Freitag 23. Februar 2018

Dr. Andrea Christidis über die Hintergründe von Kinderraub (1 von 1)

Allein im Jahr 2017 waren rund 80.000 Familien von Kindesentzug durch deutsche Jugendämter betroffen. In der Öffentlichkeit wird von „Inobhutnahmen“ zum Schutz der Kinder vor Gewalt und Missbrauch gesprochen. Frau Dr. Andrea Christidis, Psychologin und Rechtsexpertin, berichtet dagegen in einem Interview von zunehmend fadenscheinigen Begründungen, mit denen Kinder von ihren Familien getrennt werden. Sie sieht eine Machtstruktur, die sich durch korrupte und zum Teil pädophile Richter, Jugendamtsmitarbeiter und Politiker aufrechterhält und nur durch Öffentlichkeit durchbrochen werden kann.

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Dr. Andrea Christidis über die Hintergründe von Kinderraub 23.02.2018

Immer wieder in den letzten Jahren gehen Fälle grausam verhungerter oder misshandelter Kinder durch die Schlagzeilen der Presse. Dabei schüren sie eine Hysterie, als seien Jugendämter überaus zurückhaltend, wenn es darum geht, Kinder vor ihren eigenen Eltern zu „schützen“. Für manche Kinder ist es sicher positiv, wenn sie tatsächlich kriminellen oder verantwortungslosen Eltern entzogen werden. Doch die Zahl der Fälle, in denen man Kinder allein aufgrund eines Verdachts der Kindeswohlgefährdung aus ihren Familien herausholt, nimmt stetig zu. Das wirft die Frage auf, ob der rasante Anstieg auf mittlerweile mehr als 80.000 „Inobhutnahmen“ jährlich auch ganz andere Hintergründe haben könnte, als den vorgegebenen Kinderschutz. Laut Gesetzestext § 42 SGB VIII umfasst die Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen die Befugnis, ich zitiere: „ein Kind oder einen Jugendlichen bei einer geeigneten Person, in einer geeigneten Einrichtung oder in einer sonstigen Wohnform vorläufig unterzubringen.“ Tatsächlich kämpfen betroffene Eltern immer öfter jahrelang vergeblich um die Heimkehr ihrer Kinder, die ihnen durch die erzwungene Trennung entfremdet werden. Heiderose Manthey, Pädagogin und freie Journalistin, die als selbst Betroffene den Verein ARCHEVIVA gründete, besuchte im letzten Jahr die Psychologin, Verhaltens- und Familientherapeutin und Rechtsexpertin Frau Dr. Andrea Christidis. Sie spricht im nachfolgenden Interview von fadenscheinigen Begründungen, mit denen Kinder aus Familien geholt werden, über sexuellen Missbrauch und wirtschaftliche Ausbeutung der fremduntergebrachten Kinder, über eine Machtstruktur, die sich durch korrupte und zum Teil pädophile Richter, Jugendamtsmitarbeiter und Politiker aufrecht erhält. Dieses mafiöse System kann laut Dr. Christidis nur durch die Öffentlichkeit durchbrochen werden. Interview: Heiderose Manthey: Dr. Andrea Christidis – Psychologin M.A. mit postgraduellem Studium der Kriminalistik und Forensik (entspricht in Deutschland der Rechtspsychologie mit anschließender Psychotherapieausbildung), Verhaltenstherapeutin und systemische Familientherapeutin heute im Gespräch zum Thema Staatliche Leistungsfolgen für Familien. Fangen wir mal ganz von unten an – Kinderschutz, Familienhilfe, Kindesentnahme, Kindesentzug, Kinderraub, Fremdunterbringung, Kindesmissbrauch – gibt es hier einen Zusammenhang? Dr. Andrea Christidis: Da gibt es einen ganz eindeutigen Zusammenhang. Es ist ja kaum nachzuvollziehen, weshalb mittlerweile 80.000 „In-Obhut-Nahmen“ jährlich stattfinden. Die 80.000 hören sich sowieso schon enorm an. Wenn man aber bedenkt, dort werden nur die Familien gezählt und nicht die tatsächliche Herausnahme von Kindern – wenn Eltern zwei, drei oder vier Kinder haben, wird die Zahl der Kindesherausnahmen wesentlich höher. Und dann fragt man sich, was wird mit diesen Kindern gemacht? Insbesondere, wenn man sich die Fälle etwas genauer ansieht. Es ist ja nicht so, dass überall die Art von Kindeswohl-Gefährdung vorliegt, die das Bundesverfassungsgericht definiert hat, sondern es werden ja oft mit fadenscheinigen Begründungen Kinder aus den Familien geholt. Und unglaublich viele Heimkinder – und zwar nicht nur die, die in den 60er, 70er oder 80er Jahren untergebracht waren – berichten mir, dass ihnen sexueller Missbrauch (Vergewaltigungen, Misshandlungen) zuteilwurde, dass sie aus ihrem Umfeld – nicht nur aus der Familie, sondern aus ihren Schulen - herausgerissen wurden, keine vernünftige Ausbildung bekamen, wie sie sich gewünscht hätten. Also die Freiheit, sich den Beruf aussuchen zu können, wie es eigentlich im Grundgesetz bestimmt ist, wird diesen Jugendlichen oftmals überhaupt nicht zuteil. Sie sind oft so gestört, und man muss ja auch bedenken, dass gerade im Bereich Kinderschutz oder in den Kinderheimen oder in all diesen Bereichen – dass sich dort vermehrt Päderasten befinden, die sich eben an Kindern vergreifen. Und ich rede ganz bewusst nicht von Pädophilen. Pädophile Menschen haben sicherlich auch ihre Problematik, aber ein rein pädophiler Mensch würde einem Kind nicht bewusst wehtun. Da ist tatsächlich die Liebe zum Kind sehr stark und manchmal können sie sich kaum zurückhalten; aber es geht nicht darum, ein Kind zu verletzen. Verletzen und Vergewaltigen – das sind Sadisten. Heiderose Manthey: Es gibt aber eine immense Dunkelziffer von Kindern, die teilweise von einem Elternteil getrennt werden. Fallen die auch in dieses Vergewaltigungsmuster? Dr. Andrea Christidis: Nicht alle, aber viele davon. Man muss ja bedenken, der eine Elternteil, der sich ausschließlich um die Kinder kümmern muss oder will oder wie auch immer, ist ja doppelt belastet. Das heißt, er hat ja keine Unterstützung vom anderen Partner. Viele können ihrer beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen, weil sie eben keine Unterstützung vom anderen Partner haben, sind oft – insbesondere, wenn die Kinder pubertär werden – auch völlig überfordert. Es wird immer in den Medien berichtet von alleinerziehenden Müttern, die in der Armut leben usw. Das ist ja gewollt. Es ist ja so, dass diese Armut nicht einfach gottgegeben ist, sondern diese Mütter können nicht arbeiten gehen, ihnen wird praktisch vorgegaukelt, sie hätten jetzt eine besondere Macht über die Kinder, nutzen die ganz oft auch schamlos aus, weil sie überhaupt nicht begreifen, was das System mit ihnen betreibt. Im Grunde werden Mütter nämlich dadurch wieder an den Herd gebunden – Küche, Kinder und Kirche – und Kinder wachsen ohne den Schutz des Vaters, der ja doch eine bestimmte Stärke darstellt, der Kindern auch Risikofähigkeit beibringt oder auch die Möglichkeit, sich zu wehren – der ist ja einfach nicht mehr da. Und wenn die Beziehung dann irgendwann so zerstört ist, wagen ja Mütter oftmals gar nicht, sich diesen Schutz wieder zu holen, um es klar zu sagen. Und Kinder werden ganz häufig in Schulen, in Freizeitunterbringungen dann auch sexuell genötigt und haben eben niemanden, der dann für sie einsteht. Heiderose Manthey: Die Entelterung oder Teilentelterung der Kinder ist ein staatliches Ziel? Dr. Andrea Christidis: Zumindest wird es entsprechend gefördert, indem eben keine gemeinsamen Aufenthalte der Kinder bei beiden Eltern stattfinden, sondern es wird willkürlich entschieden, das ist der Bessere. Das ist das Fatale – es wird hier eine Selektion betrieben. Wer ist der bessere Elternteil; nach welchen Kriterien kann man zumindest was Gerichtsbeschlüsse betrifft (mir liegen über 1.000 Gerichtsurteile samt Gutachten und ganze Akten hier vor) – die sind so willkürlich gefasst. Der eine Richter entscheidet nach dem einen Kriterium, der andere nach dem anderen. Es gibt überhaupt keine klare Zielrichtung. Das heißt, der, der sich vor Gericht am gefügigsten zeigt, das ist der, der in der Regel das Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind erhält. Heiderose Manthey: Wenn Kinder komplett heraus genommen werden, also schutzlos von beiden Eltern aufwachsen müssen, gibt es da eine ganz bestimmte Klientel, die das betrifft – also Eltern, die sich nicht wehren können, wo die Kinder einfach abgegriffen werden? Dr. Andrea Christidis: Also Eltern, die sich nicht wehren können, ist sicherlich ein Kriterium, wenn die Kinder heraus genommen werden. Es ist aber ganz häufig so, dass es Kinder sind, die ihre Macht in der Pubertät vor ihren Eltern beweisen wollen. Die nabeln sich auch ab. Das sind aber völlig normale Prozesse. In der Schule wird den Kindern oft gesagt, wenn ihr ein Problem habt, kommt zum Jugendamt. Und die erpressen praktisch ihre Eltern schon damit, erzählen oft auch Dinge, die eben leider nicht immer alle wahr sind, und so sind Pubertäre irgendwann im Kinderheim, werden dann gegen ihre Eltern aufgebracht, haben dann vielleicht über ihre Eltern schon die tollsten Räuberpistolen erzählt, und wagen sich nicht mehr nach Hause zu ihren Eltern, was ein unglaublich familienzerstörendes System ist. Das muss man klar so sagen. Heiderose Manthey: Welches sind denn die gesundheitlichen Folgen für die Kinder, die so einen Horror oder Terror erleben müssen? Dr. Andrea Christidis: Die sind unterschiedlichster Art. Wenn man bedenkt, dass gerade in betreuten Wohneinrichtungen oder in Kinderheimen bekannt ist, dass Kinder oft mit Drogen in Kontakt kommen, dass sie ganz oft mit Alkohol (das ist ja auch eine Droge) in Kontakt kommen, dass sie unglaublich früh sexualisiert werden, auch mit anderen Heimkindern sexuelle Kontakte haben oder auch mit Betreuern usw. – ich habe da alles schon gehört – das ist die eine körperliche Versehrtheit, die eintritt. Die andere ist ganz einfach, dass die Kinder ganz oft psychisch beeinträchtigt sind, ganz oft in Depressionen abschweifen oder andere Störungen entwickeln. Heiderose Manthey: Gibt es denn so etwas wie Kindesherausnahmen mit der gezielten Zuführung einer ganz bestimmten Klientel? Dr. Andrea Christidis: Ja gut, das ist ja bekannt. Einmal in Berlin – da gab es einen Pädagogikprofessor, der ganz gezielt Jugendliche, die auf der Straße lebten, an sogenannte Pädophile (ich nenne sie Päderasten) in die Wohngemeinschaften gebracht hat. Das war ein ganz offizielles Forschungsprojekt und diese Jugendlichen sind dort auch entsprechend sexuell missbraucht worden, waren aber dann von der Straße – das war das Ziel – und sind versorgt worden von diesen Männern. Heiderose Manthey: Wie kommen Kinder aus so einem Sumpf heraus? Dr. Andrea Christidis: Das ist eine gute Frage. Von selbst gar nicht, würde ich sagen. Und wenn Kinder natürlich ein gewisses Alter erreicht haben, haben bestimmte pädophile Ringe natürlich kein Interesse mehr. Oft ist es so, dass ein Pädophiler (oder Päderast, wie ich es lieber nennen mag) besondere Alterssequenzen haben, die sie besonders gerne mögen. Und wenn die Jugendlichen aus dieser Alterssequenz heraus gewachsen sind, sind sie nicht mehr interessant. Heiderose Manthey: Abfallprodukt Kind – gibt es das gezielt? Dr. Andrea Christidis: Ja, Kinder werden natürlich nicht nur sexuell missbraucht – das ist ein Aspekt, sie werden auch wirtschaftlich völlig ausgebeutet. Das wird dann gerne verkauft unter dem Motto: Erlebnispädagogik. Ich sage nicht, dass alles, was Erlebnispädagogik bedeutet, schlecht ist. Es ist aber häufig so, dass Jugendliche wirtschaftlich ausgebeutet werden, in dem sie z.B. – mir ist ein Fall bekannt von Jugendlichen, dass sie von Deutschland aus einem Kinderheim teilweise mit dem Bus, teilweise mit Fahrrädern, teilweise zu Fuß mit ihren zwei Betreuern über Frankreich nach Spanien gereist sind und dort auf Plantagen, Obstplantagen zum Beispiel, mitten in der heißen Sonne die Häuser, in denen der Samen zum Beispiel gelagert wurde, mit Dachpappe abdecken mussten – also völlige wirtschaftliche Ausbeutung. Oder, dass sie in Kinderheimen diesen Wirtschaftszweigen zugeführt werden, denen Lehrlinge etc. fehlen, wie z.B. in der Gastronomie. Dass der Jugendschutz nicht eingehalten wird, dass Jugendliche in Dreischichtsystemen in der Gastronomie völlig ausgebeutet werden, auch nachts und kaum Geld dafür erhalten, dass sie z.B. unter unglaublichen hygienischen Bedingungen Speisen abschmecken müssen, sich Salmonellenvergiftungen holen usw. Also diese Dinge habe ich alle dokumentiert. Heiderose Manthey: Haben denn die kaltgestellten Eltern eine Ahnung? Dr. Andrea Christidis: Die Eltern wissen es in der Regel nicht. Die leiden, weil sie ihre Kinder leiden sehen, wenn sie sie besuchen. Die sehen ja, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist, aber die Jugendlichen werden oft angehalten, überhaupt nicht darüber zu reden; nur in den seltensten Fällen erzählen sie überhaupt. Heiderose Manthey: Das heißt also, da liegt auch noch ein Erpressungsmoment vor? Dr. Andrea Christidis: Es ist so wie beim sexuellen Missbrauch – wir haben ein Geheimnis, deinen Eltern geht es nicht gut. Das heißt die Rollen werden vertauscht. Kinder sollen ihre Eltern schützen und die Eltern sollen nicht mehr ihre Kinder schützen. Das, was vielen Eltern eigentlich vor Gericht vorgeworfen wird, sie würden die Rollen vertauschen, wird dort den Kindern ganz aktiv in den Mund gelegt. Heiderose Manthey: Jetzt gibt es ja nicht nur Richter oder Jugendamtsmitarbeiter, die ich aus meiner Sicht in die Ecke der Missbrauchenden stellen wollte. Aber wissen denn diese Mitarbeiter der Justiz im großen Sinn, was hier geschehen kann? Dr. Andrea Christidis: Also was meine Vermutung ist, was ich selbst auch beobachtet habe und dort heraus meine Vermutung jetzt einfach mal darstelle ist, dass es wirklich Jugendamtsmitarbeiter gibt, die wirklich Gutes im Sinn haben, die also überhaupt nicht wissen, oder denken, sollten sie es einmal mitbekommen, dass es solche Eskalation ein Einzelfall wäre. Es gibt aber Jugendamtsmitarbeiter, die professionell Kinder in solchen Heimen unterbringen und dafür auch ordentlich entlohnt werden. Also das haben mir Jugendliche auch selbst berichtet, dass sie gesehen haben, wie dann kleine Briefchen zugeschoben wurden usw. Oder dass ein Heimleiter am Telefon einem Jugendamtsmitarbeiter gesagt hat: Hier ich brauch mal wieder Nachschub. Wir hätten da wieder ein Projekt. Hast du denn noch ein paar böse Jungs für mich? Und dann werden die Jungs eben geliefert. Es soll so dargestellt werden, als seien es Einzelfälle, aber so langsam ist es nicht mehr möglich, alles als Einzelfall darzustellen. Auch Wirtschaftsverbände haben inzwischen Expertisen heraus gegeben und dargelegt, was für ein monströses Wirtschaftssystem sich gerade im Kinder- und Jugendhilfebereich wirtschaftlich herausgebildet hat. Also es hat sich verselbständigt. Und man darf ja auch nicht vergessen, dass viele Kommunalpolitiker, die nicht nur in den Jugendhilfeausschüssen selbst sitzen und über die Gelder selbst mit entscheiden, was alles an Steuergeldern in die Jugendhilfe einfließen soll. Dass die ganz oft entweder im Vorstand, im Aufsichtsrat oder sonst irgendwo solcher Kinderheime sitzen, sich dann ablichten lassen in der Presse, was sie doch für heilige wunderbare Menschen – Kinderschützer sind: Wir haben die Kinder heraus geholt, wir haben sie gerettet und damit auch noch Werbung bei den Wählern machen. Das darf man ja nicht vergessen. Heiderose Manthey: Das Milliardengeschäft mit dem Vorgeben des Kindeswohls, wo es sich oftmals erweist, dass es Kinderraub war, in welchen Höhen reden wir da? Dr. Andrea Christidis: Ja, das ist wirklich extrem schwer zu sagen. Wenn man aber alleine überlegt, dass geschätzte 7.000 Flüchtlingskinder in Deutschland im letzten Jahr unauffindbar verschwunden sind und wir wissen, dass wir eine Kinderpornografie-Mafia, Kinderprostitutions-Mafia haben, sowohl in Deutschland, als auch an anderen Orten. Ich erinnere da an den Sachsensumpf und andere. Und wenn man weiß, wie viel Geld das einbringt. Die Sendungen „Operation Zucker“ und „Jagdgesellschaft Operation Zucker“ sind ja nicht einfach nur Spielfilme gewesen. Die beruhen ja auf Tatsachen. Und genauso läuft es einfach. Kleine Kinder werden aus Heimen geholt. Und wenn ich ein Beispiel bringen darf, was viele Menschen überhaupt nicht wissen: Ja, Ulrike Meinhof war eine Terroristin und wie sie radikalisiert wurde oder wie sie sich selbst radikalisiert hat – beides trifft wohl zu – war fatal. Aber der Beginn war, dass sie als Journalistin und Psychologin immerhin feststellen musste durch viele Interviews, dass Mädchen in Kinderheimen abends, wenn sie zu Bett gegangen sind, von Richtern, Staatsanwälten, Politikern, hochrangigen Unternehmern aufgesucht wurden, sexuell missbraucht wurden, dass die Leiterin des Kinderheims aufgeschlossen hat und diese Menschen schlimmstes Leid erfahren haben und sie gegen Wände gerannt ist, als sie das veröffentlicht hat. Sie hat ein Buch darüber verfasst. Das Buch „Bambule“ wurde später zensiert. Man findet darüber nichts mehr. Ich habe es noch unzensiert gelesen damals. Und man findet die Lektüre natürlich heute immer noch, wenn man es nur möchte. Diese Menschen werden dann als Terroristen natürlich verdammt. Fatal war von Ulrike Meinhof, dass sie sich ausgerechnet mit einem Zuhälter, mit dem Andreas Bader, vereint hat und dann einen furchtbaren Tod gefunden hat. Das fand ich also ganz grausam. Aber das ist das Fatale: es gibt so viele Eltern, die sich radikalisieren lassen. Und das ist nämlich auch ein Ziel. Dann sind es die Verbrecher, dann sind es die Kriminellen. Die landen in Psychiatrien oder in der Forensik oder im Gefängnis. Oder manche geben einfach auf, landen in der Depressivität oder im Drogenmissbrauch und können dann ihre Kinder nicht mehr schützen. Das Wichtige ist dabei, auch wenn man gegen Wände rennt und wenn die Richter immer gegen die Personen entscheiden, immer auf dem Rechtsweg bleiben, immer die Ruhe bewahren, immer diesen Weg weiter gehen. Ich weiß, dass es Menschen gibt, wie z.B. Olivier K., der sagt ja, ihr seid alle verrückt, damit kann man nichts erreichen. Kann sein. Es gibt aber den Weg der Öffentlichkeit und den muss man gehen. Heiderose Manthey: Der Vorwand des nicht definierten Begriffs Kindeswohl endet im schlimmsten Fall in einer weltweiten Kinderpornografie-Mafia. Wo müssen wir ansetzen? Dr. Andrea Christidis: Wir müssen noch mehr Aufklärung betreiben, noch mehr Öffentlichkeit betreiben. Zum Glück gibt es ja auch wirklich Richter, die ganz anständige Menschen sind, die einfach nur denken, das kann doch gar nicht sein, die spinnen. Es gibt aber leider auch immer mehr Korruption in der Richterschaft und insbesondere bei Jugendämtern. Und es sind fast immer dieselben, die bei Gericht auftauchen, die viel Einfluss auf Richter nehmen, unglaublich viele Verfahrensbeistände, die praktisch von diesem Geschäft ebenfalls leben – als Anwälte oder in anderen Bereichen gar nicht mehr tätig sind, sondern nur noch davon leben – die sich dem Jugendamt unterwerfen müssen, weil sie sonst gar nicht mehr genommen werden. Das Jugendamt bestimmt ganz klar. Klar ist es so, dass der Richter den Verfahrensbeistand benennt, aber wenn das Jugendamt in der Regel nicht einverstanden ist mit einem Verfahrensbeistand oder auch einem Gutachter, dann werden die eben nicht genommen. Heiderose Manthey: Das heißt, anstatt Spaltung der Familien oder Zerstörung der Restfamilien nach Trennung und Scheidung, wäre dringend ein weltweites Gesamtkonzept notwendig, um die Eltern zu unterstützen, ihre Kinder zu schützen. Wo wäre der Ansatzpunkt? Dr. Andrea Christidis: Das müsste der politische Wille sein. Wenn man aber bedenkt, es ist ja kein Zufall, dass doch immer mal wieder bekannt wird, dass der eine oder andere Politiker sexuellen Kindesmissbrauch begangen hat, diese Päderastenneigungen einfach hat. Was ich beobachte ist, dass diese Politiker gezielt an die Macht gebracht werden, dass sie gezielt gepflegt werden. Wenn Sie einmal einen Politiker hatten, der erwischt wurde, dann ist er erpressbar. Dann ist er einfach von bestimmten Personen, Instanzen sehr leicht steuerbar und zu leiten. Und so läuft es ja auch mit Richtern. Vor wenigen Wochen habe ich in irgendeinem öffentlichen Sender eine Doku gesehen, dass man über irgendwelche IP-Adressen feststellen konnte, welche Personen sich insbesondere in welchen Internetbereichen aufhalten. Und darunter waren auch Richter. Die haben jetzt nicht gesagt, wo die waren. Aber sie haben denen mitgeteilt: Hört mal, ihr seid erpressbar. Jeder kann euch erpressen, wenn die sehen, dass ihr auf Pornoseiten, auf Sado-Maso-Seiten, auf Kinderpornoseiten gewesen seid. Die haben wohl bestimmte Leute auch informiert. Es läuft einfach genauso. Und die Richter, die korrupt erscheinen und es wahrscheinlich auch sind, sind nicht einfach immer nur korrupt. Das heißt, die sind einfach erpressbar geworden. Es ist fatal für diese Gesellschaft. Genauso wird aber gearbeitet. Kommt dann etwas heraus, dann sind das alles Fake-News. So wird es dann dargestellt. Heiderose Manthey: Die geraubten Kinder, die erpressbaren Politiker und die erpressbaren Richter, die dienen ja der Erhaltung der etablierten Machtstruktur. Ist Ihnen denn hier im Umraum von Gießen auch so etwas bekannt? Dr. Andrea Christidis: Ja, auf jeden Fall. Also wir haben hier Richter, die ganz gezielt – ob nun ein Delikt vorliegt oder nicht, also wenn jemand rebellisch, aufständig, widerspenstig ist – wird verurteilt ohne Ende, wird ständig verfolgt. Ja. Heiderose Manthey: Das heißt also, diejenigen, die die Macht haben, aufzuklären, der Öffentlichkeit zu sagen: Schaut mal hier hin!, die leben in Gefahr in Deutschland? Dr. Andrea Christidis: Die leben zumindest unter Verfolgung. Ja, so ist es schon. Heiderose Manthey: Whistleblower sind gefährdet? Dr. Andrea Christidis: Whistleblower sind mehr als gefährdet, ja. Die Mächtigen wollen natürlich nicht, dass sie entlarvt werden und Whistleblower sind eigentlich ein Segen für die Gesellschaft, sind aber dermaßen gefährdet, dass sie eigentlich der Unterstützung einer ganzen Gesellschaft bedürfen. Lassen Sie mich anfangen mit Edward Snowden, weil er einfach so bekannt ist. Dieser Mann hat so viel Wissen – und noch viel mehr Wissen, wie mir inzwischen bekannt ist, als bis jetzt veröffentlicht worden ist. Es wird aber noch veröffentlicht. Wir haben ihn. Dann haben wir den Julien Assange. Wir haben Gustl Mollath, der sieben Jahre lang in der Forensik weggesperrt war. Wir haben Dennis Stephan gehabt, der vier Monate lang in der Forensik untergebracht war für etwas, das er nicht getan hat und wären wir nicht zu Hilfe gekommen, wäre er wahrscheinlich heute noch dort. Das große Glück, das ich bis jetzt selbst hatte, ist sicherlich mein Umfeld, das mich bisher noch sehr schützen konnte. Aber es gibt unglaublich viele Menschen, die diesem Druck zum Glück gewachsen sind, aber deren gesamte Familie zerstört wird. Das heißt, es werden nicht nur die Whistleblower allein, sondern ihre gesamten Familien werden mit zerstört. Das muss man immer wissen. An diesem Punkt ist die Gesellschaft gefordert, diese Menschen mit zu schützen. Das heißt also, den missbrauchenden und erpressbaren Politikern und Richtern würde dann der Knast drohen, wo jetzt schon Elternteile drin sitzen, die sich für ihre Kinder einsetzen und ihre Kinder schützen wollten. Nicht wenige Väter sitzen ja im Knast. Denen wird also ein Strafverfahren nach dem anderen angelastet, die werden jahrelang über den Tisch der Justiz gezogen. Heiderose Manthey: Es gibt ja auch einige Väter, die im Laufe dieser Schicksalsschläge im Selbstmord enden. Dr. Andrea Christidis: Eins muss man ja wissen – ein Suizid ist immer eine aggressive Tat. Das heißt, die Wut ist so groß geworden. Sie richten diese Aggression nicht gegen Dritte, sondern gegen sich selbst in ihrer Ohnmacht. Viele Väter oder auch Mütter richten die Aggression gegen sich und ihre Kinder oder gegen den anderen Partner. Andere wiederum richten ihre Aggression gegen unbeteiligte Dritte. Wir hatten z. B. so etwas Banales wie in Jobcentern, dass Jobcenter-Mitarbeiter tätlich angegriffen wurden. Ich denke, warum das bei Richtern nicht allzu oft passiert, ist das große Glück, dass da einfach Einlasskontrollen sind. Die wissen auch schon, warum sie Einlasskontrollen haben. Ich weiß nicht, was sonst alles schon passiert wäre. Nur damit ist niemandem geholfen, sondern die Entlarvung dieses Systems – wir haben einen Staat im Staat und die Entlarvung dieses Systems ist meines Erachtens das Einzige, was allen helfen wird. Heiderose Manthey: Wenn ich jetzt hier aufrufen würde, dass sich die Betroffenen weltweit immer enger vernetzen sollten, um Whistleblower oder Wissende, auch Wissenschaftler, die sich der Thematik angenommen haben, zu stützen. Dass genau diese mafiöse Struktur aufgelöst werden kann, läge ich da falsch? Dr. Andrea Christidis: Es gibt ja schon eine ganze Reihe Wissenschaftler, die sich wagen. Ich darf da z.B. an Sylvia Wagner denken, die Pharmazeutin, die aufgedeckt hat, dass bis vor kurzem mit Kindern in Kinderheimen immer noch Medikamentenversuche stattgefunden haben. Ich darf an Dr. Burkhard Wiebel erinnern, der mit seinen Forschungen an der Uni Bochum zu Heimkindern unglaublich wunderbare Ergebnisse vorzuweisen hat. Ich darf an Professor Werner Leitner erinnern, der zu Gutachten eine unschätzbare Arbeit geleistet hat, oder auch an Professor Stürmer und Professor Dr. Gresser und viele, viele weitere Personen, die wunderbare aufklärerische Arbeit leisten. Oder Köster, der wunderbare Rechtsgutachten verfasst oder Korn und Bergmann usw. Ich könnte stundenlang aufzählen. Es gibt Menschen, die Unglaubliches leisten. Es kommt nicht genug in die Öffentlichkeit. Das ist das Problem. Heiderose Manthey: Dafür sind wir ja heute gekommen, um einen Beitrag zu leisten, um diesen Teufelskreis brechen zu können, damit nicht die heutigen Opfer morgen Täter sind. Ein weltweiter Aufruf muss durch’s Netz. Dr. Andrea Christidis: Also ich kann im Grunde nur dazu aufrufen, diesen pervertierten Kapitalismus dahingehend zu beseitigen, dass alle Eltern zusammenstehen, alle Großeltern, alle Tanten, Onkel, Geschwister und gegen dieses mafiöse System anzustehen. Wenn wir das nicht gemeinsam tun, wird sich nichts ändern.

von ah.


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