Friedensbewegung gefährdet geopolitische Interessen | Kla.TV

Sonntag 31. Juli 2018

Medienkommentar Ideologie

Friedensbewegung gefährdet geopolitische Interessen (1 von 2)

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Friedensbewegung gefährdet geopolitische Interessen Dienstag, 31.07.2018 (1 von 2)
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♫ Friede beginnt IN mir ♫ Dienstag, 31.07.2018 (2 von 2)

Wegen wachsender Rüstungsausgaben und aggressiver Konfrontationspolitik entstehen überall auf der Welt Friedensbewegungen. Menschen finden und vernetzen sich für ein und dieselbe Sache: Völkerverständigung, die Beseitigung von Vorurteilen und die Überwindung von Spaltung. Doch das scheint nicht jedem zu gefallen. Die Friedensbewegungen sehen sich massiven Widerständen, Diffamierungen und Verleumdungen gegenüber.

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Friedensbewegung gefährdet geopolitische Interessen 31.07.2018

Im Angesicht weltweit zunehmender Rüstungsausgaben und einer immer aggressiver werdenden Konfrontationspolitik fanden und finden auch in diesem Jahr Aktionen einer stetig breiter werdenden Friedensbewegung statt. So wurde zum Beispiel am 2. Juni in Berlin wieder der „Women‘s Peace March“ initiiert. Dies ist eine weltweite Bewegung tausender Frauen und Mütter, welche ihrer Sehnsucht nach globalem Frieden durch friedliche Märsche Ausdruck verleihen, so z. B. in großen Städten Schwedens, Israels, Großbritanniens, Brasiliens und Deutschlands. Begonnen hat die Initiative 2016 mit der Israelin Yael Deckelbaum und der Palästinenserin Miriam Toukan, welche Versöhnung scheinbar unversöhnlicher Völker ganz praktisch vorleben. Eine weitere internationale Friedensbewegung, gegründet im Jahr 2017, ist die „Friedensweg-Community“. Einer der Initiatoren, Erich Hambach, war 30 Jahre lang in der Versicherungs- und Investmentbranche tätig. Dort erkannte er, dass es nicht um das Wohl der Kunden geht, sondern immer der eigene Profit im Vordergrund steht. Er wurde zum Querdenker, Wahrheitsforscher, Aufklärer, Friedensaktivist und Autor. In einem Interview mit Jo Conrad von bewusst.tv berichtet Erich Hambach über die Initiative und auch über Anfeindungen durch Medien und Gruppierungen, welche ihre Kriegstreiberinteressen durch eine erstarkende Friedensbewegung bedroht sehen. So sei über den Friedensweg im Vorjahr nicht positiv berichtet, sondern dieser als „rechts verortet und etwas braun eingefärbt“ worden. Erich Hambach: „Also, ich steck eben nicht den Kopf in den Sand und beschäftige mich gar nicht mehr damit. Weil, es ist ja trotzdem so, dass es Kriegstreiberei gibt. Es gibt ja auch den militärisch-industriellen Komplex, der riesen Geld daran verdient. Vom Thema Geopolitik mal ganz abgesehen. Aber es gibt ja auch den Spruch. Also: „Wenn du den Kopf in den Sand steckst, dann sieht der Feind immer noch deinen Arsch.“ Also, der schaut immer noch raus. Das bedeutet, ignorieren bringt uns an der Stelle nicht weiter.“ Jo Conrad und auch Erich Hambach erkennen in der negativen Einstellung der Medien zu Friedensbewegungen, dass es Kräfte gibt, welche die Friedensbewegung als gefährlich für ihre Interessen empfinden. So zitiert Erich Hambach Prof. Otterpohl zum Thema Diffamierung: „Der Grad der Diffamierung zeigt die Wichtigkeit und die Ernsthaftigkeit des Themas mit dem man sich gerade beschäftigt.“ Erich Hambach steht stellvertretend für viele Gruppen und Einzelpersonen, die sich aktiv für Frieden einsetzen. Entweder werden sie seitens der Medien ignoriert oder als Nazis, Antisemiten oder sonst wie „rechts“ geächtet. Auch die Friedensbewegung von Dr. Rainer Rothfuß, Begründer der seit 2016 jährlich stattfindenden „Druschba“-Fahrten nach Russland, lässt auf eine sehr hohe Wichtigkeit des „Themas“ schließen. Druschba heißt Freundschaft und genau das ist das Anliegen dieser Friedensbewegung. Der Druschba Global e.V. setzt sich für Völkerverständigung - gerade auch mit Russland - ein, die Beseitigung von Vorurteilen und die Überwindung einer von kriegsinteressierten Kreisen angeheizten Spaltung zwischen Russland und Europa. Und das nicht theoretisch vom Schreibtisch aus, sondern ganz praktisch durch Besuche in Russland mit vielen Begegnungen direkt vor Ort, Knüpfen von Freundschaften und Austausch an der Basis. So werden medial verordnete „Feindbilder“ ignoriert und eine interessensorientierte Kriegspropaganda entlarvt. Soweit alles gut? Nicht für alle… Offensichtlich gibt es ein Geflecht von Leuten, deren Interessen durch solche Vorstöße gefährdet werden. So sieht sich auch Rainer Rothfuß mit medialer Verleumdung bis hin zu persönlicher Bedrohung konfrontiert. In dem sehenswerten Dokumentarfilm „Druschba heißt Freundschaft“ von NuoViso nimmt Rainer Rothfuß dazu Stellung: „Was dann noch letztendlich sehr ärgerlich war, ist dass ich sehen musste, dass ich wegen diesem Besuch der Krim, auf die – ich möchte mal sagen - Todesliste von „Mirotvorez“ („Friedensstifter“) geraten bin. Das ist ein Netzwerk, von faschistischen Gruppierungen, und mit sehr enger Verknüpfung auch mit dem ukrainischen Geheimdienst und auch sonstigen staatlichen Stellen. 2015 sind schon Journalisten, 2 Tage nachdem sie auf diese Liste kamen, in Kiew getötet worden. Diese Organisation existiert weiter, wurde also nicht unterbunden. Und die Bundesregierung kooperiert weiter mit einer Regierung, die so eine faschistische Organisation, so eine verbrecherische Organisation duldet. Und die EU hat sogar Visafreiheit mit so einem Land ausgehandelt. Dagegen protestiere ich, ganz vehement auch in meinem eigenen Interesse. Ich halt es da einfach mit Scooter und sage: Diese Reaktion seitens der Ukraine auf meine Einreise ist wirklich: Hyper! Hyper! Es ist völlig überreagiert, es ist Schwachsinn. Und ich rufe dazu auf, dass die westlichen Regierungen die Ukraine stoppen, dass Menschen, die sich einfach für Völkerverständigung einsetzen, auf irgendwelche Kill-Lists kommen. Dankeschön!“ Doch auch in Deutschland wird die „Druschba-Bewegung“ nicht überall mit offenen Armen empfangen: So erhielt Rainer Rothfuß direkt nach der Rückkehr aus Russland eine Strafanzeige wegen eines Picknicks vor dem Berliner Reichstag, welches bereits mit der Senatsverwaltung abgesprochen war. Grund: Mehr als 15 Personen hätten das gleiche T-Shirt an mit Friedenstaube und Druschba-Herz. Das sei politisch, weswegen sie eine ungenehmigte politische Versammlung abgehalten hätten. Solche Widerstände gegen Friedensbewegungen deuten auf ihren enormen Einfluss hin, den sie inzwischen weltweit besitzen. Trotz der Vielfalt der verschiedenen Bewegungen haben alle eines gemeinsam: Sie sind jung, wachsen stetig und vernetzen sich weltweit. Sie entstehen parallel, quasi von selbst und werden von offizieller Seite verschwiegen oder verleumdet. Gerade angesichts der Einschüchterungsversuche oder Bedrohungen gibt uns die Natur ein Schauspiel, was alles möglich ist, wenn viele eine gemeinsame Sache unterstützen: Was könnte zum Beispiel eine einzelne Ameise mit ihren fünf bis sieben Milligramm schon groß bewegen? Als gemeinsamer Organismus jedoch sind sie sogar in der Lage, einen Bären zu vertreiben. Diese ungeahnten Kräfte sind es, die auch den jungen und scheinbar so verächtlichen Friedensbewegungen den Erfolg bringen werden.

von Ag./ah./pi

Quellen/Links: http://puls-des-friedens.berlin/wo-mens-peace-march/
https://www.youtube.com/watch?v=0rfQcf56_v8
Dokumentarfilm „Druschba heißt Freundschaft“ von Torsten Müller, bei NuoViso

Friedensbewegung gefährdet geopolitische Interessen

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