Samstag 18. Februar 2017

Wirtschaft | 18.02.2017

Bargeldabschaffung zur Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität erweist sich als Täuschung (Interview mit Erich Hambach) (1 von 1)

Am 23. Januar 2017 legte die EU-Kommission einen Plan vor, wie sie Bargeld-Zahlungen Schritt für Schritt einschränken will. Begründet wird dies mit dem Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus und der Notwendigkeit einer einheitlichen Regelung in der ganzen EU.

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Bargeldabschaffung zur Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität erweist sich als Täuschung (Interview mit Erich Hambach) 18.02.2017

Am 23. Januar 2017 legte die EU-Kommission einen Plan vor, wie sie Bargeld-Zahlungen Schritt für Schritt einschränken will. Begründet wird dies mit dem Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus und der Notwendigkeit einer einheitlichen Regelung in der ganzen EU. So sollen Schlupflöcher für Kriminelle und Terroristen geschlossen werden. Eine vollständige Bargeldabschaffung ist aber ausdrücklich „noch“ nicht vorgesehen. Bereits für das kommende Jahr kündigte die EU-Kommission eine entsprechende Gesetzgebung an. Diese Ankündigung der EU-Kommission reiht sich ein in eine ganze Kette weiterer Ereignisse, die alle das gleiche Ziel verfolgen: Die Nutzung des Bargeldes einzuschränken bzw. es ganz abzuschaffen. – Anfang 2016 erklärte die Europäische Zentralbank EZB das Aus für den 500-Euro-Schein, der nur noch bis 2018 ausgegeben werden soll. Die rund 613 Millionen 500 Euro-Scheine, die sich im Umlauf befinden, werden dann nach und nach aus dem Verkehr gezogen. Offiziell begründet die EZB ihren Schritt damit, Terrorfinanzierung, Geldwäsche und Schwarzarbeit eindämmen zu wollen. – Am 8. November 2016 erklärte der indische Premierminister Narendra Modi, dass im Zuge der Bekämpfung von Geldwäsche, Schwarzhandel und Korruption die 500 und 1000 Rupien-Scheine, die 86 % der gesamten Bargeldmenge ausmachten, nicht weiter als legales Zahlungsmittel akzeptiert werden. Die Bevölkerung erhielt eine Frist von 50 Tagen, um die entwerteten Rupien-Scheine auf das eigene Konto einzuzahlen oder gegen neue 500- und 2000-Rupien-Banknoten zu wechseln. Gleichzeitig wurde die Menge der neuen Rupien-Scheine stark reduziert, um die Bevölkerung zum bargeldlosen Zahlungsverkehr zu zwingen. Um zu verhindern, dass die Bevölkerung auf Gold als Zahlungsmittel ausweicht, schränkte die Regierung sogar den Goldbesitz ein und führte landesweite Razzien gegen illegalen Goldbesitz durch. – Weniger als eine Woche nach der Bargeldreform in Indien verkündigte die US-Großbank „Citigroup“, dass sie künftig in ihren Filialen in Australien keine Ein- und Auszahlung von Bargeld mehr akzeptieren werde. – Im Januar 2017 schließlich erklärte der australische Finanzminister, dass der australische 100 Dollar-Schein abgeschafft werden soll, was eine drastische Reduzierung des australischen Bargeldvolumens bedeutet. – Neben diesen einschneidenden Ereignissen der jüngsten Zeit haben in den vergangenen Jahren auch bereits die meisten Länder der EU die Verwendung des Bargeldes eingeschränkt: Schweden, Niederlande, Dänemark, England, Belgien, die Slowakei, Italien, Frankreich, Griechenland und Spanien. Es stellt sich die Frage: Ist der Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität der wahre Grund für diese Entwicklung, oder gibt es noch andere Interessen, die hinter einer Bargeldabschaffung stehen? Eine sehr aufschlussreiche Aussage zur Beantwortung dieser Frage machte jüngst der für Bargeld zuständige Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB) Yves Mersch. Nach Aussage von Yves Mersch gibt es ein Kartell im weltweiten Kampf gegen das Bargeld. Ein Kartell ist eine häufig im Verborgenen getroffene Vereinbarung über eine gemeinsame Vorgehensweise. Zu diesem Kartell gehören die Zentral- bzw. Notenbanken vieler Länder, welche für die Geld- und Währungspolitik verantwortlich sind. Ziel sei es – so Mersch – negative Leitzinsen durchzusetzen. Sparer werden dann für ihre Einlagen mit Negativzinsen bestraft, was einer Enteignung gleichkommt. Da sich die Sparer aber durch das Abheben von Bargeld der Enteignung entziehen können, ist den Zentralbanken das Bargeld ein Dorn im Auge. Diese Aussage des EZB-Direktors wurde an einer Konferenz der Federal Reserve Bank, der US-Notenbank, in Jackson Hole am 25. August 2016 bestätigt. Dort diskutierten Vertreter der wichtigsten Zentralbanken offen über ein Bargeldverbot. Wieder einmal entpuppen sich die offiziell angeführten Gründe für die Bargeldabschaffung als Täuschungen bzw. Lügen, mit denen die ahnungslose Bevölkerung betrogen wird. Sehen Sie nun nachfolgendes Interview, das Klagemauer.TV mit dem deutschen Erich Hambach führte, dem Autor des Buches „Bargeld Ade – Scheiden tut weh!“ Hambach war über 30 Jahre in der Finanzindustrie tätig und befasste sich seit 2014 verstärkt mit dem geplanten Bargeldverbot. In dem Interview werden die Hintergründe und Zusammenhänge der Bargeldabschaffung noch mehr verständlich gemacht.

von hag.


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