Mittwoch 28. Februar 2018

Medienkommentar Terror

Medien (SRF): Informationskrieg um Ost-Ghouta (1 von 2)

Medien (SRF): Informationskrieg um Ost-Ghouta Mittwoch, 28.02.2018 (1 von 2)
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Syrien: Westliche Medien bedienen sich zweifelhafter Quelle Samstag, 18.06.2016 (2 von 2)

Berichten unsere Massenmedien tatsächlich neutral, sachgerecht und ausgewogen? Oder sind sie parteiübergreifende Kriegstreibermedien, denen mit einem klaren JA zur „No Billag"-Initiative am 4. März 2018 eine Abfuhr erteilt werden sollte? Klagemauer.TV untersucht diese Frage am Beispiel der SRF-Berichterstattung über die schlimmste Angriffswelle auf die syrische Region Ost-Ghouta seit Beginn des Bürgerkrieges vor fast sieben Jahren.

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Medien (SRF): Informationskrieg um Ost-Ghouta 28.02.2018

Am 24. Februar 2018 war auf der Webseite des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zu lesen, dass die überwiegend von islamistischen Milizen kontrollierte syrische Region Ost-Ghouta nahe der Hauptstadt Damaskus die schlimmste Angriffswelle erlebe seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor fast sieben Jahren. SRF berichtete, dass der UNO-Sicherheitsrat über eine 30-tägige Waffenruhe verhandle, welche humanitären Helfern Zugang zu belagerten Gebieten verschaffen solle. Klagemauer.TV nahm die SRF-Berichterstattung über Ost-Ghouta zum Anlass, um zu überprüfen, wie sachgerecht und ausgewogen SRF tatsächlich berichtet. An dieser Stelle sei auf die vielzitierte Einsicht des griechischen Dichters Aischylos hingewiesen: „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“ Bei jeder Kriegsberichterstattung ist es deshalb unerlässlich, beide Seiten ausgewogen zu Wort kommen zu lassen, da der Wahrheitsgehalt kaum überprüft werden kann. 1. SRF schreibt von einer „Angriffswelle“ der syrischen Regierungstruppen mit ihren Verbündeten Russland und Iran. Was SRF jedoch nicht erwähnt, ist, dass es Berichte gibt, die darlegen, wie es dazu kam: Bei der Region Ost-Ghouta handelt es sich um eine sogenannte Deeskalationszone, um die Gewalt in Syrien einzuschränken. Jedoch brach die Abmachung am 14. November 2017 zusammen, als Terrormilizen von Ost-Ghouta aus Angriffe auf Stellungen der Regierungstruppen starteten. Dabei sind sie dazu übergegangen, zivile Wohngebiete in Damaskus willkürlich mit Raketen zu beschießen, wobei mittlerweile Dutzende Zivilisten zu Tode kamen. 2. SRF beruft sich auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, kurz „SOHR“. Laut dieser seien in der vergangenen Woche 500 Zivilisten getötet worden, darunter mehr als 120 Kinder. Nur, wie SRF selbst zugibt, besteht die SOHR aus einem einzigen Mann, steht der Opposition nahe und bezieht ihre Informationen von Aktivisten, die mit den Terrormilizen zusammenarbeiten (www.kla.tv/9820, www.kla.tv/8514). Wenn SRF eine Kriegspartei zu Wort kommen lässt, deren Wahrheitsgehalt hinterfragt werden muss, dann müsste sie die andere Seite ebenso zu Wort kommen lassen. Zum Beispiel wenn die syrische Nachrichtenagentur Sana von dem Raketenbeschuss der Terrormilizen aus Ost-Ghouta auf Damaskus berichtet. Doch dazu wird kaum einmal ein Wort erwähnt. Dabei handelt es sich nicht um einige einzelne Opfer, sondern um viele Hundert Tote nur in den zwei vergangenen Jahren. Insgesamt, wenn auf der SRF-Webseite nach „Syrische Beobachtungsstelle“ gesucht wird, erscheinen 276 Treffer, wird jedoch „Nachrichtenagentur Sana“ eingegeben, sind es 62. Von Ausgewogenheit keine Spur. 3. SRF zitierte den UNO-Beauftragten für humanitäre Hilfe, Mark Lowcock: Der Kampf gegen Terroristen rechtfertige es nicht, Zivilisten zu töten und ganze Städte zu zerstören. Stimmt: Doch warum berichtete SRF nicht mit den gleichen Standards, als es um die Rückeroberung von Mossul im Irak durch irakische Streitkräfte mit ihren NATO-Verbündeten ging? Damals kamen 9.000 bis 11.000 Zivilisten zu Tode. Die kurdische Regionalregierung im Irak sprach sogar davon, dass 40.000 Einwohner von Mossul „zu Tode befreit“ wurden (www.kla.tv/10852). 4. Auch ist offensichtlich, dass SRF eine Konfliktpartei weit mehr zu Wort kommen lässt und somit bevorzugt. So zitierte sie in einer Überschrift den der Opposition nahestehenden Elias Perabo, Mitbegründer einer deutsch-syrischen NGO, einer Nicht-Regierungs-Organisation, wie folgt: „Es ist ein Feldzug gegen die Zivilbevölkerung“. SRF lässt Perabo in den SRF 4 News ausführlich zu Wort kommen, obwohl es darum weiß, dass deutsche Persönlichkeiten seiner Organisation ihre Unterstützung entzogen haben. Dies aus Zweifel, ob die NGO tatsächlich nur einen gewaltfreien Widerstand gegen Assad unterstützt. Eine namhafte Stimme der Gegenpartei hingegen, wie z. B. die des russischen Außenministers Serge Lawrow, wurde im selben Zeitraum kein einziges Mal erwähnt. Lawrow legte seine Sichtweise nämlich wie folgt dar, was von SRF nicht thematisiert wird: Das eigentliche Ziel der vom Westen vorgeschlagenen Resolution des UN-Sicherheitsrates zu Syrien sei es, Damaskus die Schuld an allem zuzuschieben und Aufständischen Schutz zu gewähren. Die Terrormiliz Al-Nusra-Front benütze die Zivilbevölkerung Ost-Ghoutas als menschlichen Schutzschild. Nur schon diese vier Beispiele legen nahe, dass SRF keinesfalls neutral, sachgerecht und ausgewogen berichtet, wie z. B. von den Gegnern der „No Billag“-Initiative behauptet wird. Auch wenn der Wahrheitsgehalt aller Kriegsparteien in Frage gestellt werden muss – wie in jedem Krieg – so müssen alle Kriegsparteien gleichwertig behandelt werden. Wird eine Seite bevorzugt, wie es SRF und andere Massenmedien tun, muss von einem parteiergreifenden, kriegstreiberischen Informationskrieg gesprochen werden. Nur mit einem klaren JA zur „No Billag“-Initiative am 4. März 2018 kann den Kriegstreibermedien wie SRF eine Abfuhr erteilt werden.

von dd.


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