~ Medienkommentar vom 15.07.2017 ~

Medienkommentar Politik

Jahrestag in der Türkei – „Die CIA hat schon mal eine Regierung in der Türkei gestürzt“ (Vortrag Daniele Ganser) (1 von 1)

Vor einem Jahr – am 15. und 16. Juli 2016 – versuchte das türkische Militär die Regierung Erdoğan zu stürzen. Doch der Putsch scheiterte. Nicht so im Jahr 1980, als General Kenan Evren durch einen Putsch die Macht ergriff. Daniele Ganser zeigte in seinem Vortrag vom 03. Juni 2017 auf, wie die CIA damals die Fäden zur gezielten Machtübernahme gezogen hat. Es stellt sich die Frage, ob anhand dieser Kennzeichen auch beim Putschversuch von 2016 die Handschrift der US-amerikanischen Globalstrategen zu erkennen ist?

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Jahrestag in der Türkei – „Die CIA hat schon mal eine Regierung in der Türkei gestürzt“ (Vortrag Daniele Ganser) 15.07.2017

Vor einem Jahr – am 15. und 16. Juli 2016 – versuchte das türkische Militär die Regierung Erdoğan zu stürzen. Doch der Putsch scheiterte. Nicht zuletzt, weil unzählige Menschen gegen das Militär und für Präsident Erdoğan auf die Straße gingen. Beim Putschversuch kamen damals mehr als 300 Menschen ums Leben, über die Hälfte waren Zivilisten. Seit dem gescheiterten Putsch rollt nun eine beispiellose Säuberungswelle über das Land, deren Ausmaß so groß ist, dass sowohl etablierte als auch alternative Medien die Frage in den Raum stellen, ob der Putsch wohl vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan selber eingefädelt worden sei, um seine Machtposition im Land zu festigen. Seit dem Putschversuch wurden laut der Leitmedien 150.000 Staatsbedienstete entweder verhaftet oder entlassen. Der türkische Staat soll im vergangenen Jahr über 900 Institutionen, darunter mehr als ein Dutzend Universitäten, geschlossen und enteignet haben. Über die genauen Hintergründe dieser beispiellosen Säuberungswelle kann nur spekuliert werden: Möchte sich der türkische Präsident damit vor einer realen Unterwanderung und Gefahr eines Regierungsumsturzes im eigenen Land schützen oder geht es ihm bloß um die Festigung seiner Macht – vielleicht ja auch beides? Tatsache ist, dass das türkische Volk mehr gespalten ist denn je. So fand erst kürzlich am 9. Juli eine friedliche Großkundgebung oppositioneller Gruppen mit weit mehr als 100.000 Menschen statt. Einige Medien sprachen sogar von 250.000 Teilnehmern. Die Großkundgebung bildete den Abschluss eines sogenannten „Marsches der Gerechtigkeit“, der von der Hauptstadt Ankara bis nach Istanbul führte, und von Kemal Kılıçdaroğlu, dem Chef der größten türkischen Oppositionspartei CHP (Cumhuriyet Halk Partisi, zu Deutsch Republikanische Volkspartei), angeführt wurde. Die deutsche freie Journalistin Luise Sammann berichtete heute Morgen für das Schweizer Radio SRF aus Istanbul, wie sich die Gespaltenheit in der Bevölkerung im Alltag bemerkbar macht. Über die gesellschaftliche Zerstörung, die seit dem Putschversuch vor einem Jahr stattgefunden habe, sagte Sammann wörtlich: „Was ich immer so schön fand oder so beeindruckend an den Menschen in der Türkei, das war ihre Freundlichkeit und zwar ohne einen Unterschied zu machen. Ob man da jetzt einen Reichen oder einen Armen, einen rechts oder links politisch denkenden Menschen vor sich hatte – es gab so eine Grundfreundlichkeit hier, die mich immer sehr beeindruckt hat. Die ist für mich verloren gegangen in den letzten Monaten durch diese ganze politische Aufheizung. Die Menschen sind so sehr gespalten, dass Freundschaften daran kaputt gehen. Ich habe es auch im eigenen Freundeskreis erlebt. Man kann sich einfach nicht mehr zusammensetzen. Leute können nicht mehr einfach über Fußball sprechen, wenn der eine pro Erdoğan ist und der andere kontra. Sie finden keine Themen mehr, weil das alles andere überschattet. Diese Bruchlinie zieht sich auch durch Familien, durch Freundeskreise. Es ist schade zu sehen, wie voller Misstrauen und oft auch hart die Menschen hier inzwischen sind.“ Soweit die deutsche Journalistin Luise Sammann. Doch kann die gesellschaftliche Zerstörung in der Türkei wirklich einzig auf den türkischen Staatspräsidenten zurückgeführt werden? Es ist bekannt, dass sich US-amerikanische und zuvor britische Globalstrategen seit jeher dem „Teile und Herrsche“-Prinzip verschrieben haben, um ihre globale militärische sowie wirtschaftliche Vorherrschaft zu sichern und weiter auszubauen. Und zwar, indem aufkommende, konkurrierende Länder geschwächt und ins Chaos gestürzt werden. So geschah dies zum Beispiel im Irak im Jahr 2003, wo sich heute noch rivalisierende Gruppen – Sunniten, Schiiten, Kurden und Terroristen wie der IS – untereinander bekämpfen. Einzelheiten finden Sie in eingeblendeten Sendungen (www.kla.tv/7271, www.kla.tv/9724, www.kla.tv/9642). Auch berichtete Klagemauer.TV in mehreren Sendungen schon, dass verschiedene Hinweise auf eine Handschrift US-amerikanischer Globalstrategen hinter dem gescheiterten Putsch in der Türkei hindeuten (www.kla.tv/8657, www.kla.tv/8673, www.kla.tv/8776). Aufschluss über diese Frage, ob ein von außen gesteuerter Putsch in der Türkei – zum Beispiel durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA – überhaupt in Betracht gezogen werden kann, gibt der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser. In einem Vortrag, den er am 3. Juni 2017 an der Universität in Köln hielt, sprach er darüber, wie die CIA die Türkei in früheren Jahren unterwanderte und im Jahr 1980 die damalige Regierung stürzte. Gemäß Ganser haben viele Menschen in der Türkei diese Ereignisse von 1980 noch in guter Erinnerung. Sie können sich deshalb vorstellen, dass beim gescheiterten Putsch vor einem Jahr wiederum versucht wurde, von außen einzugreifen. Beim türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan scheiden sich offensichtlich die Geister, ob im eigenen Land oder in der Weltöffentlichkeit. Doch letztendlich geht es nicht um „für ihn“ oder „gegen ihn“. Vielmehr geht es um die Frage, ob anhand der Kennzeichen einer gesellschaftlichen Zerstörung und Spaltung – in diesem Fall in der Türkei – die Handschrift US-amerikanischer Globalstrategen zu finden ist. Nur so können Unruheherde wie in der Türkei beurteilt werden. Sehen Sie nun den Teil des Vortrages von Dr. Daniele Ganser über den CIA-Putsch im Jahr 1980. Text vom Vortrag Daniele Ganser: CIA-Putsch (1980) und Tiefer Staat in der Türkei Jetzt gab es ja einen Putsch in der Türkei 1980, das ist jetzt schon lange her, aber bei diesem Putsch waren die Amerikaner involviert – und ich wollte einfach auf diese Thematik eingehen, obwohl sie sehr kompliziert ist, obwohl sie sehr verwirrend ist. Hier ist das Stichwort „Tiefer Staat“ – einfach um Ihr Wissen ein bisschen abzurufen. Wem ist dieses Stichwort „Tiefer Staat“ völlig klar? – Kurz ein Handzeichen. Wer hat das noch nie gehört: „Tiefer Staat“? Ok, das ist die Mehrheit. Dann werd' ich das ein bisschen erklären. Man spricht auch von „paralleler Staat“. Normalerweise haben Sie als Bürger das Gefühl, Sie sind der Souverän. Sie wählen einen Abgeordneten, der vertritt Sie und der Abgeordnete sitzt im Parlament und überwacht die Exekutive, die nach den Gesetzen der Politik handelt. Das Problem ist aber, dass diese demokratischen Strukturen zum Teil unterwandert werden mit sogenannter verdeckter Kriegsführung. Es gibt verschiedene Forscher, die zu diesem Thema arbeiten. Aber der Tiefe Staat hat zum Beispiel – einfach als konkretes Beispiel – versucht, in der Türkei Mitglieder vom Geheimdienst zu rekrutieren. Also die Amerikaner haben versucht, die Türkei dadurch zu kontrollieren, dass der amerikanische Geheimdienst CIA den türkischen Geheimdienst MIT – der heißt MIT, nicht wie das „Massachusetts Institute for Technology“ MIT, das ist nicht das gleiche, das eine ist eine Uni in Boston und das andere ist der türkische Geheimdienst MIT [Satzschluss fehlt, d. Red.]. Und hier haben sie einen Mitarbeiter, der stellvertretende Direktor des MIT – der hat gesagt in den 70er Jahren: „Die CIA hat eine Gruppe von mindestens 20 Personen, die mit dem MIT zusammenarbeiten und die innerhalb des MIT mit zu den höchsten Rängen zählen. Ein großer Teil unseres Personals“ - also er ist Türke, er ist Mitglied des türkischen Geheimdienstes - „wurde von der CIA im Ausland ausgebildet. Auch das Hauptquartier des MIT wurde von der CIA errichtet.“ Das heißt, das amerikanische Imperium hat den Türken immer misstraut, ok? Und um die Türkei in der NATO sozusagen am Band zu führen – wie einen Hund an der Leine – hat man im türkischen Geheimdienst Spitzenoffiziere durch die CIA trainieren lassen. Verstehen Sie, was ich meine? So kann man ein Land kontrollieren. Man untergräbt natürlich die Souveränität im Zielland – müssen sie natürlich, weil, sonst machen die was die wollen. Und dann, wenn sie die Leute in den entsprechenden Stellen kontrollieren, können sie eine Regierung stürzen, indem sie ihre Leute im Geheimdienst aktivieren. Das Gleiche kann man im Militär machen. Jeder Staat hat eine Sicherheitsstruktur und der Geheimdienst und das Militär sind einfach die mächtigsten Faktoren – und diese zwei Faktoren, wenn man die kontrolliert, kann man eine demokratische Struktur beeinflussen. 1980 kam es zu diesem Putsch in Ankara – Ankara, wie gesagt die Hauptstadt der Türkei – dieser Putsch ist schon lange wieder vergessen. Ich habe ihn in meinem Buch „NATO Geheimarmeen in Europa“ angeschaut, weil, die NATO Geheimarmeen waren eben eine Parallelstruktur – das war meine Doktorarbeit – die eben in der Türkei existiert haben, die auch in Deutschland existiert haben, auch in der Schweiz, in Frankreich, in Spanien, in Norwegen. Das sind Parallelstrukturen, von denen die Politiker überhaupt nichts wussten. Die Schweizer P26, das war unsere Geheimarmee, die war dem Parlament unbekannt. Und das ist eigentlich nicht erlaubt, ja? Auch in Deutschland wusste niemand, dass es eine Parallelstruktur gibt: „Stay behind“*- Strukturen, Gladio-*Strukturen – man hat das nicht untersucht. Man hat gesagt: „Ja, das wollen wir jetzt nicht an die große Glocke hängen.“ (Anmerkung: „Stay behind“ = „Rücklass-Organisation“, geheime Widerstandsorganisation / Gladio = „Kurzschwert“, Deckname für eine geheime paramilitärische Einheit in Italien) Dieser General hat danach 1980 in der Türkei die Macht ergriffen, General Kenan Evren, und er kommt durch den Putsch an die Macht. Und er regiert dann die ganzen Achtziger Jahre durch und das interessante ist, zuvor kontrolliert er die Konter-Guerilla und die Konter-Guerilla ist die türkische Gladio. Das ist also eine Spezialabteilung innerhalb vom Militär, die fähig ist, Unruhen zu erzeugen. Das ist der Tiefe Staat. Und die Strategie der Spannung wurde eingesetzt um die Türkei in diesen Putsch hineinzuführen. Ich möchte Ihnen das erklären: Man kann eine Gesellschaft aus einem ruhigen, entspannten Zustand in einen gestressten Zustand führen, indem man Gewalt hineingibt. In diesem Fall hat man Terror und Massaker ausgeführt – wer genau dahinter steckt, ist immer schwer herauszufinden – und dann interveniert die Armee um die Sicherheit wiederherzustellen. Sehen Sie den Trick? Also, zuerst zünden Sie das Feuer beim Nachbarn an, Sie zünden die Wand an (also dass ist jetzt kein Tipp, machen Sie das nicht!) und danach sagen Sie: Ich bin von der Feuerwehr, ich helfe Ihnen, ich übernehme gleich das Haus. Und das ist natürlich… oder?! Sie schaffen das Problem und präsentieren sich als Lösung. Das ist Tiefer Staat und das ist Strategie der Spannung. Man erzeugt die Spannung selber, um in den Leuten auch eine Akzeptanz zu erzeugen, dass jetzt was gehen muss. Ich sag nicht, alles was passiert, ist Tiefer Staat. Aber einiges was passiert, ist Tiefer Staat. Und das macht es für die Historiker unglaublich schwierig, herauszufinden, wer denn die Fäden zieht. „Die Massaker waren eine Provokation des MIT“ [Ganser liest Zitat eines Gerichtszeugen vor, welches eingeblendet ist] – also hier sagt man, dass der türkische Geheimdienst die türkische Bevölkerung angegriffen hat und Massaker ausgeübt hat. Da sagen die Leute: „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen! Das ist jetzt abgefahren. Der Geheimdienst wird doch bezahlt, um das Volk zu beschützen.“ Dann sag ich: Ja, das ist schwierig, eigentlich ist das die Idee. Aber es kam, es kam auch in Italien, zu Fehlfunktionen, wo der Geheimdienst in Terroranschläge verwickelt ist, um die Bevölkerung zu schockieren. Ich weiß, das ist für viele eine völlig abgefahrene Welt. Aber das ist einfach die Welt der verdeckten Kriegsführung. Sie können es auch ablegen und sagen: „Glaub ich nicht, gibt’s nicht.“ Oder Sie können es untersuchen, aber untersuchen Sie es nicht zu lange. Es zieht Sie so ein bisschen runter. Dann gehen Sie besser wieder in die Natur und entspannen sich. Aber einfach, dass Sie es mal kurz gehört haben: „Mit den Provokationen des MIT und der CIA wurde der Boden für den Putsch vom 12. September gelegt.“ Und das hat ein Zeuge vor Gericht gesagt. Das habe ich aus einer türkischen Publikation, Kurtulus. Also ich lese natürlich die türkischen Dokumente nur in der deutschen Übersetzung. Aber es gibt relativ viele Türken die auch auf Deutsch publizieren, es gibt auch Kurden, die auf Deutsch publizieren, da kann man das ein bisschen besser verstehen. Ist für mich der einzige Weg, als Schweizer Historiker, überhaupt die verdeckte Kriegsführung in der Türkei anzuschauen. Und im Hintergrund hatte die CIA einen Mann – das ist Paul Henze – und er war der Chefarchitekt des Staatsstreiches vom 12. September 1980. Das heißt, die CIA ist der amerikanische Auslandsgeheimdienst. Die hat in verschiedenen Ländern, Regierungen gestürzt. Z.B. 1953 im Iran, 1954 in Guatemala, 1973 in Chile. Das darf man nicht, es ist völlig verboten. Man darf nicht in ein anderes Land und die Regierung stürzen. Warum? Wegen dem Gewaltverbot der UNO. Aber die Leute sehen es nicht, weil, es geht verdeckt. Und jetzt einfach nochmal die Frage in den Raum: Wem ist das bekannt, dass die CIA 1980 in der Türkei die Regierung gestürzt hat? [Einige im Publikum geben Handzeichen] Sie sehen das ist nicht die Mehrheit. Darf ich nochmals das Gegenmehr haben, wer hat das noch nie gehört? [Die Mehrheit im Publikum gibt Handzeichen]. Sie sind ja schon die Interessierten, okay?! Jetzt müssen Sie sehen, schon unter den Interessierten haben wir nur 10 Prozent, die wissen, dass die CIA die Regierung in der Türkei gestürzt hat, 1980. Das heißt, wenn wir heute über Einflussnahme der USA in der Türkei sprechen, wäre das mal das Basiswissen, dass man weiß: 'Okay, die haben das schon einmal gemacht'. Das ist so wie, dass man weiß, dass Bayern München schon mal die Liga gewonnen hat, dann kann man sich vorstellen, dass die sie nochmal gewinnen. Das ist etwa das. Diejenigen, die es wissen – und in der Türkei wissen es natürlich tendenziell viele Menschen, dass schon interveniert wurde – die können sich eher vorstellen, dass in diesem Putsch, den wir kürzlich gesehen haben, der gescheitert ist, wiederum versucht wurde, von außen zu intervenieren (Anmerkung: = eingreifen). „Deine Leute haben gerade einen Putsch gemacht!“, sagte Carter - das war der amerikanische Präsident 1980 – zu Paul Henze – das war eben der CIA-Chef in Istanbul. Istanbul oder Ankara, ich weiß nicht wo die CIA ihre Basis in der Türkei hat. Also, die CIA hat in jedem Land in der Hauptstadt ein Büro, das ist in der amerikanischen Botschaft drin. Und der CIA-Mitarbeiter ist da nicht angeschrieben mit „Experte für Putsch“, sondern der ist dann verdeckt – „Attaché für kulturelle Angelegenheiten“ oder so. Und der Mann, der Paul Henze, ist natürlich aus Ankara ausgeflogen und dann hat Carter ihm gesagt: „Hey, deine Leute haben gerade einen Putsch gemacht!“. Und Henze hat zu CIA-Kollegen in Washington dann triumphierend gesagt: „Unsere Jungs haben das gemacht!“, „Our boys have done it!“ Und das ist etwas, was zumindest die Leute in Erinnerung haben, die sich mit der Politik in der Türkei schon lange beschäftigen. (09:35) Ich habe es Ihnen schon gesagt: Das widerspricht dem UNO-Gewaltverbot. Es ist zu verstehen aus dem Kontext der NATO, dass die Amerikaner gesagt haben: Wir müssen jetzt in der Türkei einen General an die Macht bringen, um das Land zu stabilisieren, damit es schön innerhalb von diesen NATO-Planken läuft. Sehen Sie das? Und Präsident Carter trägt politisch die Verantwortung für diesen Putsch, das müssen Sie sehen. Er war nämlich bis zum 20. Januar 1980 Präsident und erklärte später in seinen Memoiren: „Die Türkei befand sich vor der Bewegung vom 12. September (sic ist einfach die Abkürzung, genauso hat er es gesagt) hinsichtlich ihrer Verteidigung in einer kritischen Situation (das heißt einfach, innerhalb der NATO hat man der Türkei nicht mehr vertraut). Nach der Intervention in Afghanistan (1979) und dem Sturz der iranischen Monarchie (1979) war die Stabilisierung in der Türkei eine Erleichterung für uns.“ Also aus amerikanischer Sicht war das eine Erleichterung und es war eine Bewegung und aus türkischer Sicht war es ein Putsch. Gut, das heißt, es gibt auch diese Spaltung. Ich habe Sie bereits auf die Spaltung Türken-Kurden hingewiesen. In der Türkei finden Sie auch die Spaltung zwischen Tiefer Staat oder Paralleler Staat und Demokratischer Staat. Einfach, dass Sie diese Dinge auseinander halten können: Der demokratisch kontrollierte Staat funktioniert so, dass ein Regierungswechsel nur mit Stimmabgabe und fairen Wahlen funktioniert. Und der Tiefe Staat funktioniert so, dass der Geheimdienst Terroranschläge organisiert – die Leute sind schockiert – und dann kommt das Militär, macht einen Putsch und sagt: „Wir sind hier um euch zu helfen“. Also das sind wiederum komplexe Prozesse. Wenn Sie die verstehen, ist das einfach wertvoll für Ihr Verständnis.

von dd.


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