Freitag 15. Januar 2016

Medien | 15.01.2016

Kommt das Ende des Zweiten Deutschen Fernsehens? (1 von 3)

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Kommt das Ende des Zweiten Deutschen Fernsehens? Freitag, 15.01.2016 (1 von 3)
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Heute vor einem Monat strahlte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seine Sendung „Der Machtmensch Putin“ aus. Als Gegenstimme zu der umstrittenen ZDF-Sendung hier ein kurzer Auszug aus einer der Programmbeschwerden, die sich sehr detailliert und fundiert mit den Inhalten der ZDF-Sendung auseinandersetzt ...

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Kommt das Ende des Zweiten Deutschen Fernsehens? 15.01.2016

Heute vor einem Monat strahlte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seine Sendung „Der Machtmensch Putin“ aus. Bereits die Wortwahl im Titel der Sendung ließ erahnen, worauf es mit dieser Sendung hinauslaufen soll: nämlich ein abermaliges Dreinschlagen auf den russischen Präsidenten im Tenor der letzten zwei Jahre. Dem stände im Grunde genommen ja nichts entgegen, sofern definitiv Wahrheiten ans Licht kämen, die nachweislich gewissenhaft recherchiert und sauber dokumentiert wären. Das dem aber nicht so ist, sondern es sich sogar gänzlich gegenteilig verhält, das wollen verschiedene Stellungnahmen und die an das ZDF gesandte Programmbeschwerden stichhaltig aufzeigen. Als Gegenstimme zu der umstrittenen ZDF-Sendung hier ein kurzer Auszug aus einer der Programmbeschwerden, die sich sehr detailliert und fundiert mit den Inhalten der ZDF-Sendung auseinandersetzt: „Mangelnde Objektivität der Darstellung: Die unsichtbare russische Invasion So wird im ersten Drittel der Sendung hinsichtlich Russlands Politik in der Ukraine, ohne zu hinterfragen, die Behauptung verbreitet, die russische Armee sei in den Donbass eingefallen. Diese Sichtweise wird weder durch die Berichte der OSZE gestützt noch entspricht sie der Darstellung seitens des Auswärtigen Amtes. Als einzigen „Kronzeugen“ dieser – nach aktuellem Kenntnisstand – nachweislichen Falschaussage zitiert die verantwortliche Redaktion prekärerweise ausschließlich den inzwischen von Obama zurückgepfiffenen NATO-Oberbefehlshaber Philip Breedlove. Dieser US-General war aber schon bei der französischen Regierung unangenehm aufgestoßen, weil er den regelmäßig an die US-Administration weitergegebenen Erkenntnissen der französischen Dienste widersprochen hatte. So erklärte der französische General Christophe Gomard vor der Französischen Nationalversammlung: „Wir haben in der Tat festgestellt, dass die Russen weder Kommandostellen noch Hinterlandeinrichtungen, etwa Feldspitäler organisiert hatten, die ihnen eine militärische Intervention ermöglichen würden.“ Seiner Begutachtung aller Frankreich zur Verfügung stehenden Dokumente zufolge habe es nie einen Hinweis darauf gegeben, dass Russland auch nur eine Invasion der Ukraine vorgehabt habe. Noch ungehaltener über die als gefährlich eskalierend eingeschätzte Rolle des US-Generals zeigte sich die Bundesregierung, allen voran Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der die Äußerungen Breedloves als „gefährliche Propaganda“ einstufte, als er sich zum Zweck seiner Zügelung im März 2015 an NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wandte. Schlussendlich wurde der bekanntermaßen den US-Falken angehörige Nato-Chef selbst von der US-Regierung als derart unhaltbar erachtet, dass Präsident Obama ihn zurückpfiff. Nach all dem zitiert ihn nun eine sich als „Dokumentation“ ausgebende Sendung des ZDF als unbestechlichen Zeugen ‚russischer Aggression‘? Wie kann so etwas zustande kommen? Ist dies ein Recherchefehler oder eine absichtliche Irreführung der deutschen Öffentlichkeit?“ Soweit der kurzer Auszug aus einer der vielen Programmbeschwerden. Für die Glaubwürdigkeit des ZDF noch katastrophaler fiel die Vorort-Recherche des deutschsprachigen Ressorts des russischen Fernsehsenders Russia Today, RT Deutsch, aus. Hier dessen Gegenstimme zur ZDF-Dokumentation: „Einer der Protagonisten der ZDF-Dokumentation "Machtmensch Putin", die der Mainzer Staatssender kürzlich ausstrahlte, erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Macher des Films. Der junge Russe Juri sagt, die Filmemacher hätten ihn dafür bezahlt, vor der Kamera zu lügen. Offenbar machte sich das ZDF-Team zudem nicht selbst die Mühe in den Donbass zu fahren, sondern entschied sich bei dieser Sache für Outsourcing und beauftragte den russischsprachigen Filmemacher Valery Bobkov. Dieser wollte seinen Auftrag wohl schnell zu Ende bringen und bezahlte laut dem russischen Sender Rossija 1 einen gewissen Juri dafür, im Film einen russischen Armeeangehörigen namens "Igor" im Donbass zu spielen. Dadurch sollte, so das ZDF, belegt werden, dass sich reguläre russische Einheiten in der Ostukraine befinden. Juri präsentiert gegenüber dem russischen Fernsehen nun Rohmaterial, auf dem klar Regieanweisungen zu hören sind. Die gestellten Szenen tauchen dann auch genau so im ZDF-Film auf, doch statt der Regieanweisungen wurde ein Klangteppich aus dramatischer Musik eingespielt.“ Soweit die Gegenstimme von RT Deutsch. Die anfangs zitierte Programmbeschwerde endet mit folgenden Sätzen – und urteilen Sie, liebe Zuschauer bitte selbst, ob damit nicht der Nagel auf den Kopf getroffen ist: „Nicht die, die da porträtiert werden, sondern die, die ein anderes Land und dessen Regierung derart primitiv und menschenverachtend porträtieren, erscheinen den Menschen nämlich immer mehr als tödlich-totalitäre Bedrohung. Denn wer demokratischem Denken verpflichtet ist, versucht doch Menschen nicht derart emotional zu beeinflussen? Diese Sendung war wie Sendungen ähnlichen Stils, die ihr vorangingen, übergriffig – auch und gerade uns als Zuschauern gegenüber. Ich protestiere hiermit entschieden dagegen, für so einen Schmutz Rundfunkgebühren entrichten zu müssen.“

von hm.


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