Mittwoch 15. März 2017

Wirtschaft | 15.03.2017

„Größte humanitäre Katastrophe“: Finanzexperte Wolff erklärt Ursachen (1x1 der Finanzindustrie) (1 von 1)

Die Vereinten Nationen seien mit der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung konfrontiert, sagt UNO-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien. Doch woran liegt es, dass in unserer heutigen, technisch hochentwickelten Welt, solche humanitären Katastrophen überhaupt noch möglich sind? Einer der sich mit den politischen, sowie wirtschaftlichen Ursachen der Verarmung von Millionen von Menschen beschäftigt, ist der deutsche Finanzexperte Ernst Wolff. Erfahren Sie im Interview von Wolff mit dem serbischen Magazin „Geopolitika“, mehr über die wesentlichsten Ursachen der „größten humanitären Hungerkatastrophe“ und das 1x1 der Finanzindustrie.

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„Größte humanitäre Katastrophe“: Finanzexperte Wolff erklärt Ursachen (1x1 der Finanzindustrie) 15.03.2017

Am 11. März machte folgende Meldung der Nachrichtenagentur „Associated Press“, kurz „AP“, die Runde: Der britische UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien schlage Alarm. In vier Ländern könnten insgesamt 20 Millionen Menschen verhungern. O'Brien hatte kurz zuvor die Krisengebiete im Jemen, im Südsudan und in Somalia sowie in Nigeria besucht und sich ein Bild von der Lage gemacht: „Alle vier Länder haben eine Sache gemeinsam: den Konflikt. […] Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben“, sagte er am Freitag den im Sicherheitsrat vertretenen Diplomaten. Für den Nothilfekoordinator sei ein „kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen“ erreicht, wie aus einer UNO-Mitteilung hervorgeht. Die Vereinten Nationen seien mit der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung konfrontiert. O'Brien sagte wörtlich: „Die Lage für die Menschen in diesen Ländern ist schrecklich und ohne eine große internationale Reaktion wird sie noch schlimmer.“ Benötigt würden bis im Juli 4,4 Milliarden Dollar, sagte O’Brien vor dem UNO-Sicherheitsrat. Darauf läuft es also hinaus, benötigt werden 4,4 Milliarden Dollar, für die schlussendlich der Steuerzahler aufzukommen hat. Doch warum stellt sich weder die UNO noch eine einzige der westlichen Massenmedien die Frage, auf was diese größte humanitäre Katastrophe seit 1945 zurückzuführen ist? Denn am fehlenden Geld dürfte es sicher nicht liegen, listeten doch dieselben Leitmedien noch am 16. Januar die Namen der acht reichsten Männer der Welt auf. Diese hätten im Jahr 2016 zusammen 426 Milliarden US-Dollar besessen – mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung! Und hundertmal so viel, wie laut O’Brien benötigt wird. Da es angesichts dieser horrenden Geldanhäufungen ganz sicher nicht am fehlenden Geld liegen kann; woran liegt es dann, dass in der heutigen, technisch hochentwickelten Welt, solche humanitären Katastrophen überhaupt noch möglich sind? Einer, der sich mit den politischen sowie wirtschaftlichen Ursachen der Verarmung von Millionen von Menschen beschäftigt, ist der deutsche Finanzexperte Ernst Wolff. Wolff studierte in den USA und arbeitete u.a. als freiberuflicher Journalist, Dolmetscher und Autor. In seinem im September 2014 erschienenen Buch „Weltmacht IWF: Chronik eines Raubzugs“ deckt er die Geschichte des Internationalen Währungsfonds (kurz IWF) auf. Darin legt Wolff dar, wie die Politik des IWF auf der einen Seite die Förderung von Hunger, Armut, Seuchen und Kriegen zur Folge hat, und auf der anderen Seite die Begünstigung einer winzigen Gruppe von Ultrareichen, deren Vermögen derzeit ins Unermessliche wächst. Wie beispielsweise bei den bereits erwähnten acht ultrareichen Männern. In einem Interview mit dem serbischen Magazin „Geopolitika“ spricht Wolff über die wichtigsten Inhalte seines Buches. Das Interview erschien bereits am 7. April 2015 auf Deutsch, ist aber, angesichts der „größten humanitären Katastrophe“, aktueller denn je. Wolff erklärt quasi das 1x1 der Finanzindustrie, indem er die wichtigsten Eckpfeiler der IWF-Programme, wie Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung auf einfache Art erläutert. Wolff zeigt auf: – Wie viele afrikanische Staaten, die sich früher mit Nahrungsmitteln selbst versorgt haben, von internationalen Nahrungsmittelkonzernen abhängig gemacht wurden. – Wie der IWF als Kriegsbegleiter in verschiedenen Ländern tätig war und Konflikte begünstigte oder sogar verursachte. – Wie der IWF von Anfang an das Ziel hatte, neben der wirtschaftlichen und militärischen auch die finanzielle Weltherrschaft der USA zu sichern. Der IWF sei der verlängerte Arm der Wall Street und des Weißen Hauses, so Wolff. Sehen Sie nun – zum Selbststudium und zum Weiterverbreiten – das Interview, dass das Magazin „Geopolitika“ mit Ernst Wolff führte und die wesentlichsten Ursachen der „größten humanitären Hungerkatastrophe“ erklärt: IWF-Experte Ernst Wolff im Interview mit dem serbischen Magazin „Geopolitika“ (Geopolitika:) Sehr geehrter Herr Wolff, nach Angaben des IWF wurde diese Organisation zur Errichtung und Stärkung eines gesunden globalen Währungssystems gegründet, zur Stabilisierung von Wechselkursen, zur Kreditvergabe, zur Überwachung der Geldpolitik sowie zur technischen Hilfe. Hat der IWF überhaupt eine Aufgabe erfüllt oder war das vorgegebene Ziel im Voraus im Dienste der „großen Interessen“? (Ernst Wolff:) Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die USA die wirtschaftlich und militärisch stärkste Macht der Erde. Allerdings produzierten sie mehr Waren, als sie verbrauchen konnten. Deshalb mussten sie sich neue Märkte schaffen. Aus diesem Grund beriefen sie 1944 die Konferenz von Bretton Woods ein. Dort legten sie ein globales Währungssystem fest, das ausschließlich auf ihre eigenen Interessen zugeschnitten war. Es band alle Währungen der Welt zu festen Wechselkursen an den US-Dollar und ermöglichte den USA, den Weltmarkt mit amerikanischen Waren und amerikanischem Kapital zu überschwemmen. Die Aufgabe des IWF war es, dieses System weltweit einzuführen und zu stabilisieren. Der IWF hatte also von Anfang an das Ziel, neben der wirtschaftlichen und militärischen auch die finanzielle Weltherrschaft der USA zu sichern. (Geopolitika:) Der IWF hat zurzeit 188 Mitgliedstaaten, deren Stimmrecht sich an ihrem Kapitalanteil orientiert. Der Mitgliedstaat mit den größten Stimmanteilen sind die USA mit 16,75 %. Haben demzufolge die USA das Sagen? Wie ist der IWF überhaupt aufgebaut? (Ernst Wolff:) Der IWF ist so aufgebaut, wie andere Finanzorganisationen auch. Er hat ca. 2.600 Mitarbeiter, ein Direktorium und einen Gouverneursrat. Die USA besitzen allerdings Sperrminorität und Vetorecht, (was heißt) es kann also keine Entscheidung ohne ihr Einverständnis getroffen werden. Der wichtigste Faktor für die Übermacht der USA aber ist die weltweite Dominanz des US-Dollars. Er ist nicht nur die globale Leitwährung, sondern auch die wichtigste Reservewährung. Alle Zentralbanken der Welt halten einen großen Teil ihrer Devisenreserven in US-Dollar. Die ganze Welt ist also auf den Dollar angewiesen, aber das einzige Land, das ihn drucken darf, sind die USA. Auf diese Weise beherrschen sie mit Hilfe ihrer Währung das Finanzgeschehen der ganzen Welt. (Geopolitika:) Der IWF ist Schwesterorganisation der Weltbank. Wie sieht diese Kooperation in der Realität aus? (Ernst Wolff:) Die Weltbank ist hauptsächlich für die Finanzierung von großen Investitionsprojekten wie Eisenbahnlinien, Häfen oder Staudämmen zuständig. Die Hauptaufgabe des IWF ist die des „Kreditgebers letzter Instanz“. Der IWF greift immer dann ein, wenn ein Land in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Er bietet ihm Kredite an, knüpft diese aber an harte Bedingungen, die die Souveränität des Landes einschränken und es den Interessen des internationalen Finanzkapitals unterordnen. Der IWF handelt im Grunde wie ein Pfandleiher, der die Notsituation seiner Klienten ausnutzt, um sie auf diese Weise gefügig zu machen und sich an ihnen zu bereichern. (Geopolitika:) Ein Wort, das immer wieder im Zusammenhang mit dem IWF gebraucht wird, ist „Strukturanpassungsprogramme“. Wie sieht die Umsetzung solch eines Projektes aus? (Ernst Wolff:) Mit den Strukturanpassungsprogrammen hat der IWF sein Vorgehen Ende der Siebzigerjahre auf der Grundlage des Neoliberalismus systematisiert. Die wichtigsten Eckpfeiler dieser Programme sind die Liberalisierung, die Deregulierung und die Privatisierung. Die Liberalisierung beinhaltet unter anderem die Aufhebung von Import- ( Einfuhr-) Beschränkungen. Sie führt dazu, dass einheimische, zumeist mittelständische Betriebe mit riesigen transnationalen (internationalen) Konzernen konkurrieren müssen. Auf diese Weise wurden z.B. viele afrikanische Staaten, die sich früher mit Nahrungsmitteln selbst versorgt haben, von internationalen Nahrungsmittelkonzernen abhängig gemacht. Die Deregulierung bedeutet die Aufhebung aller Restriktionen (Einschränkungen) für ausländische Investitionen. Das heißt, inländische Investoren müssen mit den Giganten der Wall Street konkurrieren und werden von ihnen überrollt. Die Privatisierung führt dazu, dass zuvor subventionierte (finanziell unterstützte) Güter wie Wasser oder Energie nach dem Aufkauf durch ausländische Konzerne teurer und teilweise für die unteren Einkommensschichten unerschwinglich werden. Das heißt, Strukturanpassungsprogramme begünstigen die großen internationalen Investoren (Anleger) und schaden der einheimischen Bevölkerung. (Geopolitika:) In Ihrem Buch „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, schreiben Sie von der historischen Entwicklung des IWF in vier Phasen, indem Sie Kriege, Putsche und Finanzpleiten der Länder verfolgen. Das ganze Spiel beginnt in Lateinamerika, insbesondere in Chile. Welches Unwesen trieb der IWF in diesem Kontinent? (Ernst Wolff:) Der faschistische Putsch in Chile im Jahr 1973 war ein Wendepunkt in der Entwicklung des IWF. Nachdem der Diktator Pinochet die Macht übernommen hatte, beauftragte er eine Gruppe von Ökonomen der Chicago School of Economics unter Milton Friedman damit, die Wirtschaft seines Landes neu zu organisieren. Diese als „Chicago Boys“ bekannt gewordene Gruppe bestand aus Anhängern des Neoliberalismus. Das Ziel des Neoliberalismus ist es, den Staat weitgehend aus der Wirtschaft herauszuhalten und sie den Kräften des Marktes zu überlassen. Da der Markt aber von der Finanzindustrie und wenigen transnationalen Großkonzernen dominiert und manipuliert wird, vertritt der Neoliberalismus die Interessen des internationalen Großkapitals. Mit der Übernahme dieser Philosophie begann in Chile ein neoliberaler Kreuzzug des IWF, der sich in Argentinien fortsetzte und später in der lateinamerikanischen Krise der Achtzigerjahre zur Verarmung von Millionen von arbeitenden Menschen in ganz Südamerika führte. (Geopolitika:) Der IWF hat etwa 2.600 Mitarbeiter aus 142 Staaten. Sein Unwesen konnte der IWF nicht ohne Erlaubnis der Regierungen der Staaten und mithilfe seiner Mitarbeiter verursachen. Wie findet man so schnell Verräter in so vielen Ländern? (Ernst Wolff:) Die Welt wird seit mehreren Jahrzehnten komplett von der Finanzindustrie beherrscht. Keine Regierung kann auf Dauer existieren, ohne sich der Macht der globalen Finanzinstitutionen zu unterwerfen. In den meisten Fällen werden Politiker bereits im Wahlkampf von Geldgebern finanziert. Wegen dieser Abhängigkeit vom großen Geld zieht der Beruf des Politikers vor allem Opportunisten (für die der Zweck die Mittel heiligt) und Karrieremacher an. Für den IWF sind diese Menschen ideale Partner, denn sie sind käuflich und haben kein Gewissen. (Geopolitika:) Die große Sowjetunion wurde vom IWF nicht verschont. Mit welchen Argumenten wirkt die Organisation dort und mit welchen Folgen? (Ernst Wolff:) Der Zusammenbruch der Sowjetunion führte zum ersten Mal in der Geschichte dazu, dass eine (zentral verwaltete) Planwirtschaft abgeschafft und wieder durch ein kapitalistisches (über den Markt gesteuertes) System ersetzt wurde. Der IWF erkannte sehr schnell die Möglichkeiten, die sich westlichen Banken und Konzernen boten und organisierte die Privatisierung der Wirtschaft zusammen mit ehemaligen Funktionären und Parteimitgliedern. Diese Kooperation führte zu einem riesigen Raub am einstigen Gemeinschaftseigentum der ehemaligen Sowjetbürger und erzeugte eine Schicht von Oligarchen, die einen großen Teil ihrer Vermögen in westliche Banken steckten. Obwohl der IWF ihr zu Beginn der Maßnahmen eine bessere Zukunft versprochen hatte, bedeutete die Einführung der Marktwirtschaft für die arbeitende Bevölkerung einen katastrophalen sozialen Abstieg. Noch heute liegt der Lebensstandard eines Drittels der Menschen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion unter dem Niveau zu Zeiten der Planwirtschaft. (Geopolitika:) Anfangs der Neunzigerjahre nahm der IWF Jugoslawien ins Visier. Ein Kapitel des Buches befasst sich mit diesem Thema. Sie behaupten, dass der IWF als Kriegsbegleiter in diesem Land tätig war. (Ernst Wolff:) Der IWF hat vorsätzlich dazu beigetragen, den Staat Jugoslawien zu destabilisieren, indem er den Kapitalfluss zwischen dem serbischen Landesteil und den übrigen Republiken und Provinzen unterband und verhinderte und auf diese Weise systematisch nationalistische Tendenzen förderte. Hintergrund der Strategie des IWF in Jugoslawien war das Interesse der USA, das blockfreie Regime durch ein dem Westen höriges Regime zu ersetzen. Außerdem hat der IWF mit der EU zusammengearbeitet, die sich die ehemaligen Teile Jugoslawiens einverleiben wollten. Die Ereignisse in Jugoslawien zeigen – ebenso wie die Ereignisse in der Ukraine – dass eine Finanzorganisation es durch ökonomische und finanzielle Maßnahmen schaffen kann, ein ganzes Land systematisch in den Krieg zu treiben. (Geopolitika:) Wenn man ein Land wirtschaftlich zerstören will, dann sollte man den IWF rufen. Serbien ist das beste Beispiel. Das Land wird seit 2000 sehr stark vom IWF beeinflusst, man kann sagen, der IWF betreibt die katastrophale Finanzpolitik des Landes. Der Einfluss ist so drastisch, dass man sogar der serbischen Regierung vorschreibt, dass der Strompreis im April um 15 % steigen muss. Zeigt sich damit der IWF als ein Herrschaftsinstrument des internationalen Finanzkapitals? (Ernst Wolff:) Ganz gewiss. Mit der Erhöhung des Strompreises belastet der IWF die arbeitenden Menschen in Serbien, die ohnehin kein einfaches Leben haben. Die Austeritätspolitik (eine strenge Sparsamkeit) des IWF ist in Serbien nicht anders als in allen anderen Ländern der Welt. Sie betrifft nie die Ultrareichen, sondern immer die arbeitende Bevölkerung und ganz besonders die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Der IWF hilft der globalen Finanzelite, sich auf Kosten des Rests der Menschheit bis ins Unermessliche zu bereichern. Er fördert damit aktiv die schlimmste Entwicklung auf unserem Planeten – die Explosion der sozialen Ungleichheit. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war der Unterschied zwischen Reichen und Armen so groß wie heute. (Geopolitika:) Hatte der IWF auch die Hand im Spiel in der großen Finanzkrise 2007/2008, so wie etwa in Griechenland, Island, Irland, Zypern…? (Ernst Wolff:) Der IWF war nicht die Ursache der Krise, aber sobald die Krise einsetzte, hat er zusammen mit der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission die Troika gebildet und mit aller Härte eingegriffen. Ursache der Krise waren gewissenlose Spekulationsgeschäfte der Finanzindustrie. Der IWF hat diese Ursache stets bestritten und behauptet, die Krisenländer hätten über ihre Verhältnisse gelebt und müssten deshalb sparen. Die Rolle des IWF bestand also darin, die wahren Schuldigen – die Banker – in Schutz zu nehmen und die Folgen ihrer gewissenlosen Politik in Form von Austeritäts-(strengen Sparsamkeits-)Programmen auf die arbeitenden Menschen abzuwälzen. Der IWF hat auf diese Weise zur größten Vermögens-Umverteilung beigetragen, die jemals auf europäischem Boden stattgefunden hat. (Geopolitika:) Bei solch einem umfassenden Raubzug der Länder sollte es auch Schuldige geben. Wie heißen sie? (Ernst Wolff:) Die Schuldigen sind zuerst einmal gewissenlose Banker, die hemmungslos und ohne Rücksicht auf die sozialen Folgen ihres Tuns an den Finanzmärkten spekuliert haben. Zweitens sind es die den Bankern hörigen Politiker, die die Folgen missglückter Spekulation auf die arbeitende Bevölkerung abwälzen. Drittens sind es die führenden Mitglieder von Organisationen wie dem IWF, die den Raub an der arbeitenden Bevölkerung auf Anweisung der Politiker im Einzelnen organisieren. Im Grunde müssten alle drei Gruppen für ihre schweren Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt werden. (Geopolitika:) Die USA sind der mit Abstand meistverschuldete Staat. Wird dann schlussendlich der IWF auch die USA in die Knie zwingen? (Ernst Wolff:) Der IWF ist der verlängerte Arm der Wall Street und des Weißen Hauses. Er wird die USA niemals in die Knie zwingen, aber er wird alles tun, um Washingtons Macht zu erhalten. Da der Dollar als Reservewährung immer schwächer und China als Wirtschaftsmacht immer stärker wird, versucht der IWF zurzeit, sich auf eine Zeit nach der Dominanz des Dollars vorzubereiten. So soll der chinesische Yuan in den Währungskorb, der als Grundlage für die Sonderziehungsrechte (die eigene Währung des IWF) dient, aufgenommen werden. Doch all diese Bemühungen werden scheitern, da das bestehende Finanzsystem nicht zu retten ist.

von dd.


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