bergsturz von Bondo nicht allzu viel mit dem Klimawandel zu tun haben – und schon gar nicht mit dem „menschgemachten“. Leuthard wie auch Al Gore müssen sich unter anderem von Kritikern auch deshalb den Vorwurf gefallen lassen, Naturkatastrophen dazu zu benutzen, durch Angstmacherei und Propaganda ihre klimapolitischen Ziele zu erreichen. Worum es bei diesen klimapolitischen Zielen geht, machen die Forderungen der Klimaverfechter deutlich: So sagte etwa Al Gore im Interview, dass auf alle menschlichen Aktivitäten eine Klimasteuer erhoben werden sollte. Auch der Schweizer Bundesrat will bis 2026 Öl- und Gasheizungen verbieten, sofern es bis dahin nicht gelingt, den CO2-Ausstoß im Gebäudebereich um 51% zu senken. Parallel dazu soll die CO2-Abgabe für Brennstoff auf 240 CHF pro Tonne CO2 angehoben werden, was eine Verdreifachung der heutigen Abgabe bedeuten würde. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte unlängst, die EU brauche eine CO2-Steuer und eine Reform des europäischen Handels mit CO2-Verschmutzungsrechten. Ein Preis von unter 25 bis 30 Euro pro Tonne CO2 sei nicht ausreichend. Derzeit liegt der Preis an der Börse bei etwa 7 Euro. Hier scheint es hintergründig um ganz andere Interessen als um den Klimaschutz zu gehen. Ist es doch unverkennbar, dass es um neue Einnahmequellen für den Staat und eine weitere Bevormundung und finanzielle Ausblutung der Bevölkerung durch immer mehr Gesetze und Steuern geht.

von brm.


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