Donnerstag 04. Januar 2018

Dirk Müller: „Es geht ganz bestimmt nicht um die Eierpreise im Iran“ (1 von 1)

Alle Jahre wieder – ähnlich wie auf dem Maidan vor 4 Jahren (Ukraine) oder ähnlich wie in Libyen, Syrien, und weiteren Ländern, startet auch dieses Jahr wieder mit erschütternd gewalttätigen Demonstrationen – diesmal wenig unerwartet – im Iran. Während die USA, Israel und Saudi-Arabien sich schon eine neue Regierung in Teheran wünschen, führen die westlichen Leitmedien fragwürdige Vermutungen über steigende Eier- und Lebensmittelpreise, von der Regierung erst angedachte Benzinpreiserhöhungen und eine hohe Jugendarbeitslosigkeit ins Feld. Der bekannte Börsen-Experte, Dirk Müller (cashkurs.com), geht den wahren Gründen für die exzessiven Ausschreitungen im Iran mit gesundem Menschenverstand nach …

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Dirk Müller: „Es geht ganz bestimmt nicht um die Eierpreise im Iran“ 04.01.2018

Meinung ungeschminkt, heute mit dem deutschen Finanzexperten Dirk Müller. Seit dem 28. Dezember 2017 wird in den Medien über Proteste und Gegenproteste im Iran berichtet. Gegner sowie Anhänger des politischen Systems im Iran gehen auf die Strasse. Irans Präsident Rohani zeigte sich nach den systemkritischen Protesten mit den Demonstranten solidarisch. Gleichzeitig warnte er aber vor Ausschreitungen. Der oberste religiöse Führer des Iran, Chamenei, beschuldigte ausländische Kräfte, für die Eskalation der Proteste in seinem Land verantwortlich zu sein. Die USA, Israel und Saudi-Arabien unterstützen die Proteste und äußerten bereits ihre Hoffnung auf einen Regierungswechsel in Teheran. In den westlichen Leitmedien wird der Iran allgemein als undemokratisch, rückständig und sogar als gefährlich dargestellt. Die derzeitigen Unruhen führen sie auf wirtschaftliche Probleme, soziale Ungerechtigkeit und die hohe Jugendarbeitslosigkeit zurück. Über den Iran selbst, sein politisches System und die Folgen der jahrelangen vom Westen verhängten wirtschaftlichen Sanktionen wird indessen kaum berichtet. Der Iran bezeichnet sich seit 1979 als Islamische Republik. Staatsoberhaupt ist der oberste Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei. Dieser ernennt die Hälfte der Mitglieder des sogenannten Wächterrates, sodann Mitglieder des Schlichtungsrates sowie schließlich auch den obersten Richter des Landes. Außerdem hat er den Oberbefehl über die Streitkräfte. Das zweithöchste Amt als Repräsentant des Staates nimmt der vom Volk gewählte Präsident ein. Seit 2013 ist dies Hassan Rohani. Als Präsident ernennt er die Regierungsmitglieder, die vom gewählten Parlament bestätigt werden müssen. Er leitet die Regierungsarbeit und unterzeichnet internationale Verträge. Grundlage des iranischen Staates ist seine Verfassung, die u.a. religiöse Minderheiten anerkennt und Männer und Frauen als gleichberechtigt ansieht. Was sind nun aber die eigentlichen Gründe für die gewaltsamen Unruhen im Iran? Der Finanzexperte Dirk Müller meint „Es geht ganz bestimmt nicht um die Eierpreise im Iran“. Die von den westlichen Leitmedien aufgeführten Gründe sind für ihn konstruiert und nicht nachvollziehbar. Müller zählt zu den bekanntesten Börsenexperten Deutschlands, was auch seinen ihm von den Medien vergebenen Spitznamen „Mr. DAX“ eingebracht hat. Er ist wiederholt in Fernsehdebatten öffentlich-rechtlicher Rundfunksender aufgetreten, in denen er jedoch mitunter als „Verschwörungstheoretiker“ verunglimpft und belächelt wurde. Laut eigenen Angaben ist Dirk Müller „vor allem an der Vermittlung von unabhängigen, ehrlichen Hintergrundinformationen gelegen“. Er ist auch Geschäftsführer der Webseite cashkurs.com. Dort heißt es über ihn: „Dirk Müllers Fähigkeit, komplexe Sachverhalte mit spielender Leichtigkeit auf das Wesentliche zusammenzufassen und für die Allgemeinheit verständlich zu erläutern, zeichnet seine einzigartige Berichterstattung aus.“ Diese Fähigkeit benutzt er nun, um auf die größeren, die eigentlichen Zusammenhänge und Strategien rund um die derzeitigen Unruhen im Iran hinzuweisen. Aber hören Sie selbst. https://www.youtube.com/watch?v=GS__5b9s0fw Auszug aus dem Cashkurs.com-Tagesausblick vom 02.01.2018 Aber das große Thema, was uns jetzt über die letzten Tage erreicht hat, das ging am Donnerstag (28. Dezember 2017) los über Silvester, das ist jetzt der Iran, ja wen hat denn das jetzt wirklich gewundert? Also hier gibt es jetzt Proteste, bringen wir es mal ganz kurz auf den Stand, wo wir hier sind. Seit Donnerstag gibt es Proteste im Iran, erst mal in der zweiten Reihe, dann hat sich das mehr übers Land ausgebreitet. Die Iranische Regierung reagiert noch ausgesprochen zurückhaltend, bisher. Die haben nicht die Sondereinheiten auf die Straße geschickt, haben nicht die zivilen Einheiten auf die Straße geschickt, wie sie das vor Jahren schon einmal gemacht haben, sondern versuchen momentan zu deeskalieren, versuchen auf die Forderungen der Protestierenden weitgehend oder in vielen Bereichen mal einzugehen und das, obwohl dort sehr viel Gewalt ausgeübt wird, seitens der Protestierenden. Ein Polizist wurde erschossen, das heißt, dass aus den Reihen der Protestierenden in die Gruppen geschossen wird, also hier provoziert wird. Nun das kennen wir alles schon, das haben wir in den letzten Jahren so oft gesehen, wo Staaten, die uns nicht bequem waren, plötzlich Proteste erlebt haben. USA und Israel unterstützen natürlich die Proteste im Iran massiv, auch Gabriel fordert ein Recht auf Versammlungsfreiheit, an das sich der Iran zuhalten hat. Nun, wie das dann in Saudi Arabien gehalten wird, da haben wir es mit der Versammlungsfreiheit nicht so, oder in China, da pochen wir nicht so drauf, dass die sich hier versammeln und protestieren dürfen, aber das ist ja auch nicht in unserem Interesse. Reuters berichtet über Angriffe auf Polizeiwachen im Iran; so weit zu den friedlichen Protesten. Die Protestgründe, die uns genannt werden, die muss man sich einmal genau anschauen. Da geht es um höhere Eierpreise. Höhere Eierpreise sind also der Grund für groß ausgreifende, gewalttätige Proteste im Iran. Pläne, in Zukunft die Benzinpreise zu erhöhen, würden die Bevölkerung auf die Barrikaden treiben. Wir stellen dazu fest, dass Saudi Arabien zum 1.1.18, also per gestern, die Benzinpreise um 80% erhöht hat, weil denen das Wasser im Hintern kocht, weil ihnen die Einnahmen wegbrechen, und die Mehrwertsteuer wurde angepasst. Aber haben Sie von Massenprotesten in Saudi Arabien diesbezüglich gehört? Nicht so, oder? Aber im Iran soll der Plan, in Zukunft mal irgendwann die Benzin Preise zu erhöhen, jetzt schon zu diesen Protesten führen. Kann man glauben, kann man auch lassen. Ja, und dann die Wut über die finanziellen Hilfen der Regierung für die Palästinenser, das machen die natürlich schon seit Jahren, und die sollten das Geld lieber für die eigene Bevölkerung ausgeben. Naja ob das ausreicht um diese Entwicklung momentan zu erklären, ich weiß es nicht. Dann wird uns gesagt, es ist der Protest wegen der wirtschaftlichen Verzweiflung der Iraner, die hohe Arbeitslosigkeit von 12% würde diese Proteste begründen. Wir halten an dieser Stelle fest: Iran hat eine Arbeitslosigkeit von 12%, Spanien von 17%, Griechenland von 22%. Die Jugendarbeitslosigkeit im Iran wäre so dramatisch deshalb würden die auf die Barrikaden gehen, von 29% Jugendarbeitslosigkeit ist die Rede. Wir halten fest: Italien 35%, Spanien 38%, Griechenland 40%. Sehen sie gewalttätige Massenproteste in Italien, Spanien und Griechenland und Angriffe auf Polizeistationen wegen der hohen Jugendarbeitslosigkeit? Also im Iran ist die niedriger als in Europa in vielen Bereichen und wir nehmen das als Anlass den Iran zu maßregeln. Die schlechte wirtschaftliche Lage im Iran – nun das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im letzten Jahr um 12% gestiegen im Iran. So, und das trotz der Sanktionen etc. pp. Nun, meine Damen und Herren, fassen wir zusammen, um was es geht. Es ist der gleiche Ablauf wie in Syrien und wie in anderen Ländern des Mittleren-Nahen- Ostens in den letzten Jahren. Hier soll eine Regierung gestürzt werden, hier werden entsprechend Proteste angeschürt. Wir wissen inzwischen längst, wie das in Syrien gelaufen ist, mit welcher Vorbereitung das passierte, und jetzt passiert das Ganze im Iran mal wieder, mal sehen, wie die Mullahs (religiösen Führer) darauf reagieren, ob sie das eingedämmt kriegen, oder ob der Ablauf auch hier funktioniert. In Syrien war das ja nicht sonderlich erfolgreich. Allemal können wir festhalten: das Pulverfass Naher-Mittlerer-Osten, das wird 2018 ganz, ganz, maßgeblich sein. Das, glaube ich, müssen wir ganz groß oben darüber schreiben, und hier wird sich einiges tun, sei das in Palästina, sei das in Syrien, sei das in dem ganzen Bereich des Iranischen Halbmondes, also von Iran über jetzt Irak, Syrien, bis in den Libanon hinein, und natürlich auch Gaza. Also hier wird es jetzt die große Auseinandersetzung geben mit den Saudis, Israel, und USA im Verein auf der einen Seite, und dem Iran nahestehenden Ländern auf der anderen Seite, das Thema wird 2018 ganz groß sein. Deshalb nehmen wir diese Meldungen auf, lassen uns aber nicht für blöd verkaufen. Nehmen wir die Informationen so, wie sie sind, wissen, das geht hier um Strategie, es geht um große Themen und ganz bestimmt nicht um die Eierpreise im Iran.

von dd.


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