Donnerstag 26. Oktober 2017

Medienkommentar Terror

Parlamentsbericht: NATO-Krieg gegen Libyen basierte auf Lügen (1 von 2)

Parlamentsbericht: NATO-Krieg gegen Libyen basierte auf Lügen Donnerstag, 26.10.2017 (1 von 2)
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Chilcot-Bericht: „Das System funktioniert“ nur dem Schein nach – Kriegsverbrechen bleiben ungeahndet Samstag, 09.07.2016 (2 von 2)

Bis heute wird Muammar al-Gaddafi in den westlichen Medien und Geschichtsbüchern als unberechenbarer und gefährlicher Diktator dargestellt. Nun ist jedoch ein Bericht von einer parteiübergreifenden Kommission des britischen Parlaments aufgetaucht, der zu einem diametral anderen Schluss kommt: Der NATO-Krieg 2011 gegen Libyen basiere auf Lügen. Sehen Sie in dieser Sendung die wichtigsten Auszüge dieser Untersuchung, die von den etablierten Medien kaum jemals erwähnt wurden …

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Parlamentsbericht: NATO-Krieg gegen Libyen basierte auf Lügen 26.10.2017

Am 20. Oktober 2017 jährte sich der Todestag des ehemaligen libyschen Staatsoberhauptes Muammar al-Gaddafi zum sechsten Mal. Er wurde von Rebellen, die von der NATO Unterstützung erhielten, brutal ermordet. Klagemauer.TV berichtete darüber in der Sendung „Gaddafis Sohn: Hoffnungsschimmer für Libyen?“ [www.kla.tv/11317] Bis heute wird Muammar al-Gaddafi in den westlichen Medien und Geschichtsbüchern als unberechenbarer und gefährlicher Diktator dargestellt. Im Februar 2011 kam es im Zuge des „Arabischen Frühlings“ [www.kla.tv/10715, www.kla.tv/6603] zu landesweiten Aufständen in Libyen, und gegen Ende des Monats verlor Gaddafi die Kontrolle über weite Teile des libyschen Ostens an Rebellen – u.a. Bengasi, die zweitgrößte Stadt Libyens. Die Medien behaupteten damals, dass sich Tausende von Menschen in Bengasi in Todesgefahr befänden und dass 6.000 Menschen von der Regierung getötet worden seien. Sie sagten, dass die libysche Regierung ihre eigenen Leute von der Luft aus angreifen würde. Aufgrund dessen beschloss der UN-Sicherheitsrat am 17. März 2011 [die Resolution 1973] die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen sowie den Schutz der Zivilbevölkerung mit militärischen Mitteln zu autorisieren. Es folgten massive Luftschläge, insbesondere der französischen, US-amerikanischen und britischen Luftwaffe, gegen die vorrückenden libyschen Truppen und strategische Ziele im ganzen Land. Nun ist jedoch ein Bericht aufgetaucht, der zu einem diametral anderen Schluss kommt: Der NATO-Krieg 2011 gegen Libyen basiere auf Lügen. Eigentlich wurde der Bericht schon am 6. September 2016 veröffentlicht, von den etablierten Medien wurde ihm jedoch kaum Beachtung geschenkt – wenn nicht sogar totgeschwiegen. Der detaillierte Bericht stammt auch nicht von irgendjemandem, sondern von einer parteiübergreifenden Kommission für auswärtige Angelegenheiten des britischen Unterhauses. [https://publications.parliament.uk/pa/cm201617/cmselect/cmfaff/119/119.pdf] Die Untersuchung wurde im Juli 2015 gestartet und analysierte die Rolle des Vereinigten Königreichs in dem Krieg 2011 in Libyen. Sie basiert auf über einem Jahr Recherche und Interviews, vor allem mit Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten. Der US-amerikanische Journalist und Autor Benjamin „Ben“ Norton fasste den Bericht des Britischen Parlaments auf dem US-Nachrichtenportal „Salon“ – erschienen am 16. September 2016 – wie folgt zusammen: – „Wir konnten in keiner Weise feststellen, dass die britische Regierung eine angemessene Analyse bezüglich der Natur des Aufstands in Libyen durchgeführt hätte“, heißt es in dem Bericht. „Die Strategie des Vereinigten Königreichs basierte vielmehr auf falschen Annahmen und einem mangelhaften Verständnis des Beweismaterials.“– „Muammar al-Gaddafi drohte zwar mit Gewalt gegen diejenigen, die gegen seine Herrschaft zu den Waffen greifen würden, aber das bedeutete nicht unbedingt eine Bedrohung für jedermann in Bengasi“, so der Bericht weiter. Zudem waren die Aufständischen zum großen Teil von terroristischen Gruppierungen wie z.B. al-Qaida unterwandert. – Beispiele in der Vergangenheit haben gezeigt, dass der langjährige libysche Führer "sehr vorsichtig" vorgegangen ist, um zivile Opfer zu vermeiden. In einem Fall „bemühte sich Gaddafi sechs Monate lang, die im Osten (um Bengasi herum) ansässigen Stämme zu besänftigen, statt darauf zu setzen, die von dort ausgehenden Bedrohungen für das Regime (gewaltsam) zu beseitigen“. – Der Parlamentsbericht weist weiter darauf hin, dass das angebliche Ziel der NATO-Intervention – nämlich die Zivilbevölkerung in Bengasi zu schützen, was als humanitäre Mission verkauft wurde – an nur einem Tag erreicht worden sei. Denn bereits am 20. März 2011 hatten sich Gaddafis Truppen etwa 40 Meilen von Bengasi zurückgezogen, und die NATO-Intervention hätte abgebrochen werden können. – Frankreich aber, das ja allen voran diese militärische Intervention veranlasste, war durch wirtschaftliche und politische Interessen motiviert, nicht durch humanitäre. Aber auch die Medien waren mit von der Partie und verbreiteten, insbesondere der arabische Nachrichtensender „Al Jazeera“, zur Rechtfertigung dieses militärischen Eingreifens unhaltbare Gerüchte über Gaddafi und die libysche Regierung. – Der Aufstand – der in der Tat gewalttätig und nicht friedlich war – wäre nun aber ohne die militärische Unterstützung aus dem Ausland schwerlich erfolgreich gewesen. – Fazit Ben Nortons: Die NATO-Bombardierung stürzte Libyen in eine humanitäre Katastrophe, tötete Tausende von Menschen und vertrieb weitere Hunderttausende. Dadurch wurde Libyen, das zuvor das Land mit dem höchsten Lebensstandard in Afrika war, in einen vom Krieg zerrütteten, „gescheiterten Staat“ verwandelt. [www.kla.tv/11318] Soweit nur mal die wichtigsten Auszüge der Untersuchung des britischen Unterhauses. Es „verurteilt scharf die Rolle des Vereinigten Königreichs in dem Krieg, der die Regierung des libyschen Führers Muammar al-Gaddafi zu Fall brachte und das nordafrikanische Land ins Chaos stürzte.“ Nur, warum fällt dieser aufschlussreiche Bericht unter den Tisch, und warum werden die NATO sowie deren verantwortliche Regierungschefs nicht wegen massivster Kriegsverbrechen vor ein Kriegsgericht gestellt? Wie Klagemauer.TV schon in der Sendung vom 9. Juli 2016 aufzeigte, funktioniert das System „nur dem Schein nach“ und „Kriegsverbrechen bleiben ungeahndet“ [www.kla.tv/8607] – so auch im Fall von Libyen. Muammar al-Gaddafi wurde in der Öffentlichkeit auch nicht rehabilitiert, weder wurden die zahlreichen haltlosen Beschuldigungen gegen ihn zurückgenommen, noch zumindest relativiert. Es bleibt zu hoffen, dass ein nicht zu überhörender Aufschrei in der Bevölkerung geweckt wird und zukünftige Kriegslügen nicht mehr geduldet werden – bevor es für die vielen Kriegstoten, wie in Libyen, zu spät sein wird. [www.kla.tv/8134]

von dd.


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