Dienstag 31. Januar 2017

Terror | 31.01.2017

Israel/Palästina – Menschen durchbrechen die Spirale des Hasses (1 von 3)

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Israel/Palästina – Menschen durchbrechen die Spirale des Hasses Dienstag, 31.01.2017 (1 von 3)
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Seit vielen Jahren tobt der gewaltsame Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Ein Durchbruch in den festgefahrenen Verhandlungen zwischen den Führern beider Länder erscheint nach wie vor in weiter Ferne. Doch während es die verantwortlichen Politiker bisher nicht fertig bringen aufeinander zuzugehen, zeigten im vergangenen Jahr ganz normale Bürger dieser Länder, dass diese tiefen Gräben zwischen den Nationen sehr wohl überwindbar sind.

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Israel/Palästina – Menschen durchbrechen die Spirale des Hasses 31.01.2017

Seit vielen Jahren tobt der gewaltsame Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Ein Durchbruch in den festgefahrenen Verhandlungen zwischen den Führern beider Länder erscheint nach wie vor in weiter Ferne. Doch während es die verantwortlichen Politiker bisher nicht fertig bringen aufeinander zuzugehen, zeigten im vergangenen Jahr ganz normale Bürger dieser Länder, dass diese tiefen Gräben zwischen den Nationen sehr wohl überwindbar sind. Folgende vier Beispiele vermitteln hoffnungsvolle Perspektiven, nicht nur für den krisengeschüttelten Nahen Osten: So organisierte z.B. eine Gruppe junger Aktivisten im September 2016 in Jerusalem vier Spielabende mit dem Brettspiel Backgammon. Der Erfolg war groß, gleich am ersten Abend kamen 150 Teilnehmer: Palästinenserinnen mit Kopftuch genauso wie orthodoxe Jüdinnen mit Kinderwagen, Strenggläubige mit schwarzer Kippa waren locker beisammen mit Jugendlichen aus den arabischen Vierteln. Auf besonderen Polizeischutz wurde bewusst verzichtet. Für viele der Teilnehmer war es eine Art Zeitmaschine, zurück in eine unbeschwertere Epoche des alltäglichen Miteinanders, als noch keine Sperrmauern Araber und Juden voneinander trennten. Auch in der Schweiz konnte im Mai 2016, bei dem von Ivo Sasek organisierten „Tag der internationalen Freundschaft“, ein Zeichen für die Versöhnung von Juden und Palästinensern gesetzt werden. So bezeugte ein Palästinenser, wie er zuvor den Sechs-Tage-Krieg und die folgenden Kriege erlebt hatte und trotz viel leidvoller Erfahrungen von seinem Hass ablassen und seinen Feinden vergeben konnte. Als sichtbares Zeichen der Versöhnung umarmte er auf der Bühne eine Frau aus Israel. Als im November 2016 zehntausende Israelis aufgrund von Großbränden aus ihren Wohnungen fliehen mussten, halfen palästinensische Feuerwehrleute Seite an Seite mit ihren israelischen Kollegen die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Im Oktober 2016 organisierte die Bewegung „Women Wage Peace“, zu Deutsch „Frauen wagen Frieden“, einen 14-tägigen „Marsch der Hoffnung“. Beginnend in Nordisrael liefen 4.000 palästinensische und israelische Frauen gemeinsam Seite an Seite 200 km bis nach Jerusalem, um dort für den Frieden zu demonstrieren. Die Sängerin Yael Deckelbaum kommentierte den Marsch mit den Worten: „Wir waren 4.000 Frauen und die Hälfte davon waren Palästinenserinnen. Sie haben mir immer gesagt, da sei niemand, mit dem man Frieden schließen könne. Heute haben wir bewiesen, dass das falsch ist.“ Bei der abschließenden Kundgebung vor der Residenz von Ministerpräsident Netanjahu versammelten sich ca. 10.000 Menschen. Unter anderem sprachen dort die liberianische Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee und Michal Froman, eine junge Frau. Diese war im Januar 2016 bei einem Messerangriff von einem palästinensischen Jugendlichen verletzt worden. Froman sagte an dieser Kundgebung: „Das Leben zu wählen bedeutet, die Komplexität der Situation hier anzuerkennen. Zu lernen – aus Notwendigkeit – sein Leben zu verteidigen, aber auch das Elend wahrzunehmen und eine helfende Hand auszustrecken. Jemand der tot ist, fühlt nichts mehr. Ich wählte zu fühlen und dem gesamten Spektrum der Gefühle in mir Raum zu geben – dem Schmerz, dem Ressentiment, aber auch der Vergebung und der Liebe. Tod ist Trennung. Leben ist Begegnung, Leben ist Frieden. Leben wird hier nur möglich sein, wenn wir aufhören, uns gegenseitig zu beschuldigen und aufhören, Opfer zu sein. Wir alle müssen das überwinden und Verantwortung übernehmen und anfangen, für das Leben zu arbeiten.“ Ähnlich wie auch bei den großen Friedensmärschen in der Ukraine war diese gewaltige Demonstration den hiesigen Massenmedien leider keine Zeile wert. Es liegt weiterhin am Volk, allen Freunden, Bekannten und auch Unbekannten diese Welle der Hoffnung bekannt zu machen, auf dass sie möglichst große Nachahmung findet. Diesen mutigen Frauen kann man nur innigsten Dank ausdrücken und sagen: Bravo, genau so macht man das! Sehen Sie im Anschluss die bewegenden Eindrücke des Friedensmarsches in Verbindung mit dem Lied „Prayer of the Mothers“ (Gebet der Mütter), welches anlässlich des „Marsches der Hoffnung“ entstanden ist und von der Sängerin Yael Deckelbaum produziert wurde.

von tz.


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