Montag 16. November 2015

Terror | 16.11.2015

Terroranschläge in Paris – Was beachtet werden muss (1 von 2)

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Terroranschläge in Paris – Was beachtet werden muss Montag, 16.11.2015 (1 von 2)
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Menschenzüchtung durch Präimplantationsdiagnostik? Montag, 16.11.2015 (2 von 2)

Am späten Abend des 13. Novembers 2015 wurde die französische Hauptstadt von einer beispiellosen Anschlagsserie erschüttert. Nach bisherigen Informationen starben 132 Menschen. 352 wurden verletzt, davon 99 schwer. Sechs Mal schlugen die Attentäter in offenbar koordinierten Anschlägen zu, innerhalb von 33 Minuten. Im Folgenden greift Klagemauer.tv einige grundlegende Überlegungen auf, die im Zusammenhang mit sogenannten „islamistischen“ Terroranschlägen bedacht werden müssen.

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Terroranschläge in Paris – Was beachtet werden muss 16.11.2015

Am späten Abend des 13. Novembers 2015 wurde die französische Hauptstadt von einer beispiellosen Anschlagsserie erschüttert. Nach bisherigen Informationen starben 132 Menschen. 352 wurden verletzt, davon 99 schwer. Sechs Mal schlugen die Attentäter in offenbar koordinierten Anschlägen zu, innerhalb von 33 Minuten. Drei Terrorkommandos hatten nahezu gleichzeitig zugeschlagen: Sie schossen wahllos auf Menschen und sprengten sich in die Luft. Der Terror begann kurz nach 21 Uhr vor dem Fußballstadion „Stade de France“, wo am Freitagabend Frankreich und Deutschland gegeneinander spielten. Während des Spiels sprengten sich zwei Selbstmordattentäter vor dem Stadion in die Luft. Ermittler berichten von vier Toten, darunter drei Terroristen. Wenig später wurde die Konzerthalle „Bataclan“ angegriffen, wo zu diesem Zeitpunkt die US-Band «Eagles of Death Metal» spielte. Wie die „Badische Zeitung“ berichtete, stürmten mindestens vier Attentäter den Saal, als die Band den Song „Kiss The Devil“, zu Deutsch „Küss den Teufel“, spielten. Rund hundert Menschen wurden getötet. Nur 2 Monate zuvor verkauften die jüdischen Eigentümer das „Bataclan Theater“ und emigrierten nach Israel. Weitere Menschen starben an vier anderen Orten – belebten Cafés und Bars – in unmittelbarer Nähe des „Bataclan Konzertsaals“. Sieben Terroristen seien tot, sagte Staatsanwalt François Molins. Bislang wurde ein Angreifer als Franzose identifiziert. Eine weitere Spur führt nach Belgien, wo nach möglichen Komplizen gefahndet wird. Zudem hieß es aus Polizeikreisen, nahe einer der Leichen sei ein syrischer Pass gefunden worden. Experten weisen darauf hin, dass der Pass gestohlen, gefälscht oder gekauft sein könnte. In einer am Samstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) heißt es, «Brüder mit Sprengstoffgürteln und Sturmgewehren» hätten den «gesegneten Angriff» verübt. Die Angriffsziele seien «bewusst im Herzen von Paris ausgewählt» worden, hieß es mit indirektem Verweis auf die französischen Luftangriffe auf den IS in Syrien und im Irak. Soweit die wichtigsten Fakten zusammengefasst. Über weitere Hintergründe kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden. Im Folgenden greift Klagemauer.tv einige grundlegende Überlegungen auf, die im Zusammenhang mit sogenannten „islamistischen“ Terroranschlägen bedacht werden müssen. 1. Der Journalist und Islamismus-Experte Yassin Musharbash sagte klar, dass die Terroranschläge – obwohl sich die angeblichen Terroristen auf den Islam berufen – nichts mit dem Islam zu tun haben. Zitat Musharbash: „Diese Leute hängen nicht einer Religion, sondern einer Ideologie an – der Ideologie des Dschihadismus.“ Der Dschihadismus sei eine politische Weltanschauung, verknüpft mit mörderischen, brutalen Handlungsanweisungen, mit dem Endziel, die restliche Welt zu unterwerfen. Jedoch sei der Dschihadismus nicht mit dem praktizierten Islam als Religion zu verwechseln, so Musharbash. Zu den dschihadistischen Gruppierungen zählen u.a. der „Islamische Staat“ (IS), die „al-Qaida“, die „al-Nusra-Front“ sowie Boko Haram. 2. Gilt es zu bedenken, wie der radikale Dschihadismus überhaupt entstanden ist: Der kanadische Professor der Wirtschaftswissenschaften Michel Evgenij Chossudovsky schrieb dazu in einem Aufsatz im Jahr 2007, dass bekannt und dokumentiert sei, dass das „Islamische Terrornetzwerk“ eine Schöpfung des US-Geheimdienstapparates sei. Der „islamische Dschihad“ – oder der sogenannte „heilige Krieg“ gegen die Sowjets – wurde ein faktischer Bestandteil der Machenschaften der CIA im Krieg Afghanistans gegen die Sowjetunion im Jahr 1979. Er wurde durch die USA und Saudi-Arabien vorangetrieben. Etwa 35.000 muslimische Extremisten aus 40 islamischen Staaten hätten sich am Krieg Afghanistans gegen die Sowjetunion beteiligt. Im einem Interview mit dem Nachrichtensender „FOX-News“ sagte General Wesley Clark, ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber in Europa, Zitat: „Wir, die Vereinigten Staaten, benutzten den radikalen Islam, um die Sowjets in Afghanistan zu bekämpfen. Wir baten die Saudis, das Geld beizuschaffen. Sie taten es.” Der radikale Islam werde für geostrategische Interessen benutzt, so Clark. 3. Gilt es weiter zu beachten, dass auch neuere, aus dem radikalen Dschihadismus herausgewachsene Gruppierungen, wie der Islamische Staat (IS), Produkte amerikanischer Politik seien. Dies sagte der Nahostexperte Michael Lüders am 10. September in einer Talkshow des deutschen TV-Senders Phoenix. Ein bisher geheimes US-Dokument belegt zudem, dass die USA, die Türkei und die Golfstaaten den „Islamischen Staat“ bewusst gefördert haben, um die syrische Regierung unter Druck zu setzen und den Einfluss des Irans einzudämmen. „Judicial Watch“, eine US-amerikanische Organisation die gemäß eigenen Angaben sicherstelle, dass politische sowie juristische Behörden ihre Machtbefugnisse nicht missbrauchen, hatte am 18. Mai 2015 die Veröffentlichung dieser vorher geheimen Dokumente vor Gericht erstritten. Demzufolge werde der IS für politische Zwecke der USA und anderer Staaten instrumentalisiert. In Hinsicht nun auf die Entstehung und Instrumentalisierung radikaler „islamistischer“ Terrorgruppen muss auch bei den neusten Terroranschlägen in Paris die Frage gestellt werden, ob es sich hierbei um eine Instrumentalisierung des IS handeln könnte, oder ob der IS eigenständig gegen die Interessen anderer gehandelt hat, oder sogar beides? Derzeit kann diese Frage nicht beantwortet werden. Doch können die weitere Entwicklung und politischen Konsequenzen aus diesem Blickwinkel beobachtet und analysiert werden. Für eine Instrumentalisierung des IS spricht, wenn wie bei 9/11 die Überwachungsstrukturen im eigenen Land zu Lasten der Bürger vehement verschärft werden. So z.B. wurde kurz nach 9/11 der „USA PATRIOT Act“ – ein US-amerikanisches Bundesgesetz – verabschiedet, welches Einschränkung der amerikanischen Bürgerrechte in größerem Maße mit sich bringt, wie Abhörrechte, Hausdurchsuchungen, Einsicht in die finanziellen Daten von Bankkunden, usw. Auch wurde 9/11 instrumentalisiert, indem Angriffskriege in Afghanistan und im Irak geführt wurden. Diese haben den Terrorismus bewiesenermaßen nicht beseitigt, jedoch wurden Tausende von Zivilisten getötet und die Infrastruktur der jeweiligen Länder zerstört. Die Frage ist nun auch, ob die Terroranschläge in Paris instrumentalisiert werden, um den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu bekämpfen und zu beseitigen. Auf der anderen Seite muss beobachtet werden, ob das Problem der Terrorbedrohung durch den IS nun wirklich entschlossen angegangen und die Terrorgruppe niedergeschlagen wird – auch wenn es eine Kooperation mit Russland und Bashar al-Assad voraussetzen würde. Dass die von den USA geführte Koalition gegen den IS bislang eher ein Vorwand war, um Bashar al-Assad und seine Regierung zu schwächen und zu beseitigen, liegt auf der Hand. Wurde doch der IS während über einem Jahr kaum merklich geschwächt. Details dazu sehen Sie in eingeblendeter Sendung (www.kla.tv/6568). Demgegenüber schienen es die französischen Luftstreitkräfte, die Ende September 2015 erstmals Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien geflogen hatten, konsequenter anzugehen. Wie der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am 9. November mitteilte, haben französische Militärflugzeuge Ölanlagen der Terrororganisation Islamischer Staat im Osten Syriens zerstört. Dies wäre eine mögliche Erklärung für einen Racheakt des IS in Paris. Beobachten Sie die Entwicklung der Pariser Terroranschläge aus diesen Gesichtspunkten. Für allfällige Hinweise, die für oder gegen eine Instrumentalisierung sprechen, sind wir Ihnen dankbar. Auf Wiedersehen.

von dd.


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